Wir haben hohe Erwartungen an unseren Kaffee: Er soll gut schmecken, besonders mild und dennoch aromatisch sein. Unseren hohen geschmacklichen Anforderungen wird die bekannte Arabica-Kaffeebohne gerecht. Immerhin macht sie 60 % des konsumierten Kaffees aus. Doch leider steht die Zukunft unserer geliebten Bohne auf der Kippe:

Denn Forschende des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung warnen, dass viele Anbauflächen für die Kaffeebohne durch den Klimawandel verloren gehen könnten. Etwa, weil die Arabica-Kaffeepflanze ziemlich anspruchsvoll und ist. So braucht sie Wärme – aber bitte nicht mehr als 25 Grad Celsius. So braucht sie Regen, – aber wehe es ist zu viel oder zu wenig Niederschlag. Ganz zu schweigen von ihrer Anfälligkeit für den Pilz Kaffeerost oder den Wetterextremen wie Dürre oder Frost, die die gesamte Ernte bedrohen können.

Doch jetzt kommt das große Aufatmen! Denn Forschende könnten nun einen Ausweg aus dem Dilemma gefunden haben. Nämlich den Stenophylla-Kaffee. Welche einfache Lösung sich hinter diesem sperrigen Namen versteckt, liest du hier.

Stenophylla, der Kaffee der Zukunft

Die Kaffebranche ist schon seit Jahren alarmiert und sucht nach Kaffeesorten, die nicht so empfindlich auf die Auswirkungen des Klimawandels reagieren. Bisher gab es da den Robusta-Kaffee als Alternative. Doch da dieser bitter schmeckt und die Kleinbauern weniger Geld für die Sorte bekommen, war der Anbau der Robusta-Bohne nie ein wirklicher Ausweg aus dem Kaffee-Dilemma.

Kaffee kochen
Das Motto von vielen: Ohne Kaffee? Ohne mich! Foto: shutterstock/ look studio / shutterstock/ look studio

Und dann, im Jahr 2018, fanden Fachleute eine Kaffeesorte, die nicht nur so gut schmeckt wie die Arabica-Bohne, sondern auch noch dem Klimawandel trotzen könnte. Nämlich den sogenannten Coffea Stenophylla, wie sie im Fachmagazin Nature Plants schreiben.

Hierbei handelt es sich um einen Kaffee aus Westafrika. Er wurde vor einem Jahrhundert noch in Sierra Leone angebaut, doch mit der steigenden Popularität des Arabica-Kaffees verschwanden immer mehr Anbauflächen des Stenophylla-Kaffees. Er galt sogar als ausgestorben.

Doch vor drei Jahren haben Fachleute den Stenophylla-Kaffee wiederentdeckt. Und sie sind mehr als glücklich. Denn die Sorte ist besonders robust. So hält sie nicht nur mehr als sechs Grad höhere Temperaturen aus als die Arabica-Kaffeepflanzen. Sondern sie verträgt auch mehr Regen und lässt sich besonders gut mit anderen Sorten kreuzen.

Die Forschenden glauben deshalb, dass es ausgerechnet die extrem alte Kaffeesorte Stenophylla sein könnte, die das Kaffee-Dilemma der Zukunft lösen und die Menschen vor Ort glücklich machen könnte, weil sie weiter Kaffee anbauen und Geld verdienen können, während wir hierzulande weiter unserer Lieblingsgetränk schlürfen.

Mehr zum Thema: Nichtsdestotrotz müssen wir uns dem Thema Klimawandel widmen und sollten wissen, wie die Auswirkungen des Klimawandels Deutschland treffen könnten oder warum unter Klimaflucht vor allem Frauen leiden.