Ich liebe Sex und sexuelle Abenteuer. Aber ich habe einen einfachen Grundsatz: Never fuck the company. Wenn ich eines weiß, dann, dass es nie, nie niemals eine gute Idee ist, etwas mit Kollegen oder gar dem Chef anzufangen. Viele sehen das allerdings anders und lieben gerade den Reiz des Verbotenen oder Gefährlichen, wenn sie nur an Sex auf der Arbeit denken. In diesem Artikel zeige ich dir ein Für und Wider für ein Techtelmechtel am Arbeitsplatz.

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Sex auf der Arbeit: Das spricht dafür

Versteht mich nicht falsch: Den Reiz, mit einem Kollegen oder Vorgesetzten zu flirten, kann ich durchaus nachvollziehen. Bei einer 40-Stunden-Woche verbringt man den Großteil seines Lebens auf der Arbeit. Trifft man hier auf jemanden, den man optisch anziehend findet und den man auch noch gut riechen kann, lassen erste flirty conversations oft nicht lange auf sich warten.

Flirten ist ohnehin aufregend. Es ist allerdings ein Unterschied, ob ich ein Date in einer Bar habe und die Situation eindeutig sexuell aufgeladen ist. Hier weiß ich, dass wir problemlos die Frage Zu dir oder zu mir? klären und eine Stunde später unseren Gelüsten nachgehen können. Flirten am Arbeitsplatz ist in einem ganz anderen Maß aufregend.

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Ein Flirt unter Kollegen prickelt gleich doppelt, da man das Gefühl hat, ein Geheimnis zu haben. Credit: IMAGO / Addictive Stock

Denn Flirten am Arbeitsplatz fühlt sich immer auch etwas verboten an. Zwar ist in den meisten Arbeitsverträgen keine Klausel zu finden, die das Anbändeln untersagt, dennoch ist man hier in einem Kontext unterwegs, der sonst keineswegs sexy aufgeladen ist. Braucht es in der Bar eine Berührung am Knie und tiefe Blicke im Kerzenschein, genügt auf der Arbeit bereits ein kleiner Streif am Arm im Kopierraum, um die Funken fliegen zu lassen.

Es ist also durchaus nachvollziehbar, dass viele die Tür des Kopierraums hinter sich schließen und sich dem Sex auf der Arbeit hingeben wollen. Die Gefahr, jederzeit erwischt zu werden oder das Techtelmechtel vor den Kolleg:innen geheim zu halten, gibt den gewissen extra Kick und verspricht aufregende Orgasmen. Für viele ist Sex auf der Arbeit daher auf ihrer Sex-Bucket-List. Nicht aber auf meiner. Und das aus drei guten Gründen…

Die Nachteile von Sex am Arbeitsplatz überwiegen

Sex am Arbeitsplatz verspricht eine aufregende Erfahrung zu sein. Dennoch plädiere ich dafür, die Hose in der Firma geschlossen zu halten und besser zwei Mal über die Konsequenzen nachzudenken. Das spricht gegen Sex am Arbeitsplatz:

1. Von Abmahnung bis Kündigung

Zwar verbieten die meisten Arbeitsverträge nicht explizit Sex am Arbeitsplatz, implizit aber sehr wohl. Denn wer sich am Arbeitsplatz beim Techtelmechtel erwischen lässt, geht privaten Betätigungen während der Arbeitszeit nach. Und dieses Verbot ist in den meisten Arbeitsverträgen zu finden. Wer während der Arbeit Sex hat, erbringt keine Arbeitsleistung und das kann zu Abmahnungen bis hin zu einer Kündigung führen.

Das Liebesspiel in der gesetzlich festgeschrieben Pause stattfinden zu lassen, ist ebenfalls keine Alternative. Hier gilt immer noch das Hausrecht des Arbeitgebenden sowie die Betriebsordnung.

Im Übrigen muss man nicht in flagranti beim Sex auf der Arbeit erwischt werden. Es genügt, wenn der Fall von einem Kollegen oder einer Kollegin gemeldet wird. Im Nachhinein mit dem Sexabenteuer hausieren zu gehen, ist also keine gute Idee. Wer sich jetzt denkt: Aber wenn ich mit dem Chef oder der Chefin schlafe, kann mir sicher nichts passieren, der irrt gewaltig.

Den Sex mit dem oder der Vorgesetzten kann als sexueller Missbrauch der Schutzbefohlenen geahndet werden. Kurzum: Wem sein Job lieb ist, sollte Sex auf der Arbeit besser ausfallen lassen.

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Auf der Arbeit Sex zu haben bedeutet, dass man Privates während der Arbeitszeit verrichtet. Das ist ein Kündigungsgrund. Credit: IMAGO / Addictive Stock

2. The Aftermath

Sex auf der Arbeit ist aber nicht nur während der heißen Phase eine schlechte Idee. Auch wenn sich die Beziehung wieder abgekühlt hat, kann das frühere Liebesspiel zum Problem werden. Schlafen Kolleg:innen miteinander und gehen im worst case im Schlechten auseinander, entsteht eine angespannte Arbeitsatmosphäre, die auch den anderen Angestellten nicht entgehen wird. Das ist toxisch für jedes Team.

Durchbricht die Liaison dann auch noch verschiedene Hierarchien, ist die Katastrophe komplett. Entgegen aller feministischen Bestrebungen der heutigen Zeit wird es leider immer Stimmen geben, die dann mit Phrasen wie sich hochschlafen um sich werfen. Ein Umstand, den man getrost ignorieren und darüberstehen kann. Den man aber auch einfach umgehen kann, indem man Sex weiterhin zur Privatangelegenheit erklärt.

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Als wäre der Job nicht stressig genug, sorgen Liaisons auf der Arbeit für noch mehr Probleme. Credit: IMAGO / Addictive Stock

3. Klima für sexuelle Belästigung

Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung allein da. Aber ein Arbeitsplatz, an dem viel geflirtet wird und an dem Angestellte auf der Arbeit miteinander schlafen, lädt zu einem Klima ein, das sexuelle Belästigung befördert. Ich weiß zwar, dass ein Großteil der Deutschen ihren Partner oder ihre Partnerin auf der Arbeit kennenlernt. Darauf anlegen sollte man es allerdings nicht.

Der Arbeitsplatz sollte ein Ort sein, an dem man professionell miteinander umgeht und seiner Arbeit nachgeht. Er sollte ein safe space für alle sein, die Geld verdienen müssen und keiner, der vielleicht ungewollte Armstreifer im Kopierraum bedeutet.

Sex am Arbeitsplatz? Never fuck the company

Nennt mich Moralapostel, aber nach einer gründlichen Betrachtung scheint mir Sex am Arbeitsplatz schlicht eine schlechte Idee zu sein. Kein Orgasmus der Welt ist es wert, sich mit den oben genannten Konsequenzen auseinandersetzen zu müssen. Daher bleibe ich meinem Grundsatz auch weiterhin treu. Und du? Was sagt du zu dem Grundsatz Never fuck the Company?

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