Sommer, Sonne, Sonnenschein – Viele von uns haben Lust auf Urlaub. Doch aufgrund der angespannten Corona-Lage trauen sich viele nicht, ihn wirklich zu buchen. Eine Lösung? Hat anscheinend ein Reiseveranstalter gefunden. Denn er bietet eine Reise inlusive Impfung an. 

Nur: Was ist von solchen Impfreisen zu halten? Sollten wir diese wirklich buchen? wmn klärt auf.

Impfreisen: Die Idee dahinter

Bei einer sogenannten Impfreise handelt es sich um einen drei- bis vierwöchigen Urlaub, bei dem die Reisenden im Zielland zwei Arzttermine vereinbaren können, um sich gegen das Coronavirus impfen lassen zu können. 

Trotz Corona in den Urlaub fliegen?

Der Reiseanbieter schreibt auf seiner Homepage: „Parallel können Sie je nach gebuchtem Package viele attraktive Programminhalte wahrnehmen: Genießen Sie die beruhigende Atmosphäre des Meeres oder springen Sie zur Erfrischung in den Pool. Gönnen Sie sich einige ruhige Stunden auf der Sonnenterrasse Ihres Hotels und beobachten Sie, wie sich die Palmen im Wind wiegen. Profitieren Sie von zahlreichen Wellness- und Beauty-Anwendungen im Spa oder erkunden Sie die Gegend Ihrer Urlaubsregion.“

Mögliche Ziele könnten Länder, wie etwa: Israel, die Vereinigten Arabischen Emirate oder die Seychellen sein. Die Idee hinter den sogenannten Impfreisen: Möglichst viele Menschen zu impfen und so vor dem Coronavirus zu schützen.  Die Kosten für die Reise werden wahrscheinlich 2.000 bis 3.000 Euro betragen – exklusive Impfung.

Impfreisen: Schaden sie den Menschen vor Ort?

Der Reiseanbieter betont, dass die Impfreisen nicht dazu führen, der Bevölkerung in den Zielländern die Impfungen wegzunehmen, weil man in engem Austausch mit den Ländern stehe und diese bereits sehr weit mit dem Impfen seien. Zudem bestehe die Möglichkeit einer Impfung erst, wenn die Menschen vor Ort weitestgehend immunisiert sind: „Es ist uns sehr wichtig, dass niemand einen Nachteil erleidet, der von lokalen Regelungen bevorzugt werden würde.“

Zu einer gänzlich anderen Einschätzung kommt jedoch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Im WDR sprach er von einem „unethischen Geschäftsmodell“. Denn selbst dann, wenn alle Einheimischen geimpft wären, müsste der Rest vom Impfstoff dort ausgegeben werden, wo es am nötigsten gebraucht wird. Und zwar in bedürftigen, ärmeren Ländern. „Und nicht bei denjenigen, die sich eine solche Reise leisten können.“ 

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