Innenstädte veröden wegen Corona
Wegen Corona: Unsere Innenstädte veröden. Experten warnen sogar vor einer Insolvenzwelle (Photo: Naumova Ekaterina/ shutterstock) Source: Naumova Ekaterina/ shutterstock

Wegen Corona: Das passiert gerade mit unseren Innenstädten

Experten warnen davor, dass sich die Innenstädte durch die Corona-Krise verändern werden. Wie genau & was das für uns bedeutet, liest du hier.

Die Verzweiflung wächst! Denn der Einzelhandel wurde von der Corona-Krise besonders hart getroffen. Rund 30 Milliarden Euro hat die Branche bisher verloren. Und ein Ende der brenzligen Lage ist längst noch nicht in Sicht.

Was diese Situation für unsere Innenstädte bedeutet und wie sich das Shopping-Erlebnis verändern wird, erfährst du hier.

Innenstädte: Die Opfer der Corona-Krise

Die Angst davor, sich in der Menschenmasse mit dem Virus anzustecken und auch die Maskenpflicht führen dazu, dass viele Verbraucher nicht mehr in der Innenstadt shoppen wollen. Oder sich nur kurz in den Geschäften aufhalten. Ihre Alternative: das Online-Shopping.

Trotz aller Schwierigkeiten der Branche hebt sich besonders ein großer Verlierer hervor. Nämlich die sehr gut besuchten Top-Adressen in den Großstädten. Denn normalerweise kommen zahlreiche Touristen aus allen Ländern der Welt zum Schlendern vorbei. Doch genau dieses Konzept geht in Zeiten einer Pandemie, die geprägt ist von Reisewarnungen und Lockdowns, nicht mehr auf.

Joachim Stumpf, der Geschäftsführer der Handelsberatung BBE zieht deshalb das Resümee: "Corona hat in den Innenstädten alles durcheinandergewirbelt."

Corona hat in den Innenstädten alles durcheinandergewirbelt. – Joachim Stumpf

Schneller erholen werden sich die kleineren Städte. Denn sie profitieren davon, dass hier nicht so viele Menschen aufeinander treffen wie in einer Metropole.

Zweite Insolvenzwelle wird erwartet

Wer allerdings auf eine bessere Zukunft für die Innenstädte hofft, dürfte enttäuscht werden. Denn bislang weiß niemand, wie lange die Corona-Pandemie noch andauern wird. Hinzukommt, dass die Händler vom Staat Zuschüsse und günstige Kredite erhalten haben. Doch diese Kredite müssen sie in Zukunft zurückzahlen.

Manche Innenstädte müssten aber auch besser angebunden und verschönert werden. Da aber die Kommunen aufgrund der Corona-Krise weniger Geld haben, könnten wichtige Investitionen verschoben werden. Aber auch die Etats für Stadtfeste könnten gekürzt werden und Sponsoren, die ebenfalls von der Pandemie betroffen sind, könnten abspringen.

Doch gerade solche Veranstaltungen sind für viele Innenstädte essenziell. Denn bereits heute weiß man, dass das Erfolgskonzept von Städten auf einer engen Verzahnung von Handel, Dienstleistungen, Gastronomie, öffentlicher Verwaltung und Wohnen beruht.

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Corona: Innenstädte veröden
Corona: Innenstädte veröden. Läden schließen.(Photo: franconiaphoto/ shutterstock)

Der Handelsverband Deutschland warnt deshalb auch vor einer zweiten Insolvenzwelle. Und das "in allen Größenklassen und über das gesamte Bundesgebiet verteilt, wenn hier keine zusätzlichen staatlichen Maßnahmen greifen."

Was passiert, wenn die Innenstädte veröden?

Gefährlich ist die Entwicklung nicht nur für die Händler selbst, die ihr Geschäft schweren Herzens schließen müssen. Sondern sie könnte auch dazu führen, dass Vermieter keine neuen Mieter finden, die in die Immobilien einziehen. Die Folge wäre Leerstand. 

Und dieser sieht nicht nur besonders hässlich aus, sondern führt auch nachweislich dazu, dass Immobilien verfallen. Und damit auch die gesamte Region. Es kommt zu Down-Trading-Prozessen. Und irgendwann gibt es für die Menschen vor Ort immer weniger Shopping-Möglichkeiten und sie ziehen weg.

Was du gegen die Verödung der Innenstädte tun kannst

Allerdings kann nicht nur der Staat etwas gegen das Sterben der Innenstädte tun. Sondern auch die Händler selbst. Denn viele haben es noch nicht geschafft, sich ein weiteres Standbein im Online-Handel aufzubauen. Hier gibt es nicht erst seit der Corona-Krise Nachholbedarf.

Aber auch die Kunden können helfen. Und damit auch du! So solltest du beispielsweise in Zukunft nicht online bei den großen Handelsriesen einkaufen, sondern die kleinen Geschäfte vor Ort unterstützen. Nicht umsonst heißt es: "Support your local dealer". Und dieser Spruch dürfte in der Corona-Krise noch einmal stärker gelten als sonst.

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