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Weleda: Das steckt in den Schatzkammern der berühmten Pflegemarke?

Wenn du Weleda-Produkte liebst, solltest du wissen, dass die Marke nicht unumstritten ist. Das steckt hinter der Brand.

Sicher hast du das eine oder andere Produkt dieser Marke schonmal gekauft. Aber kennst du die spannende Geschichte von Weleda? Wir verraten dir auch noch ein paar Geheimnisse.
© Ralf - stock.adobe.com

Das steckt hinter der Marke Weleda!

Weleda ist weltbekannt. Die Produkte des Unternehmens sollen ganzheitlich pflegen und finden sich in Apotheken, Bio- und Naturkostläden sowie in Drogerien. Aber wer weiß eigentlich, wer Weleda geschaffen hat und was genau hinter der Marke steckt?


Weleda hat sich weltweit einen Namen mit ihrer breiten Palette an Pflegeprodukten gemacht. Die Cremes und Shampoos von Weleda sind in Apotheken, Bioläden, Naturkostgeschäften und Drogerien erhältlich. Doch die Marke ist nicht unumstritten. Erfahre hier, was das Geheimnis hinter den Pflegeprodukten ist.

Das weiß man über die Gründung von Weleda

Über 100 Jahre ist Weleda bereits alt. Zeit, mal zu schauen, was sich hinter den Produktionskulissen so abspielt und zu wissen, wie die Erfolgsgeschichte eigentlich begann.

1921 gründeten eine niederländische Ärztin, ein österreichischer Philosoph und ein Apotheker aus München ein Krankenhaus und ein pharmazeutisches Labor. Dr. Ita Wegmann, Rudolf Steiner und Oscar Schmiedel betrieben in Arlesheim in der Schweiz das Klinische und Therapeutische Institut, ein Krankenhaus mit einem neuen Heilungsansatz, anthroposophische Medizin für kranke Patienten.

Die drei Weleda-Gründer:innen kannten sich gut: Bereits während des Studiums hatte der Chemiker Oskar Schmiedel mit Dr. Wegman und Rudolf Steiner gearbeitet. Gemeinsam entwickelten Schmiedel und Wegmann das erste Mistelpräparat für die Krebsbehandlung, spannenderweise wird das auch heute eingesetzt.

So sieht die Unternehmensstruktur von Weleda aus

Weleda besteht laut eigenen Angaben aus 19 Mehrheitsgesellschaftern. Außerdem arbeiten für das Unternehmen ca. 2.000 Mitarbeiter:innen weltweit (Zahlen von 2021). Kaufen kann man Weleda-Produkte in über 50 Ländern auf allen Kontinenten.

Drei Standorte für Weleda: Der Hauptsitz von Weleda befindet sich immer noch im schweizerischen Arlesheim, unweit von Weleda Hüningen in Frankreich. Weleda Schwäbisch Gmünd ist der dritte Standort. Hier verarbeitet das Unternehmen laut seiner Website auch den Großteil der 1.000 natürlichen Rohstoffe für seine ca. 120 Naturkosmetikprodukte und mehr als 1000 Arzneimittel.

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Die Schatzkammern von Weleda und bestgehütete Geheimrezepte

Hast du schonmal von Weledas „Schatzkammern“ gehört? Die Süddeutsche Zeitung beschrieb deren Keller, in denen in gigantischen Fässern Werte von sechs Millionen Euro lägen. Hintergund: Zahlreiche der kostbaren ätherischen Öle würden mehrere Tausend Euro pro Liter kosten. Das Moschuskernöl sei sogar mehr als 10.000 Euro wert. Grundlage der wertvollen Duftmischungen zum Beispiel seien bestgehütete und sorgsam ausgetüftelte Geheimrezepte. Insgesamt ist Weledas Duft-Geschäft ein richtig teures Unterfangen, wenn man sich vorstellt, dass man ungefähr 5000 Kilogramm Rosenblätter benötigt, um einen Liter ätherisches Öl herzustellen.

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Weleda: Woher stammt der Name eigentlich?

Die germanische Prophetin und Heilerin Veleda stammen, die 70 nach Christus gelebt haben soll, soll Namenspatronin des Unternehmens sein.

Weleda soll über den größten Heilpflanzengarten Europas verfügen. Unfassbare 23 Hektar beherbergen dort über 1000 verschiedene Pflanzenarten. Spannend ist, dass einige Pflanzenarten, fast so alt wie das Unternehmen selbst sein sollen, so Tassja Dâmaso, Weledas Global Communications Manager, stylebook.de gegenüber: „Es gibt Produkte im Sortiment, die ihre Wurzeln in der Gründungszeit vor 100 Jahren haben. Dazu gehören das Pflegende Haaröl, das 1921 eingeführt wurde und bis heute nur kleine Anpassungen in der Rezeptur erhielt. Oder aber das Arnika-Massage-Öl, das seit 1926 unverändert bleibt.“

Drastischer Sparkurs und Austausch der Führung

Wenn man das Alter der Marke Weleda betrachtet, verwundert es nicht, dass in 100 Jahren natürlich auch einiges passiert ist. Der Weltmarktführer für ganzheitliche Naturkosmetik (eigene Aussagen) hätte 2011 beinahe Insolvenz anmelden müssen. Missmanagement-Vorwürfe und der darauffolgende Austausch sämtlicher Führungskräfte sowie ein drastischer Sparkurs konnten das aber abwenden.

Weleda ist mit seiner Naturkosmetik inzwischen wieder auf Erfolgskurs: 2019 wurde ein Umsatzplus von 4,1 Prozent auf 429,3 Millionen Euro verzeichnet. Der Umsatz bei Weleda-Arzneimitteln sank dagegen um 2,3 Prozent.

Nicht unumstritten: Die Philosophie hinter Weledas Arzneien

Bekanntermaßen produziert Weleda sogenannte anthroposophische Präparate. Rudolf Steiner war der Begründer der Anthroposophie, eine „umfassende, spirituell geprägte Betrachtung der Welt“, in der die Menschen „in Beziehung zum Übersinnlichen“ gesehen würden, so der Bund deutscher Heilpraktiker.

Und was ist das Besondere an der Arzneimittel-Herstellung bei Weleda? Weleda sagt, neben modernen technischen Verfahren, auch „rhythmische Prozesse“ einzusetzen. Dieser vermeintlich spirituelle Ansatz stößt auch auf Kritik. Apotheken.de berichtete zum Beispiel, dass die anthroposophische Medizin auf wenig wissenschaftlichen Grundlagen fuße und noch zu wenig untersucht worden sei. Als Ausnahme sei der zur Krebsbehandlung eingesetzte Mistelextrakt von Weleda zu sehen. Aber: Es gäbe dazu zwar Studien, die Ergebnisse seien dennoch nicht abschließend verwertbar, weil zu uneinheitlich.

Was ist das erfolgreichste Weleda-Produkt überhaupt?

Weledas Philosophie folgend basiert der Erfolg auf der Verwendung natürlicher Inhaltsstoffe und dem Fokus Nachhaltigkeit, das reicht vom Anbau der Rohstoffe über die Produktion bis zur Verpackung. Auch die strenge weltweite Kontrolle der Lieferanten und die vermeintlich faire Bezahlung sollte Weleda schon früh von der Konkurrenz abheben.

Und welches Weledaprodukt ist nun das meistverkaufte? Longseller und das erfolgreichste, weil meistverkaufte Produkt, ist die Calendula-Babycreme. Nur in einem Jahr (2017) wurden rund 4,3 Millionen Tuben allein in Schwäbisch Gmünd abgefüllt.

Quellen: sueddeutsche.de, stylebook.de, weleda.de, eigene Recherche