Pflichtstest, Abstand, Maske – Das sind die wichtigsten Regeln bei Flugreisen

Wer trotz Corona weit weg will, muss bei seiner Flugreise einiges beachten. Wir geben dir ein Update & klären dich über Pflichtests auf!

Seit dem 8. August müssen ihn alle Rückkehrer aus Riskiogebieten durchführen: Den Corona-Pflichttest. Wer aus einer solchen Gegend kommt, muss sich innerhalb der nächsten 72 Stunden nach der Einreise testen lassen. Dies geht beispielsweise direkt am Flughafen. Das Testen selbst ist kostenlos. Eine zweite Möglichkeit ist, ein Testergebnis aus dem Herkunftsland, das nicht älter als 48 Stunde ist.

Dies sind nur eine der vielen Dinge, die du beachten musst, wenn du in diesen Tagen eine Flugreise eintreten willst. Wer trotz Pandemie unbedingtUrlaub im Ausland machen will, muss einiges beachten.

Wichtige Empfehlungen für Flugreisen

Für Flugreisen hat das Robert-Koch-Insitut nun Empfehlungen herausgegeben. So sollten im gesamten Flughafengebäude bis zum Einstieg  bzw. nach Ausstieg aus dem Flugzeug die Abstandsregeln beachtet und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Im Flugzeug müssen ebenfalls die Abstandsregeln beachten und eine Maske getragen werden. Diese kann aber zum Essen und Trinken kurzzeitig abgenommen werden. "Mahlzeiten sollen jedoch möglichst nicht simultan von Sitznachbarn eingenommen werden, die nicht aus einem gemeinsamen Haushalt stammen“, empfiehlt das RKI.

Sollte es einen Corona-Verdachtsfall geben, wird die Person an Bord oder einem geeigneten Raum von einem Arzt oder einem beauftragten medizinischen Dienst beurteilt. Kriterien, die einen Verdacht auf Covid-19 begründen, sind: Fieber, neu aufgetretener Husten, Geruchs- oder Geschmacksverlust oder Atemnot.

Kommt es zu einem sogenannten Indexfall sind in der Regel nur die direkten Sitznachbarn potenzielle Kontaktpersonen der Kategorie I. Unter bestimmten Bedingungen sei eine Weiterreise möglich. Dies gehe beispielsweise, wenn die Passagier- und Reisedaten dokumentiert und die zuständige Gesundheitsbehörde informiert wurde.

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Raus aus dem Alltag, rein in fremde Städte: Mit der Pandemie sind Flugreisen deutlich weniger gefragt.

Soll ich jetzt eine Flugreise für 2021 buchen?

Viele trauen sich trotz der Schutzmaßnahmen allerdings nicht, in diesem Jahr ins Ausland zu fliegen und planen stattdessen bereits für das kommende Jahr. Doch: Wie sinnvoll ist es, eine Flugreise für 2021 zu buchen? Diese und andere Fragen hat die Stiftung Warentest beantwortet.

Wen das Fernweh packt, der kann natürlich schon die Planung für den Urlaub im nächsten Jahr in Angriff nhemen. Dabei sollte laut Stiftung Warentest aber darauf geachtet werden, dass die Flugreise kostenlos stornierbar ist. So wird das Geld erstattet, wenn die Reise nicht stattfinden kann. 

Dafür bieten sich bei Flugreisen hauptsächlich Pauschalreisen an. Da hier Flug und Unterkunft zusammen gebucht werden, ist die Chance für eine komplette Erstattung am höchsten. Urlauber haben so die Möglichkeit, den Urlaub kostenfrei zu stornieren, wenn am Urlaubs­ort oder der unmittel­baren Nähe "unver­meid­bare und außergewöhnliche Umstände" auftreten. Liegt eine Reisewarnung vor, sind diese Umstände in jedem Fall gegeben.

Storno nur bei erheblichen Beeinträchtigungen

In anderen Fällen gestaltet sich die Rückerstattung schon deutlich schwieriger. "Erhebliche Beeinträchtigungen" können aber trotzdem einen kostenlosen Storno rechtfertigen. Das wären beispielsweise gesperrte Sehens­würdig­keiten bei einer Städtereise, geschlossene Häfen bei einer Kreuz­fahrt, behördliche Einreise­verbote und Quarantänemaß­nahmen. Urlauber müssen darlegen können, dass diese Beeinträchtigungen bei ihnen eingetretn sind  – für einen juristischen Laien schwierig.

Übrigens: Eine Reiserücktrittsversicherung erstattet nur dann das Geld, wenn der Urlauber wegen einer unerwarteten und schweren Erkrankung von seiner Reise zurück­treten muss. Die Angst vor Corona wird nicht von der Versicherung getragen.

Generell gilt: Wer plant, zu verreisen, sollte sich regel­mäßig über die Reise- und Sicherheitshinweise in dem gewählten Urlaubsziel auf der Seite des Auswärtigen Amts informieren.

Flugreisen werden nie wieder sein wie vor Corona

Klar ist aber auch, dass sich Reisende an vielen Auflagen und Beschränkungen Zukunft gewöhnen müssen Da ist sich Graham Turner, der CEO von Flight Centre, dem größten australischen Reiseunternehmen, sicher.  In einem Interview mit ABC Radio gab er eine Prognose für internationale Reisen ab – und die dürfte vielen nicht gefallen. 

"Es wird ungefähr 18 Monate bis zu zwei Jahre dauern bis das internationale Reisen wieder bei 70 % angelangt ist", erklärte er im Gespräch. "Und es wird drei Jahre dauern bis alles wieder auf dem Niveau vor Covid-19 zurückkehrt ist." Damit nicht genug. Reisende müssen sich auf viele Regelungen und Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus einstellen.

Die in vielen Ländern geltende Selbstquarantäne von zwei Wochen könnte laut Turner durch verpflichtende Tests vor und nach den Flügen ersetzt werden. Dadurch könnte sich die Anzahl der Flüge wieder erhöhen. Trotzdem würde sich das Reisen für immer verändern.

Reisen wird sich für immer verändern

Dieser Meinung ist auch die Luftfahrt-Beratungsfirma Simpliflying. Sie hat bereits Ende April eine Prognose abgegeben, wie das Fliegen zukünftig aussehen könnte. So sind sich die Experten sicher, dass es bei der Mund-und-Nasen-Schutz-Pflicht und den ohnehin geltenden Abstand-und Hygieneregeln erstmal bleiben wird. Darüberhinaus wird es laut Simpliflying zukünftig einen Gesundheitspass geben, der bei Kontrollen vorgezeigt werden muss. Außerdem sind Temperaturchecks und die Desinfektion des Handgepäcks denkbar.

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Die Zukunft des Reisens sieht im Moment noch nicht rosig aus. (Photo: imago images/blickwinkel)

Veränderungen so umwälzend wie nach dem 11. September

"Die Veränderungen werden mindestens so umwälzend wie nach dem 11. September 2001, wenn nicht noch massiver, und sie werden dauerhaft sein", sagte Shashank Nigam, Chef von Simpliflying gegenüber der Deutschen Welle. "Zu den damals verschärften Sicherheitskontrollen wird jetzt noch ein Element der Desinfektion hinzukommen."

Klar ist: So angenehm wie in der Vergangenheit wird das Fliegen nicht mehr sein. Vorallem sollten die Reisenden viel Zeit einplanen. Simpliflying prognostiziert, dass das Erscheinen am Flughafen spätestens vier Stunden vor Abflug nötig sein wird. 

Und auch bei der Rückkehr muss mit langen Warteschlangen gerechnet werden. Vorallem bei den Touristen, die aus Riskikogebieten kommen. Hier gab es in den letzten Tagen großen Andrang an den Coronatest-Stationen.

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