Central Parc Karen Amy Cooper Christian
Die Central-Park Karen ist wohl am bekanntesten. (Photo: imago images/Ritzau Scanpix)

Warum "Karens" nichts nur ein schlechter Witz sind

Jugendliche benutzen den Namen Karen als Schimpfwort. Doch: Was soll das eigentlich? Wir erklären dir, was dahinter steckt.

“Boah, sie ist so eine Karen!” Hast du das schon mal gehört? Vermutlich, denn es ist das neue Lieblingsschimpfwort der jungen Generation und reiht sich glorreich in die Riege der Almans ein. Wir erklären dir, was diese ganzen neuen Jugend-Unwörter bedeuten.

Wer ist Karen?

Karen ist zuallererst einmal ein weiblicher Vorname. In den USA ist er sogar ziemlich häufig vertreten und das wohl besonders oft unter weißen, privilegierten Vorstadtfrauen. Und dafür steht der Begriff auch, ganz grob zusammengefasst.

The stereotypical name associated with rude, obnoxious and insufferable middle aged white women. Karens take everything wrong with the typical over entitled western woman and crank it up by several thousand percent. – Urban Dictionary

Allerdings macht die typische Karen noch weitere Merkmale aus, so ist sie zum Beispiel oft auch Pro-Life, Maskenverweigerin, Pro-Trump, Antifeministisch und #Alllivesmatter-Anhängerin. Sie steht für alles, was die Generationen Z und Y verabscheuen und ist im Prinzip DER Endgegner der Jugend. 

Mit Karen oder ihrem männlichen Pendant Ken kann man nicht diskutieren, denn sie sehen sich immer im Recht. Sie sind die Nachbarn, die sich eine Minute nach 22 Uhr wegen Ruhestörung beschweren und den Vorgesetzten sprechen wollen, wenn ihnen etwas nicht passt.

Karen & die Almans

Wer sich jetzt entspannt zurückgelehnt hat, weil es sich offenbar nur um ein “amerikanisches Problem” handelt, hat falsch gedacht. Gerade in Deutschland gibt es viele Karens und Kens, wir nennen sie hierzulande auch gern Alman-Achim und Alman-Anett, wobei unsere deutschen Versionen bisher eher den typisch deutschen Klischees von Sitte und Ordnung entsprachen und weniger rassistische Züge haben.

Ein Alman ist klein kariert, er liebt Regeln und Ordnung, aber er biegt sie sich auch zurecht, so wie es ihm oder ihr passt. Maskenpflicht in der Bahn? Wenn Almans sie unterm Kinn tragen, dann erfüllt das immer noch die Pflicht, wenn auch nicht den Zweck. 

Karen hingegen trägt die Maske nicht, das wäre eine Verletzung gegen die Menschenrechte, sie kann dann ja nicht mehr atmen, nur ein bescheuerter Grund keine Maske zu tragen. Karen ruft auch die Polizei, wenn sie von einer Person of Colour schräg angeschaut wird, immerhin hat der Mensch sie nur mit seinen Blicken bedroht und gehört eingesperrt. Ihre Einstellung kann man noch nicht einmal mehr Alltagsrassismus nennen.

So gesehen, sind die Almans sogar besser, denn sie sind nur ein wenig asozial und überkorrekt, während Karen irgendwo im letzten Jahrhundert hängen geblieben ist.

Bekannte Karens aus der Presse

Vielleicht hast du schon von der Centralparc-Karen gehört, die die Polizei rief, weil ihr das Gesicht eines Schwarzen nicht gefiel und sie behauptete, er und sein Hund hätten sie attackiert. Typische Karen! Immerhin wurde sie dafür inzwischen verhaftet wegen Falschaussage.

Hier ein paar weitere Beispiele.

Central-Parc Karen..

1. Central Parc Karen beschuldigte einen Schwarzen Mann sie zu misshandeln, als er sie bat, ihren Hund an die Leine zu nehmen.
Inzwischen wurde sie angeklagt für ihre Falschaussage und ihr Hund wurde ihr wegen Misshandlung weggenommen.

Ein Pärchen trägt Swastika-Masken.

2. Ken & Karen überreagieren dezent ..

@fvnciness

I’m so sick of this 🙄 ##fyp ##black ##blm

♬ original sound - fvnciness

Karen at her best..

3. Und eine weitere Karen tut so, als ob sie geschlagen wird..

@jakehunterofficial

Karen put me on citizens arrest 😅😓 ##wow ##crazy ##karen ##viral ##foryou ##foryoupage

♬ original sound - jakehunterofficial

Karen will Gerechtigkeit.

4. Karen will einen jungen Mann einsperren, weil er zu nah geparkt hat.

5. Karen beschmipft Leute, aber rastet aus, wenn sie auch nur schräg angeschaut wird.

Deustche Karen rastet aus, weil sie von Türken umgeben ist.

6. Ja, auch in Deutschland haben wir Karens.

Das würde Karen sagen..

  • Du hast nicht das Recht dazu, mir XY vorzuschreiben.
  • Das ist ein freies Land!
  • Es ist kein Gesetz.
  • Ich möchte mit Ihrem Vorgesetzten sprechen.
  • Ich habe einen Abschluss in XYZ, ich weiß das.
  • Ich bin nicht rassistisch, ich habe Schwarze Freunde.
  • Wissen Sie, wer ich bin?
  • Das ist gegen das Gesetz!
  • Ich zahle Steuern, also darf ich XYZ!
  • Geh doch zurück in dein Land!
  • Lügenpresse!
  • Ich rufe die Polizei.
  • Fass mich nicht an! Hast du mich gerade angefasst? Du hast kein Recht dazu.

Aber: Karens sind nicht nur ein weißes oder amerikanisches Phänomen

Klar, die typische Karen ist eine weiße Vorstadtfrau mit schräger Frisur, aber das heißt nicht, dass Karens nicht überall in der Welt und mit jeder Hautfarbe auftreten können. Karens und Kens sind uneinsichtige Menschen, die sich in fremde Angelegenheiten einmischen, ohne einen Grund dafür, sie sehen sich selbst als höher gestellt und haben ein egozentrisches Weltbild, sie unterstützen Stereotypen, Klassensysteme und Ungleichheit.

Auch in Deutschland haben wir Karens. Der einzige Weg sie zu bekämpfen, ist sie für ihre Taten verantwortlich zu machen. Diskutieren bringt meistens überhaupt nichts, denn sie werden eine Niederlage niemals eingestehen und lenken schnell mit dem typischen Whataboutism eines Kleinkinds ab, wenn sie auf verlorenem Posten stehen.

Wir sollten alle für weniger Kens und Karens in der Welt kämpfen und ihnen zeigen, dass die Welt sich eben nicht nur um sie dreht und sie sich anpassen müssen.


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