Rassismus Corona
Gewalt, Straße (Photo: CribbVisuals/ istock)

Wegen Corona: Rassismus-Alarm!

Menschen werden bespuckt, gemieden oder bekommen keine Wohnung - in Folge der Corona-Krise kommt es vermehrt zu rassistischen Vorfällen. Auch Behinderte berichten von Diskriminierung.

Im Zusammenhang mit dem Coronavirus nimmt Rassismus zu.

Rassismus im Alltag

Das hat nun die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes bestätigt. Demnach gab es im Februar und März viele Meldungen über rassistische Übergriffe, Beleidigungen oder den Ausschluss von Menschen aufgrund ihres asiatischen Aussehens. So werden sie beschimpft, bespuckt oder angehustet und sogar mit Desinfektionsspray besprüht.

Im Alltag hören sie beispielsweise die Worte "hallo Corona". In Leipzig wurde die Fensterscheibe von einem asiatischen Restaurant mit einem Hakenkreuz beschmiert. Im Öffentlichen Nahverkehrsmitteln wollen sich andere Menschen nicht neben asiatisch aussehende Menschen setzen. Und ihnen wurde sogar der Zugang zu Arztpraxen und Supermärkten untersagt. In einem Fall wurde sogar eine Wohnungsbewerbung abgelehnt, weil der Vermieter keine Chinesen im Haus haben will.

Doch: Es sind nicht nur Asiaten, die momentan diskriminiert werden. Auch Menschen mit Behinderung haben es momentan schwer. So können manche von ihnen aus medizinischen Gründen keine Maske tragen - und kommen nicht in Supermärkte oder Busse rein. Zwar gibt es gesetzliche Ausnahmen für die Maskenpflicht, die somit auch für Behinderte gilt - doch die Sicherheitsleute kennen diese anscheinend nicht. Sodass es im Alltag immer wieder zu Problemen kommt.

Diskriminierung Rassismus nehmen mit Corona zu
Rollstuhl, Behinderung(Photo: Marina Vassileva/ Shutterstock)

Je länger die Pandemie anhält, desto gewalttätiger werden die Leute

"Deutlich wird, dass die Vorfälle mit zunehmender Dauer der Pandemie gewalttätiger werden", warnt Robert Kusche vom Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. Der Verband befürchtet, dass es zu einer zweiten Welle mit hohen Infektionszahlen kommt, weil sich mehr Proteste gegen die Maßnahmen bilden - und im Zuge dessen auch rassistische Übergriffe verstärken.

Mittlerweile gibt es mehrere Hinweise auf rassistisches Verhalten pro Tag. In Berlin ermittelt zum Beispiel das LKA wegen gefährlicher Körperverletzung und rassistischen Beleidigungen. Ein großes Problem ist jedoch, dass viele Vorfälle nicht angezeigt werden.

Die Lage hat sich mittlerweile so verschärft, dass bereits die koreanische Botschaft ihre Landsleute vor Attacken in Deutschland gewarnt hat.

Doch: Nicht nur hier in Deutschland zeigt sich im Zuge der Corona-Krise Rassismus. Auch in China werden dunkelhäutige Personen aus Angst vor einer Ansteckung schikaniert und diskriminiert. So wurden viele Afrikaner von ihrem Vermieter aus der Wohnung geworfen. Anderen wurde der Zutritt zu Mc Donalds verwehrt. Darüber hat wmn bereits  berichtet.

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