Frau Fesseln
Shibari Bondage wird als Fesselspiel immer beliebter. (Photo: ) Source: www.shutterstock.com/EVGENII LEONTEV

Shibari Bondage: Das steckt hinter der Kunst der Fesselspiele

Wer sich nach Abwechslung im Liebesleben sehnt, der wird schnell auf Shibari Bondage stoßen. Wir verraten, was sich hinter den Fesselspielen verbirgt.

Bondage stößt auch in Deutschland auf immer größeres Interesse. 50 Shades of Grey hat dem Trend einen neuen Schub verpasst, seitdem wird BDSM zunehmend schlafzimmertauglich. Dass es dabei nicht immer um Schmerzen und Unterwerfung gehen muss, zeigt das Fesselspiel Shibari Bondage, auch Japan Bondage genannt. Was steckt hinter der japanischen Kunst des Fesselns?

Uralte Techniken

Shibari stammt noch aus dem japanischen Mittelalter und geht zurück auf traditionelle Fesseltechniken von Gefangenen zum Transport, zur Abschreckung und zur Demütigung. Die Ursprünge von Bondage, beziehungsweise BDSM, also Unterwerfung und Demütigung, finden sich dort auch heute noch wieder. Fesselspiele werden entweder in Untergrund-Clubs oder bei privaten Parties vorgeführt

Shibari hat viel mit den klassisch gegebenen Rollen der Geschlechter in der Sexualität zu tun, mit denen wir früher oder später alle konfrontiert werden—ob wir das wollen oder nicht. Dominanz und Unterwürfigkeit ist schließlich ein fester Bestandteil der Sexualität, ganz unabhängig davon, welches Geschlecht welche Rolle einnimmt. - Raphael Bühlmann
Frau gefesselt Bauch Muster
Shibari Bondage kommt nicht ohne künstlerischen Anspruch aus.(Photo: imago images / imagebroker)

Mehr als ein Fetisch

Sex ist nicht unbedingt Teil einer Shibari-Session. Für viele ist das Rope Bondage mehr als nur ein aufregendes Vorspiel vor dem Sex, sondern auch erotische Kunst. Ästhetik, Schönheit und Genuss sind ihnen wichtiger als Erniedrigung und Dominanz. Shibari-Künstler, wie Akira Naka und Kinoko Hajime entwickeln ganze Videoinstallationen oder Live-Performances.

Wie läuft Shibari Bondage ab?

Die fesselnde Person wird Rigger, der passive Part (Rope-)Bunny genannt. Naturfaserseile, optimalerweise aus Hanf ode Jute, werden vor den Fesselspielen über einer Flamme oder mit Ölen geschmeidig macht. Moderat gebunden verletzen weichere Seile die Haut kaum noch. 

Um die Schönheit des Körpers zu betonen und hervorzuheben, werden vorwiegend die Geschlechtsteile gefesselt. Die Fesseltechniken reichen von einfachen Knoten bis hin zu richtig komplizierten Ganzkörperfesselungen. Steigerungspotential gibt es auch bei den Stellungen. Nur fitte und vor allem erfahrene Shibari-Praktizierende sollten sich an hängende Positionen an Haken trauen.

Bei der Hängefesselung Tsuri wird die Gefesselte an den Seilen an einen Haken gehangen.

Verschiedene Techniken

Es gibt verschiedene Möglichkeiten seinen Partner zu fesseln.

  • Shinju: Der Begriff ist vor allem in den USA weit verbreitet und beschreibt die Fesselung der weiblichen Brüste
  • Sakurambo: Fesselung des weiblichen Genitals
  • Karada: netzartige Ganzkörperfesselung
  • Kikko Shibari: Schildkrötenpanzer-Fesselung
  • Tsuri: Hängefesselung, bei der die Person gefesselt an einen Haken gehangen wird
  • Takate Kote Shibari: Oberkörperfesselung, bei der die Hände am Rücken fixiert werden
  • Semenawa: Ganzkörperfesselung, bei der der gesamte Körper, inklusive Finger, unbeweglich gemacht wird

Als Unterkategorie von BDSM gilt auch bei Shibari Bondage, dass Sicherheit und Gesundheit an oberster Stelle stehen. Als Kunstform sollte das erotische und kreative Erlebnis des Fesselspiels im Vordergrund stehen. Dasselbe trifft auch auf eine gefährlichere BDSM-Variante zu, Würgen beim Sex.

Wer sich beim Sex eher auf Romantik steht und sich lieber etwas Zeit lässt, sollte es mit Slow Sex probieren. Auch eine Alternative, die dich mit Sex am Morgen gemütlich in den Tag starten lässt. 

Auch eine Sex-Technik aus Ruanda kann dein Sexleben aufpeppen. Warum Pärchen Kunyaza unbedingt ausprobieren sollten, erfährst du hier. 


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