Das Sexleben im Mittelalter interessiert die Menschen von heute noch immer brennend. Der Grund dafür ist wohl, dass wir uns heute in unserer aufgeklärten Welt oft nicht mehr vorstellen können, dass so viel Unwissenheit und sexuelle Unterdrückung herrschen konnten. Tatsächlich herrschte im Europa des Mittelalters der Klerus und das Sexleben der einfachen Menschen – oder zumindest glaubte der Klerus das. In diesem Artikel werden wir aufzeigen, wie sehr das Christentum Einfluss auf das Sexleben hatte und warum ausschweifender Sex so verboten war.

Sex im Mittelalter: Das hatten die Christen damit zutun

Im Mittelalter gab es fast nichts Verboteneres als Sex. Damals hatte die christliche Kirche noch viel mehr Einfluss auf das Verhalten der Bürger und über das Leben in den Communities. Die Bibel als heilige Schrift wurde als Referenz genommen, um zu zeigen, dass Gott und Jesus Sex als etwas Schlechtes ansahen.

Sex war im Mittelalter also die verbotene Frucht und vielleicht auch gerade deswegen umso verlockender. Die Verbote rund um den Geschlechtsverkehr führten allerdings zu viel Scham und Unwissen, die teilweise heute in den Köpfen noch immer vorherrschen.

Mittelalter sex schlafzimmer
Im Mittelalter galten schlanke Menschen als hässlich, denn sie waren arm. Foto: imago/United Archives International /

Sex im Mittelalter: Deswegen hassten die Christen ihn so sehr

Auch wenn im Mittelalter ausschweifender Sex zum großen Teil verboten war, heißt das noch lange nicht, dass er nicht praktiziert wurde. Homosexualität, Prostituierte, Sexartbeiter:innen und Orgien wurden trotzdem nachgegangen. Allerdings meist heimlich.

Kleio.org beschreibt ausführlich, dass die Menschen auf dem Lande und die Nichtgeistlichen den Vorschriften der Kirche und des Klerus oft keine Beachtung schenkten, sondern selbst alles taten, was sie für richtig und gut hielten. So war es verboten, sich nackt zu zeigen. Die Menschen auf dem Lande schliefen aber dennoch im Adamskostüm in ihren Betten und gingen den sexuellen Aktivitäten nach, die sie für richtig hielten.

1. Unrein

Sex wurde im Christentum im Mittelalter als unrein angesehen. Jegliche Körperflüssigkeit, die beim Sex oder generell aus den Geschlechtsteilen austreten konnte, galt als kontaminiert. So wurden Menstruationsblut, Fäkalien und natürlich auch Sperma zu absoluten No-Gos, die nichts berühren durften. Natürlich durften Frauen generell während ihrer Periode nicht angefasst werden. Was passierte, wenn sie es doch taten? Harte Strafen.

Das Tabuthema der Periode haben wir in unserem Podcast besprochen und geschichtlich eingeordnet.

2. Endzeit

Was viele nicht über das frühe Christentum wissen ist, dass der menschliche Körper generell als unrein angesehen wurde. Das Leben des Menschen wurde von den frühen Christen sogar verabscheut.

Sie waren sich sicher, dass ihr Gott sie ohnehin bald alle ausrotten würde und sie für die Sünden bestrafen würde, die sie begangen. Das nennt man dann die Apokalypse, oder eben den Tag des Jüngsten Gerichts.

3. Jesus hat kein Wort darüber verloren

Jesus hat zwar einige Vorträge über die Liebe und das Leben gehalten. Doch er klammerte das Thema Sex meist großflächig aus. So sind die heutigen Überlieferungen aus der Bibel keine Anleitungen darüber enthalten, wie das Liebesleben aussehen kann.

4. Sex zeigt Schwäche

Der Apostel Paulus war es, der sich in der Bibel das erste Mal wirklich über Sex ausließ. Er war der Ansicht, dass die Ehe nur für diejenigen ist, die nicht frei von irdischen fleischlichen Gelüsten sind. Paulus forderte also vor allem Selbstbeherrschung von den Menschen ein.

5. Penis & Vulva schreien nach Aufmerksamkeit

Es stimmt, dass die eigenen Geschlechtsorgane oft mehr Aufmerksamkeit brauchen, als wir ihnen geben können. Wie oft habe ich schon mehr mit meiner Libido gedacht als mit dem Kopf. Allerdings war es im Mittelalter verpönt, seinen Geschlechtsorganen Anerkennung oder Aufmerksamkeit zu schenken.

Sex in der Ehe ist nur dann frei von Tadel, wenn er keine Freude bringe.

Papst Gregor

6. Obrigkeiten geben den Ton vor

Papst Gregor zum Beispiel machte seine Meinung zum Sex deutlich. Er war sich sicher, dass es keinen Sex geben sollte. Ever. Es sei denn, man macht Babys. Dann ist es ganz kurz okay.

Fazit: Sex im Mittelalter zu haben war gar nicht so leicht

Auch wenn Sex im Mittelalter viel weniger frei war als er heutzutage ist, wissen wir dennoch, dass die meisten Leute ihn dennoch hatten. Es gibt einige explizite Verse in der Bibel, die uns heute zeigen, dass damals gerne und viel gevögelt wurde. In der Bibel wird das aber umschrieben. Da heißt es beispielsweise: „Adam erkannte Eva“, „Kain erkannte seine Frau“ und „Elkana erkannte Hanna“. Im Klartext heißt das: Sie hatten Sex.

Nicht nur im Mittelalter sollte man keinen Spaß am Sex haben. Noch im 18ten Jahrhundert wurde ein Leitfaden geschrieben, der den Sex des 18ten Jahrhunderts erläuterte. Er erklärte Frauen, dass sie sich totstellen sollten, um dem Elend zu entgehen.

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