Blacklivesmatter
Blacklivesmatter mit Alllivesmatter ersetzen? Nein! (Photo: shutterstock/ ken wolter) Source: shutterstock/ ken wolter

Warum du #Blacklivesmatter nicht mit #Alllivesmatter kontern solltest!

Immer mehr Nutzer wollen den Hashtag #Blacklivesmatter mit #Allivesmatter ersetzen. Warum das keine gute Idee ist.

#Blacklivesmatter

Dieser Hashtag ploppt nach dem gewaltvollen Tod von George Floyd überall in den sozialen Medien auf. Doch er ist nicht erst seit diesem Jahr, seit Floyds Tod bekannt. Auch in den letzten Jahren wurde der Hashtag genutzt, wenn Afroamerikaner durch Polizeigewalt gestorben sind. Mit #Blacklivesmatter soll nicht nur Anteilnahme gezeigt werden, sondern auch Raum für jahrelang angestaute Wut und Trauer über den strukturellen Rassismus Platz gegeben werden.

Allein auf der Plattform Instagram gibt es mittlerweile mehr als 18,6 Millionen Beiträge zu dem Hashtag.

Blacklivesmatter Fahne
Blacklivesmatter: Der Hashtag wurde allein auf Instagram über 18 Millionen Mal benutzt.(Photo: shutterstock/ Creative Photo Corner)

Doch gerade jetzt, wo die Debatten über Rassismus in den USA und anderen Staaten in vollem Gange sind, wird auch Kritik an dem Hashtag #Blacklivesmatter laut. So antworten einige User darauf immer wieder mit dem Hashtag #Allivesmatter. Doch das ist problematisch.

Warum es falsch ist, auf Blacklivesmatter mit Allivesmatter zu antworten

Denn viele gehen davon aus, dass der Hashtag #Blacklivesmatter ausdrückt, dass das Leben von Schwarzen mehr Wert sei als das von anderen. Doch das sollen dieser Ausruf und der Hashtag gar nicht implizieren.

Ein Jura-Professor, der beispielsweise ein T-Shirt mit der Aufschrift „Black Lives Matter“ trug, wurde von seinen Studenten darauf hingewiesen, dass er es ablegen soll. Denn es müsse, so die Studenten, #AllivesMatter heißen. In einem Brief, der auf imgur veröffentlicht wurde, kontert der Professor, dass Blacklivesmatter ja nicht den Zusatz ONLY trage und deshalb nicht bedeute, dass NUR schwarze Leben zählen: „Wenn etwas zählt, impliziert das nicht, dass nichts anderes zählt“, schreibt er. Es gehe bei dem Hashtag um einen Fokus, nicht um Exklusion. Dieser Hashtag schließe auch weiße Menschen ein.

Sprich den Betroffenen nicht ihr Problem ab

Auf der anderen Seite wird der Hashtag #Blacklivesmatter ja auch benutzt, um aufzuzeigen, dass Schwarze wegen ihrer Hautfarbe seit Jahrzehnten benachteiligt werden. Wer nun aber fordert, dass stattdessen #AllLivesMatter genutzt wird, spricht den Betroffenen ihr Problem ab. 

So geht zum Beispiel gerade auf Instagram gerade ein Post viral, in dem es heißt: „Wenn du auf einer Veranstaltung wärst, wo sich Menschen mit Brustkrebs treffen, würdest du ja auch nicht reinstürmen und rufen: Alle Krebsarten zählen!"

In den sozialen Netzwerken machen andere User aber auch darauf aufmerksam, dass der #Hashtag #Allivesmatter oftmals in der rechten Szene verwendet wird. Natürlich nicht ausschließlich, aber dennoch sollte man sich fragen, ob man diesen Hashtag denn weiterhin verwenden will, wenn man um die Problematik Bescheid weiß.

Auch der Schauspieler Seth Rogen (bekannt aus den Filmen Superbad und Bad Neighbors) regt sich über den Hashtag #Allivesmatter auf und kontert darauf mit Sätzen, wie: "Du verdienst es nicht, meine Filme zu sehen". Oder auch einfach mit: "Fuck u".

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#BLACKLIVESMATTER.

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Seth Rogen setzt sich bekannt offensiv gegen #Alllivesmatter ein.

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