Frau Metro SBahn Zug
Österreich führt ein Umweltticket ein. (Photo: istock.com/lechatnoir) Source: imago

Grünes Licht: Österreich führt Umweltticket ein

In Österreich soll nun das sogenannte Umweltticket für die Öffis eingeführt werden. Damit sollen die Bürger günstiger mit Bus & Bahn fahren können. Doch: Was wird das bringen?

Österreich will grüner werden!

Dafür setzt das Land auch auf das sogenannte Umweltticket. Dieses soll den Bürgern ab dem Jahr 2021 ermöglichen, für wenig Geld mit den Öffis zu fahren. Gestern gab der Ministerrat grünes Licht für das Projekt!

Das kann das Umweltticket in Österreich

Das Ticket wird auch das 1-2-3 Jahresticket genannt. Es soll 1.095 Euro kosten und den Bürgern ermöglichen, für einen Euro am Tag alle Busse und Bahnen in einem Bundesland zu nutzen. Für zwei Euro in zwei Bundesländern und für drei Euro in ganz Österreich.

Für junge Menschen unter 26 Jahren, Senioren und Menschen mit Behinderung ist es mit 820 Euro günstiger. 

„Das 1-2-3-Ticket ist eines meiner Herzensprojekte. Und die Menschen in Österreich warten auf die Einführung und ein leistbares Ticket“, erklärt Leonore Gewessler, die grüne Verkehrsministerin die Beweggründe.

Österreich Umweltticket
Seit dem Ausbruch von Corona haben weniger Menschen die Öffis genutzt.(Photo: PPAMPicture)

Österreich prescht mit seinem Umweltticket vor und will so mehr Menschen dazu bekommen, den Öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen. Vorbild dafür ist Wien, in dem sich die Fahrgastzahlen seit 2012 verdoppelt haben, nachdem das 365 Euro Ticket eingeführt wurde.

Aber nicht nur dort, sondern auch in anderen Ländern wird darüber diskutiert, wie mehr Menschen vom eigenen Auto auf den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen können. Denn der ÖPNV vermindert nicht nur Staus, sondern ist darüber hinaus auch besser fürs Klima. 

Luxemburg setzt auf kostenlosen Öffentlichen Nahverkehr

In Luxemburg beispielsweise können die Bürger die Öffis seit dem 1. März gratis benutzen. Im ganzen Land braucht man keine Tickets mehr für Bus, Bahn und Tram. Dafür investiert das Land auch ordentlich. Von 501 Millionen Euro im Jahr steigen die Kosten auf 806 im Jahr 2021.

Das Modell des zweitkleinsten Landes der EU ist aber nicht eins zu eins auf andere Länder übertragbar. So ist etwa Deutschland flächenmäßig viel größer und hat auch mehr Einwohner. Und während ein kostenloser ÖPNV in der Stadt noch sinnvoll wäre, würden viele Menschen auf dem Land nur den Kopf schütteln. Denn insbesondere in den ländlichen Regionen ist und bleibt das Auto in Deutschland die erste und einzige Wahl. 

Und wie siehts in Deutschland mit den Öffis aus? 

Auch in Deutschland will der Bund mehr Geld in die Öffis pumpen. Denn feststeht: Viele Menschen werden nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigen, wenn diese zu spät, zu voll sind oder ausfallen. 

Nichtsdestotrotz haben auch hierzulande einige Kommunen den Test gemacht und auf Ticketgebühren verzichtet. Aschaffenburg beispielsweise hat diese an Samstagen erlassen. Und auch in Tübingen wurde der beitragsfreie ÖPNV an Samstagen eingeführt. Scheitern tun diese Projekte langfristig nicht an den Fahrgastzahlen. Denn diese schnellen mit den günstigeren Gebühren sehr wohl in die Höhe. Scheitern tun diese Projekte stattdessen an den Kosten, die den Städten und Gemeinden dadurch entstehen.

Einige Experten glauben deshalb, dass Deutschland bei dem Thema nicht nur auf die Ausgaben schauen, sondern vielmehr die Fragen des Klimawandels, der Luftverschmutzung und der Staus in den Vordergrund stellen sollte.

Aber seit dem Ausbruch von Corona nutzen sowieso weniger Menschen die Busse und Bahnen als zuvor. Zu groß ist die Angst vor einer Ansteckung. Zu viele arbeiten mittlerweile im Homeoffice und fahren nicht mehr ins Büro.

Stattdessen aber erlebt ein anderes grünes Verkehrsmittel gerade Renaissance. Und das ist das Fahrrad. 

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