Sex

Feeding Fetisch – wie das Mästen anderer zur Erotik verkommt

Die Liste verrückter Sex Trends ist lang: F wie Feeding Fetisch beschreibt die sexuelle Erregung durch das Füttern bis zum Übergewicht. Und bis zum Orgasmus.

Frau wird gemästet
Was steckt hinter dem sogenannten Feeding Fetisch? (Credit: istock, LightFieldStudios)

Na, auch schon mal einen Nachtisch geteilt und vom Partner den Dessertlöffel in den Mund stecken lassen? Beim sogenannten Feeding Fetisch ist der Löffel nur eben etwas größer und üppig gefüllt mit hochkalorischen Mahlzeiten. 

Er wird dem sogenannten Feedee mit einer systematischen Regelmäßigkeit einverleibt, damit dieser bald schon die 130 kg Marke knackt und sexuell attraktiver wird.

Die Terminologie des Feeding Fetisch

Richtig gelesen: Dem Feedee, also dem Gefütterten, wird Essen einverleibt. Dieser Fetisch hat gar eine eigene Terminologie entwickelt: Derjenige, der bei dieser Form des abweichenden Sexualverhaltens füttert, wird dann Feeder genannt. 

Beim Feeding Fetisch, auch Feederism oder Fat Fetishism genannt, geht es darum, den Feedee soweit zu nähren, bis er für den Feeder als sexuell attraktiv gilt. Hier liegt im Übrigen auch der Unterschied zur Fat Admiration, bei der sich gezielt ein bereits übergewichtiger Partner ausgesucht wird.

Dass Essen und Sex für viele zusammengehört, ist im Übrigen auch beim sogenannten Sploshing gängig. Feeding hängt allerdings vor allem mit Fast Food zusammen und hat sich vorranging, wie könnte es anders sein, in den USA hervorgetan.

Waage
Beim Feeding Fetisch wird Übergewicht angestrebt, welches als sexuell erregend empfunden wird.

Was steckt hinter dem Fetisch?

Allgemein empfinden bei diesem Fetisch beide Beteiligten sexuelle Erregung, wenngleich der Feedee eher dem Feeder als Fetisch-Objekt dient. Meist handelt es sich um heterosexuelle Beziehungen, in denen ein (meist normalgewichtiger Mann) eine Frau füttert. 

Wobei sich im Internet immer mehr Frauen finden, die auch Männern beim extremen Zunehmen zuschauen möchten. Mal abgesehen von den Frauen, die richtig Cash damit machen, weil sie vor der Webcam ordentlich reinhauen. Auch der neue Trend ASMR-Eating ist für Feeder der Hit.

Wenn die Range der Gewichtszunahme auch stark variieren kann: Wir sprechen hier nicht von 10 kg, die zugenommen werden, wie es schnell mal in einer Langzeitbeziehung passieren kann. Feeder machen ihre zuvor normalgewichtigen Partner adipös.

Ab wann man sich die Frage „Bin ich zu dick“ tatsächlich stellen sollte, liest du hier. Und warum Body Shaming dennoch ein absolutes No-Go ist, erfährst du hier.

Symbolbild
Feedees befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis: psychologisch wie auch körperlich.

Die Klassifikation von Feeding

Beim Feeding-Fetisch wird das Essen als Ritual zelebriert. Psychologen sind sich bis heute uneinig, ob es sich hierbei einfach um eine sexuelle Neigung handelt, die deutlich von der empirischen Norm abweicht (Paraphilie) oder ob es sich um eine Vorliebe handelt, bei der die Unförmigkeit des Körpers im Fokus steht. Wie Sex Fetische allgemein entstehen, liest du hier. 

Worin sie sich einig sind: Beim Feeding handelt es sich um eine Abhängigkeitsbeziehung, bei der der Feeder in der dominanten Position ist. Wenngleich solche Aussagen aus einem Interview mit einem Feeder auch diese Annahme revidieren: 

Ich mag es mehr, wenn eine Frau mich dominiert. Ich wünschte, eine 200 kg schwere Dame würde sich auf mich setzen und ihren Bauch zusammendrücken. – ein begeisterter Feeder

Die psychologische Betrachtung

Fakt ist allerdings, dass Feeding mit einer psychischen Abhängigkeit einhergeht, die nicht selten in einer physischen Abhängigkeit enden kann. Immerhin werden nicht wenige Feedees derart adipös, dass sie nicht mehr in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen. In Extremfällen enden die Gefütterten gar als Pflegefälle

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Manchmal werden Feedees auch unwissentlich gefüttert.

Besonders perfide sind die Fälle, in denen das Feeding nicht auf beiderseitigem Einverständnis erfolgt, sondern geheim durch das Unterrühren von Öl und Zucker erfolgt. Oder aber, wenn Partner manipulatives Verhalten an den Tag legen, um das mangelnde Selbstwertgefühl ihrer Partner ausnutzen.Tipps, um dein Selbstbewusstsein zu stärken haben wir hier für dich.

Welche Folgen hat der Fetisch?

So sexuell erregend dieser Trend auch sein mag, auf lange Sicht nimmt er Einfluss auf das Sozial- und Alltagslebens des Feeding Couples. Davon mal abgesehen ist es vor allem gesundheitlich bedenklich, sich diesem von vielen als süchtig machenden Trend beschrieben, hinzugeben. Dieser Trend und die damit einhergehende Adipositas, zieht zahlreiche teils lebensbedrohliche Krankheiten nach sich:

  • Bluthochdruck
  • Extrem erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
  • gestörter Zuckerstoffwechsel bis hin zu Diabetes mellitus
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Verstärkte Blutgerinnung
  • Gicht, Wirbelsäulenkrankheiten, Arthrose
  • Gallenblasenerkrankungen, Fettleber, Refluxkrankheit
  • Demenz
  • Hormonstörungen: Beispielsweise eingeschränkte Fruchtbarkeit und erhöhte Komplikationsraten während der Schwangerschaft
  • Lungen- und Atemprobleme 
  • Schlafapnoe
  • Krebs

Außerdem liegen die Chancen zusätzlich an einer Depression oder Angststörung zu erkranken sehr hoch. Bei dieser langen Liste an Folgen hat sich nun auch die Fat Acceptance Bewegung, die das Feeding lange Zeit als Teil ihrer Bewegung akzeptierten, gegen diesen gefährlichen Fetisch ausgesprochen.
 

Feeding Fetisch: Von vielen belächelt, von vielen zelebriert

Als Außenstehender wird man diesen und andere verrückte Sex Trends belächeln und vor allem die gesundheitlichen Bedenken in den Raum werfen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass Feeder sich ihre Vorlieben nicht zwingend aussuchen – bis heute gibt es keine befriedigende Erklärung, wie sich Paraphilien entwickeln. 

Viele verstehen ihre sexuelle Vorliebe zudem selbst nicht als anormal. Dennoch, wer andere durch seine sexuellen Vorlieben gefährdet, sollte eine Therapie oder Selbsthilfegruppe zumindest in Betracht ziehen. 

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