Die Infektionszahlen steigen. Und auf die Ausbreitung des Coronavirus reagiert Mallorca nun mit einer besonderen Anti-Corona-Maßnahme. Wie die Mallorca-Zeitung berichtet, sollen die Fahrgäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln nämlich ab sofort möglichst still sein.

Was soll das? Und wie schlimm ist die Situation auf der Insel? wmn klärt auf.

Corona auf Mallorca: Schwierige Situation

Die Zahl der Neuinfektionen auf den Balearen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt bei knapp 323. Zum Vergleich: In dem besonders betroffenen Bundesland Thüringen liegt die Sieben-Tage Inzidenz bei 325. Hinzukommt, dass auf Mallorca besonders viele Menschen in der Tourismus- und Handelsbranche sowie im Gastgewerbe arbeiten. Doch diese Branchen leiden besonders unter der Corona-Krise.

Die Folge: Die Anzahl der Menschen, die in Armut leben, steigt. Soziale Konflikte nehmen zu und das Coronavirus wird für Mallorca zur Zerreißprobe, wie wir bereits in diesem Artikel berichtet haben.

Du willst wissen, wie Corona-Impfstoffe funktionieren? Hier erfährst du es.

Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, setzt die Regionalregierung auf vielfältige Maßnahmen. Neben der schon lange geltenden Maskenpflicht in der Öffentlichkeit sollen alle Restaurants, Bars, Einkaufszentren und Fitnessstudios schließen. Treffen mit Freunden, die nicht im eigenen Haushalt leben, werden größtenteils verboten. Und nun wurde auch das Schweigen in den Öffis zur Maßnahme erklärt. 

Schweigen als Maßnahme sinnvoll?

Zugegeben, die Idee für diese Maßnahme ist nicht gänzlich neu. Der Oberste Rat für wissenschaftliche Forschung in Spanien plädierte bereits im November dafür, in den Öffis zu schweigen – um die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu senken.

Denn zum einen stoßen diejenigen, die nicht sprechen, weniger Aerosole aus. Und zum anderen kann es in der Bahn oder im Bus auch mal lauter werden. Die natürliche Reaktion darauf: Wir heben unsere Stimme, damit uns unser Gegenüber oder die Person am Telefon besser versteht. 

Doch auch das kann das Ansteckungsrisiko erhöhen, wie Maria Cruz Minguillon, eine Forscherin erklärt: „Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Sprechlautstärke und der Anzahl der Partikel, die dabei aus dem Mund geschleudert werden. Wer schreit, stößt fünfzig Mal so viele Tröpfchen aus wie Menschen, die nichts sagen.“

Dass die Art und Weise, wie wir sprechen, auch einen Einfluss auf die Anzahl der ausgestoßenen Aerosole hat, untermauert auch ein Studienergebnis, über das wmn bereits berichtet hat. Falls du mehr über das Schweigen als Maßnahme erfahren willst, kannst du hier weiterlesen: Schweigen gegen Corona in der Metro