Bist du eine Femdom? Deine Partner:in verhält sich unterwürfig und dir gefällt eine dominante Rolle? Du bist sogar ein bisschen sadistisch veranlagt? Ein Klaps auf den Hintern oder etwas mehr macht dir Spaß – solange du die Ausführende bist?

Die Zeiten, in denen hauptsächlich Dominas in die Rolle der dominierenden Person im Schlafzimmer schlüpfen, sind längst vorbei. Heute ist es nicht mehr ungewöhnlich, wenn sich ganz „normale“ Frauen trauen, ihre Träume, Fantasien und Vorlieben zu auszuleben.

Frau Domina
Finde heraus, was Femdom alles beinhaltet. Foto: canva.com/ Aleksandr Korchagin

Werde dir deiner Position im Femdom bewusst:

Bist du lieber aktiv und dominant oder passiv und unterwürfig?  Dafür können schon kleine Anzeichen im Schlafzimmer wegweisend sein. Hältst du deiner Partner:in während des Sex gerne die Hände über dem Kopf zusammen? Das Spiel zwischen Widerstand und Nachlassen macht dich total an? Durch welche Handlungen sich deine Erregung steigern lässt, kann dir einiges über deine Präferenz im Schlafzimmer sagen.

Offenheit ist key

Suche in einem sicheren und vertrauten Moment das Gespräch, in dem ihr über eure Wünsche, Fantasien und Vorstellungen redet. Das braucht vor allem Übung, denn oft spielt dort Angst vor Ablehnung mit in diese Situationen. Wenn du aber selbst offen in das Gespräch gehst, kann sich deine Partner:in viel leichter von Ängsten frei machen.

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Der Fantasie ist beim Ausprobieren und Herausfinden deiner Vorlieben keine Grenzen gesetzt

Probiert euch in den Praktiken des Femdoms aus

Häufige Dominanzspiele sind die im SM weitverbreiteten Praktiken. Dazu können Fesselspiele, die Anwendung von heißem Wachs oder Eis beim Sex gehören. Auch Rollenspiele gehören dazu, für die du dich und deine Partner:in entsprechend einkleiden könnt.

1. Erziehung

Außerdem können auch Erziehungsspiele und das sogenannte Teasing-and-Denial (scharfmachen und verweigern) Anwendung finden. Essenziell ist aber immer, dass du der dominante Part bist und deine Partner:in der devote.

Du kannst auch Reinigungsrituale wie Boden schrubben, Wäschewaschen oder Schuhe putzen in deine Aktionen mit einbeziehen, um die andere Person gefügig zu machen. Mittlerweile gibt es auch viele Partys, die ausschließlich für Frauen sind, die ihre dominante Seite ausleben, die du mit deiner Partner:in besuchen kannst.

2. Erniedrigung

Der Wunsch, die dominante Person zu sein ist genauso sehr vertreten, wie der Wunsch nach Erniedrigung. Vielen Männern, aber auch Frauen gefällt es, sich einer Herrin auszusetzen. Das kann von sehr extremen Praktiken vom Urinieren in das Gesicht bis hin zu ausschließlich verbaler Erniedrigung gehen.

Egal welche Praktik, alles muss ausführlich abgesprochen und in einem menschlich vertretbaren Rahmen stattfinden. Wenn du als Femdom deiner Partner:in befiehlst, dass du nur noch mit „Herrin“ oder „Lady“ angesprochen wirst, dann ebnet das den Weg zu einer Erniedrigung.

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Rollenspiele sind ein zentraler Teil von Femdom Foto: IMAGO / McPHOTO

3. Rollenspiele

Für den Zweck einer Erniedrigung die Femdom der anderen Person viele Rollen zuweisen. Das kann ein Sklave oder Zögling sein oder dir wird als Gefangener oder domestiziertes Haustier gedient.

Eine Herauslösung aus dem jeweiligen Geschlecht ist auch möglich. So wird im männlichen Beispiel dein Partner eine Zofe, Schülerin oder gar eine Puppe sein. Beim Letztgenannten erfolgt sogar eine Umwandlung in ein Objekt.

Für solche Rollenspiele kannst du eine Reihe von Hilfsmitteln nutzen, die du dann in das Spiel mit einbringst. Du kannst beispielsweise deinem Gefangenen die Hände oder die Augen verbinden und ihm oder ihr Kleidungsstücke zuweisen, die zu der Rolle passen. Um ein Gefühl für das Rollenspiel zu bekommen, kannst du auch erst eine Einführungsszene spielen.

Femdom
Bestrafung geht sehr eng mit Kommunikation einher. Sei dir deiner Verantwortung bewusst!

4. Strafen

Bei Regelverstößen, gegen Regeln, die ihr davor miteinander ausgemacht habt oder Ungehorsam, kannst du als Femdom Strafen einführen und umsetzen. Welche Art von Bestrafung für beide Seiten in Ordnung ist, sollte wie alles in einem Rahmen stattfinden, den ihr vorher festgelegt habt.

5. Sicherheit, Freude und vor allem Spaß

Du musst dir als dominanter Part deiner Verantwortung bewusst sein. Du bist nämlich sowohl für die Gesundheit, als auch für die Sicherheit des anderen zuständig. Das geht von der körperlichen über die psychische Ebene und sollte mit Codewörtern geschützt werden, damit dir dein Partner zu jedem Zeitpunkt signalisieren kann, dass es ihm zu viel ist.

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Zum Ausleben deiner Vorlieben braucht es keine Partnerschaft. Gott sei Dank gibt es das Internet. Foto: canva.com/ Aleksandr Korchagin

Femdom außerhalb einer Partnerschaft

Deine Dominanz kannst du entweder mit deiner Partner:in, oder mit anderen willigen unterwürfigen Menschen, die du über Anzeigen finden kannst, ausleben. Dabei ist die Kommunikation im Vorhinein noch entscheidender.

Es gibt eine ganze Reihe von Praktiken, die du anwenden kannst, aber die Tabus sollten auf jeden Fall festgelegt werden, damit klar ist, wo genau die Grenzen liegen. Schließlich wollen beide Seiten Spaß haben und es soll beim erotischen Spiel keine Missverständnisse geben. Dazu ist auch das Ausfüllen eines Fetisch-Fragebogens sehr hilfreich.