Unser Leben ist voll von Stress. Langfristig schadet er psychisch und körperlich, er gefährdet die Gesundheit, beeinflusst unser Urteilsvermögen und mindert unsere geistige Leistungsfähigkeit und unser Verlangen. Dagegen soll ein bisschen Zweisamkeit helfen. Sex gegen Stress hört sich gut an, ist aber von ein paar Dingen abhängig.

Eine Frage des Geschlechts

Sex hat alle möglichen positiven Effekte, zur Entspannung, zum Einschlafen, zur Schmerzlinderung und natürlich auch zur Stresslinderung. Beim Orgasmus werden allerhand Glückshormone freigesetzt. Bei Stress dagegen steigt der Cortisolspiegel im Blut an. Serotonin, Dopamin und Oxytocin, die am Wohlbefinden und an der sexuellen Erregung sind, werden hingegen blockiert. Die Folge: Die Lust wird gehemmt, aber unterschiedlich stark. Wie stark, ist abhängig vom Geschlecht.

Männer sind nicht so leicht gezügelt. Sie bleiben anfällig für sexuelle Reize und erhoffen sich vielleicht auf ein wenig Ablenkung durch einen körperlichen Kick. Beim Sex selbst werden dann Hormone ausgeschüttet, die den Stresskreislauf regulieren. Bei Frauen setzt der Effekt früher und auch stärker ein. Sie müssen häufiger entspannt sein und sich wohlfühlen, um Lust auf Sex zu haben.

Das heißt, dass Sex gegen Stress vor allem für Männer ein beliebtes Mittel ist, bei ihnen leichter umzusetzen ist und daher besser funktioniert als bei Frauen.

Paar im Bett
Frauen haben meist größere Probleme, sich bei Stress zu entspannen. Westend61 / getty images/Westend61 Credit: Westend61 / getty images/Westend61

Die Art des Stresses ist entscheidend

Es macht auch einen Unterschied aus, ob der Stress positiv oder negativ ist. Negativer Stress entsteht, wenn wir psychisch belastet sind. Zum Beispiel durch zu viel Arbeit, anstehende Deadlines oder persönliche Konflikte mit Kolleg:innen oder Bekannten. Tagtäglich unter diesen Belastungen zu stehen, macht nicht nur müde, kaputt und löst Schlafstörungen aus, sondern macht auch weniger Lust auf Sex. Die Folge sind Libidoverlust und Erektionsstörungen. Schlicht gesagt: Unsere Fortpflanzungsorgane werden nicht mehr gebraucht, weil durch das erhöhte Stresshormonlevel weniger Geschlechtshormone produziert werden.

Ganz im Gegenteil dazu kann Stress auch Bock auf Sex machen. Nicht jeder Stress ist schlimm, manchmal stehen wir zwar unter Zeit- und Leistungsdruck, fühlen uns aber psychisch überhaupt nicht negativ belastet. Sportler:innen, die beispielsweise im Finale der Olympischen Spiele stehen, sind auch unter Stress, haben aber unheimlich Lust auf das Finale. Von Libidoproblemen sind die wahrscheinlich weit entfernt.

Hauptsache Glückshormone

Die Glückshormone werden übrigens auch bei Selbstbefriedigung freigesetzt. Viele der positiven Effekte von Sex lassen sich so nachahmen. Auch regelmäßige Alltagskontakte können helfen. Wenn wir beispielsweise jemanden umarmen, beruhigt und lindert dieses Gefühl den Stress in uns.

Auch kleine Psycho-Tricks können dir zu mehr Sex verhelfen. Zum Beispiel, indem du zur richtigen Bettwäsche greifst.

Kein Sex mehr? Warum die Ehe ein Sex-Killer sein kann und wie ihr da wieder rauskommt.

Außerdem: Diese Dinge passieren mit deinem Körper, wenn du keinen Sex mehr hast.