Wer die Serie Masters of Sex gesehen hat, der kennt dir Ursprünge der Sexualforschung. Die Show begleitet die Arbeit von Gynäkologe William Masters und der Wissenschaftlerin Virginia Johnson, die in den 50ern erstmals die weibliche Sexualität erforschten. Die beiden waren die Ersten, die umfassende Beobachtungen zur Erregung bei Frauen aufzeichneten. Viele der Anzeichen, die ich dir heute vorstellen werde, geht auf ihre Arbeit zurück.

Erregung bei Frauen & bei Männern haben viel gemeinsam

Masters und Johnson teilten die sexuelle Reaktion bei Menschen in vier Phasen ein, die sich der sexuelle Reaktionszyklus nennt. Die erste Phase dabei ist die Erregungsphase und diese wollen wir genauer unter die Lupe nehmen. Die Phase der Erregung kann bei Frauen und Männern von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden anhalten und muss gar nicht immer mit bevorstehendem Sex verbunden sein.

Und natürlich gibt es bei Frauen und Männern Gemeinsamkeiten, die sexuelle Erregung verraten können: ein steigender Puls und Blutdruck, eine bessere Durchblutung des Genitalbereichs, Lubrikation der Genitalien und das Anschwellen der Geschlechtsorgane. Seit diesen ersten Beobachtungen hat sich viel getan und viele weitere Anzeichen von Erregung wurden bei Frauen gefunden.

10 Anzeichen von Erregung bei Frauen

Ein paar Anzeichen hast du jetzt schon gehört, aber besonders innere Prozesse sind oft schwer zu erkennen. Deshalb zeige ich dir, wie du auch diese erkennen kannst. Lasst uns mit den ersten, schwächeren Anzeichen starten und in immer größere Erregung vordringen.

1. Der Atem wird flach & der Puls erhöht sich

Diese Anzeichen von Erregung haben Frauen und Männer gemeinsam, denn bei beiden steigt der Puls bei sexueller Erregung und zwar schon sehr früh. Natürlich kannst du nicht mit einem Pulsmesser neben deiner (Sex)Partnerin sitzen, aber es gibt gute Indikatoren für einen erhöhten Puls durch eine flache, schnelle und lautere Atmung. Auch lange, seufzende Ein- und Ausatmungen können sexuelle Erregung anzeigen.

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2. Die Pheromone sprühen

Dieser Punkt ist für dich als Beobachter:in nicht bewusst wahrnehmbar, aber eine Frau, die von dir erregt ist, sendet Pheromone aus. Dein Körper kann diese wahrnehmen und davon stimuliert werden. Zwei Menschen, die sich erregend finden, machen sich also schon durch Pheromone gegenseitig noch heißer.

  • Fun Fact: Männer bekommen einen Ego-Boost, wenn sie weibliche Sexualpheromone schnüffeln und fühlen sich attraktiver.

3. Erogene Zonen werden sensibel

Dieses Zeichen von weiblicher Erregung kannst du zwar nicht sehen, aber du kannst sie testen: Reagiert sie mit einem wohligen Schauer, wenn du ihren Nacken streifst oder ihren Oberschenkel? Die Chancen stehen gut, dass sie sexuell erregt ist, denn erogene Zonen werden bei sexueller Erregung sensibler. Alle erogenen Zonen einer Frau erklären wir hier.

Frau Unterwäsche
Eine Frau hat viele erogene Zonen. Foto: imago images / Westend61 /

4. Die Pupillen weiten sich

Für Amateur:innen ist diese Reaktion vermutlich schwer zu erkennen, außer ihr macht gerade einen Blinzelkontest: Bei Frauen und Männern kann sich bei Erregung, aber auch bei sexueller Anziehung die Pupille vergrößern. Warum passiert das?

Es wird angenommen, dass die höhere Sauerstoffzufuhr (durch den erhöhten Puls) und die Dopaminausschüttung daran schuld sind. Beide haben nämlich nachgewiesenermaßen einen Effekt auf die Pupillengröße. Wirst du also mit großen Kulleraugen angeschaut, steht die Person möglicherweise auf dich. Oder sie ist auf Drogen.

  • Fun Fact: Die Pupillen von Frauen vergrößern sich am häufigsten in ihrer fruchtbaren Phase bei sexuellem Interesse.

5. Die Gentialregion wird durchblutet

Dieses Anzeichen kannst du tatsächlich erst selbst wahrnehmen, wenn du sie nackt vor dir siehst. Denn die bessere Durchblutung sorgt bei vielen Frauen dafür, dass sich die Farbe der Genitalien, des Genitalbereichs und der Nippel ändert und je nach Hautfarbe, röter oder dunkler wird.

Frauen und Männer können außerdem ein Pochen in der Region spüren, allerdings kannst du das als (Sex)Partner:in nicht wahrnehmen.

Frau Brüste
Brüste könne anschwellen und Nippel & Brustwarzen werden härter. Credit: IMAGO/ Addictive Stock

6. Die Nippel werden hart

Nippel werden bei Erregung hart, weil die Region um die Nippel sich anspannt. Dadurch wirken auch die Brusthöfe härter und bekommen eine leichte Struktur. Allerdings können angeschwollene und erregte Brusthöfe auch dafür sorgen, dass Nippel gar nicht erregt aussehen, obwohl sie das sind, weil das Gewebe darum bereits so angeschwollen ist.

Nippel können auch bei Männern hart werden. Allerdings solltest du dieses Zeichen nur in Kombination mit anderen Anzeichen als Erregung deuten, denn bei manchen Frauen regen sich die Nippel gar nicht und es gibt auch noch viele andere Gründe für harte Nippel.

7. Die Brüste schwellen bis zu 25 % an

In der zweiten Phase der Erregung, der Plateauphase, können weibliche Brüste 20 bis zu 25 % anschwellen. Für Frauen spannen die Brüste dann leicht und sind sensibler. Das Gefühl ist vergleichbar mit geschwollenen Brüsten während der Periode. Allerdings trifft dieses Symptom von sexueller Erregung nicht auf alle Frauen zu.

8. Die Schamlippen & die Klitoris schwellen an

Nicht nur bei Männern schießt das Blut in die Genitalien, auch bei Frauen sorgt es dafür, dass Schamlippen und Klitoris anschwellen. Bei Frauen mit Innies (mehr zu im Artikel über Innies & Outies) kann es sogar sein, dass die Schamlippen so anschwellen, dass die inneren Schamlippen herauskommen.

Auch die Klitoris kann aus ihrem „Versteck“ hervorschauen und ist so besser erreichbar für eine mögliche bevorstehende Stimulation. Diese Beobachtung machten schon Master und Johnson.

9. Lubrikation: Sie wird feucht

Eine feuchte Vulva und Vagina ist DAS Anzeichen schlechthin für sexuelle Erregung bei Frauen. Allerdings muss beides nicht immer Hand in Hand gehen. Es gibt Frauen, die nicht besonders feucht werden können. Bei anderen kann das tagesabhängig sein. Auch Dehydrierung kann dafür sorgen, dass sie nicht feucht wird beim Sex.

  • Fun Fact: Die Feuchtigkeit kommt übrigens aus den Bartholin-Drüsen. Diese sitzen direkt vor dem Vaginaeingang noch auf den Schamlippen und auch in der Vagina selbst und sind immer etwas feucht. Bei Erregung produzieren allerdings noch mehr Sekret.
Selbstbefriedigung
Lubrikation ist das Feuchtwerden der Genitalien. Foto: Unsplash /

10. Die Vagina wird länger & weitet sich um bis zu 200 %

Bei großer Erregung weitet sich die Vagina in der zweiten Phase. Das geschieht durch verschiedene Prozesse: Der Uterus verändert seine Lage nach oben, dadurch ist der Vaginaltunnel länger und kann sich weiten. Gleichzeitig sorgt die angeschwollene Klitoris dafür, dass bestimmte Regionen in der Vagina anschwellen.

Gleichzeitig entspannen sich die Muskeln um den Vaginaeingang, dadurch kann ein Penis, Toy oder Finger besser eindringen.

Fazit: Erregung bei Frauen zeigt sich immer durch die Kombination verschiedener Anzeichen

Alle, die sich mit Körpersprache auskennen, wissen: Ein Anzeichen ist kein Beweis. Du musst immer mehrere Signale kombinieren für eine sichere Schlussfolgerung. Also halte nach einer Kombination dieser Anzeichen Ausschau. Und denke daran, dass Erregung bei jeder Frau anders aussehen kann. Im Zweifelsfall kannst du auch einfach fragen, ob die Frau Lust auf dich hat. Mit der nötigen Selbstsicherheit kann das sehr sexy sein.

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