Die Morgenlatte ist den meisten Menschen bekannt. Allerdings wird dieses Phänomen vor allem bei Männern beobachtet und ist hier sehr viel bekannter als bei Frauen. Um so überraschter sind die Menschen, wenn sie erfahren, dass Vulven am Morgen etwas ganz Ähnliches durchmachen wie die Penisse. Hier erfährst du, was die Morgenlatte bei Frauen bedeutet und wie sie funktioniert.

Weitere Mythen über Sex klären wir im Podcast auf.

Morgenlatte bei Frauen: Was passiert denn da?

Bei Frauen von einer Morgenlatte zu sprechen, ist eigentlich ein Paradox. Eine biologische Frau mit einer Vuvla hat keine Latte, wie sie sich morgens beim Penis aufbaut. Auch wenn eine Morgenlatte bei Frauen ganz anders aussieht als bei Männern, greifen hier ähnliche Mechanismen vor.

Die männliche Morgenlatte

Bevor wir klären, was die Morgenlatte bei Frauen ist, wollen wir kurz auf die viel bekanntere Morgenlatte bei Männern eingehen. Die ist sichtbarer und deswegen logischerweise auch bekannter.

Männer wachen morgens regelmäßig mit einer Erektion auf – der sogenannten Morgenlatte. Lange Zeit galt das in der Wissenschaft als ein Anzeichen dafür, dass die Harnblase der Männer gefüllt war und der Mann schlichtweg auf die Toilette gehen musste, um die Morgenlatte loszuwerden. Doch diese Annahme ist längst überholt:

Tatsächlich haben Männer nämlich mehrere Erektionen in der Nacht. Je nachdem, wie tief sie schlafen und wie viel Sauerstoff in den Organismus gelangt, haben sie in der Nacht immer wieder Erektionen, die wieder abklingen. Die Morgenlatte bei Männern ist das Überbleibsel der letzten Erektion in der Nacht.

Wir wissen also nun: Die Morgenlatte ist ein unbewusster und nicht unterdrückbarer Bestandteil des Schlafzyklus und muss nicht einmal bedeuten, dass der Mann einen sexy Traum hatte. Und wie sieht das bei einer Morgenlatte bei Frauenn aus?

Klitoris uterus scheide vagina vulva
Die Klitoris ist – wie der Penis – ein Schwellkörper. Und das ist schon der ganze Zauber. (Photo: istock.com/ilbusca)

Die Morgenlatte bei Frauen entsteht im Schlaf

Das funktioniert so: Während wir schlafen, ist unsere Vagina hellwach und arbeitet – so wie der Rest des Körpers. Während der REM-Phase, also der Phase, in der unser Hirn am aktivsten ist und wir träumen, kann der Blutfluss untenrum steigen. Unsere Klitoris ist, wie der Penis beim Mann, ein Schwellkörper.

Was viele nicht wissen ist, dass die Klitoris ein großes Geschlechtsorgan ist, das bis tief in den Körper der Frau hineinragt. Von außen ist lediglich ein kleiner Teil der Klitoris sichtbar, der Rest ist innerhalb der Vulva gewachsen.

Die Klitoris schwillt also genau wie der Penis an. Während der REM-Phase passiert das, was mit uns auch passiert, wenn wir sexuell erregt sind: Der Körper pumpt sauerstoffreiches Blut durch das Gewebe des Körperss. So werden die Klitoris und die Schamlippen größer und die Vagina feucht.

REM-Phase genau das, was auch passiert, wenn wir sexuell erregt sind: Sauerstoffreiches Blut wird in das Genital-Gewebe gepumpt, wodurch nicht nur die Klitoris, sondern auch die Schamlippen größer und rötlicher werden können und die Vagina wird feucht.

Morgenlatte bei Frauen darf gern genutzt werden

Ebenso wenig wie beim Mann hat die Morgenlatte bei Frauen irgendetwas mit „feuchten Träumen“ zu tun. Dass unsere Schamlippen anschwellen, muss nicht bedeuten, dass wir sexuell erregt sind. Dennoch spricht nichts dagegen, die – sagen wir – günstige Ausgangslage für eine Nummer am Morgen zu nutzen. Diese regt nämlich den Kreislauf an und und sorgt für einen entspannten Start in den Tag.

Noch mehr Sex gibts hier: Wir haben für dich die Sex-Trends der Zukunft herausgefunden. Außerdem gibt es eine neue wmn weekly sexperience: Die Sex-Brezel klingt nicht nur lecker, sondern ist es auch.

Noch mehr Vulva-Fakten?