Papiertüte
Papiertüte: Besser für die Umwelt als Plastiktüten? (Photo: MajaMitrovic/ istock) Source: MajaMitrovic/ istock

Was ist die nachhaltigste Alternative zur Plastiktüte?

Ist es richtig, beim Einkauf eine Papiertüte zu kaufen anstatt die Plastiktüte? Oder bringt das überhaupt nichts? Finde es hier heraus.

Plastiktüten sind extrem schädlich für unsere Umwelt. Sie verursachen nicht nur riesige Müllberge, sondern schaden auch der Umwelt. Denn: Sie sind unsterblich. Innerhalb von 500 Jahren zerfallen die Tüten nur in ganz kleine Teilchen und diese landen dann im Meer. Einmal dort angekommen, töten sie die Fische und landen später wieder auf unserem Teller. 

Aber welche nachhaltigen Alternativen gibt es zur Plastiktüte? Wie gut sind Papier- und Baumwolltaschen? wmn hat die Materialien unter die Lupe genommen.

Plastiktüten werden verbannt

Da Plastiktüten unserer Umwelt schaden, wollen auch die EU-Mitgliedsstaaten den Konsum reduzieren und bis zum Jahr 2025 den Pro-Kopf-Verbrauch an den Tüten auf 40 senken. Den einzelnen Ländern steht aber frei, wie sie das Zielvorhaben umsetzen. In Deutschland gibt es dafür eine freiwillige Vereinbarung zwischen Handel und Politik. Sodass die Läden und Supermärkte nun Geld für Plastiktüten verlangen oder  sie gar nicht mehr anbieten. 

Plastiktüten
Plastiktüten und andere Plastikteile landen oftmals im Meer und werden dort zur tödlichen Gefahr für Tiere(Photo: Jag_cz)

Und so kommt es, dass immer mehr Händler nun vor allem auf Papiertüten setzen.

Papiertüten sind auch nicht besser

Dem einen oder anderen mag da der Gedanke kommen, dass die Papiertüten ja aus Holz hergestellt werden und sie dementsprechend auch umweltfreundlicher sind als Plastiktüten. Und tatsächlich sind Papiertüten im Gegensatz zu Plastik biologisch abbaubar und verwittern auch schneller. Doch die braunen Tüten brauchen für die Herstellung fast doppelt so viel Energie. 

Dazu kommen noch Chemikalien, die schlecht für unsere Umwelt sind. Und damit die Papiertüten nicht so schnell reißen, werden vor allem Frischfasern eingesetzt, die aber nicht so umweltfreundlich sind wie Altpapier.

Weißt du, ab wann sich Papiertüten im Gegensatz zu Plastiktüten lohnen? Laut Nabu müssten sie mindestens drei Mal benutzt werden.

Und was ist mit Tragetaschen aus Bioplastik?

Mittlerweile bieten Händler auch Plastiktüten aus natürlichen Materialien, wie etwa Maisstärke, Zuckerrohr und Bambus an. Doch auch dieses sogenannte Bioplastik ist nicht besser als herkömmlicher Kunststoff, wie das Umweltbundesamt mitteilt. Warum? Weil die Herstellung der Tüten viel Ressourcen frisst – auch, wenn diese wieder nachwachsen. Hinzu kommt der hohe Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, der hier sogar noch höher ist als bei normalen Kunststoffen.

Übrigens: Im Meer verrotten die Bioplastiktüten auch nach Jahren gar nicht.

Sind Baumwollbeutel also die Lösung?

Insbesondere in den Naturkost- und Bioläden liegen nun keine Plastiktüten, sondern stattdessen Baumwollbeutel aus. Doch auch sie haben ihre Schattenseite. Denn um die Baumwolle überhaupt erst zu gewinnen, braucht man Wasser. Und zwar sehr viel Wasser. Hinzu kommt der Einsatz von Pestiziden.

Plastiktüte
Baumwollbeutel müssen oft wiederverwendet werden, damit sie sich im Gegensatz zur Plastiktüte lohnen(Photo: Igisheva Maria/ shutterstock)

Baumwollbeutel brauchen deshalb mehr Ressourcen als Plastiktüten. Damit sich dieses Defizit ausgleicht, sollte man die Baumwollbeutel zwischen 50 und 150 Mal wiederverwenden. Laut Nabu sind Bio-Hanf und Bio-Leinen hier die bessere Wahl.

Fazit: Es kommt auf dein Verhalten drauf an

Wie du sehen kannst, gibt es bislang leider nicht DIE perfekte Alternative zur Plastiktüte. Dennoch kannst du diese kleine Faustregel beachten: Versuche auf Tüten so gut wie es geht zu verzichten und nehme stattdessen einen Rucksack oder einen Tragekorb zum Einkaufen. Und versuche, gekaufte Tüten nicht nur einmal, sondern so oft wie möglich zu verwenden.

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