In diesem Advent sollen Menschenansammlungen wegen Corona vermieden werden. Doch momentan bilden sich immer wieder Schlangen und Grüppchen vor den Glühweinständen.

wmn erklärt, wie die Städte nun dagegen vorgehen wollen und wie hoch das Risiko einer Ansteckung vor dem Glühweinstand ist.

Wenn sich vor den Glühweinständen Grüppchen bilden

Viele der eigentlich geschlossenen Szenebars und Restaurants sind kreativ geworden und bieten uns etwas Weihnachtsmarktatmosphäre, indem sie Glühwein to go verkaufen.

Doch anstatt das klebrig-heiße Getränk im Gehen zu trinken, bechern viele gemeinsam mit ihren Freunden am Glühweinstand. Auf eine Tasse folgt schnell die nächste. Und so kommt es, dass sich vor den Ständen kleine Grüppchen bilden. Maske und Sicherheitsabstand? Ach ja, da war ja was. 

Dieses Verhalten mitten in der Pandemie, stößt vielen jedoch sauer auf. Darunter auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn:Es kann ja nicht sein, dass die einen für den Glühwein zuständig sind, und die anderen für die Intensivstation“, mahnte er am Sonntag in der RTL-Show 2020! Menschen, Bilder, Emotionen. So gäben vor allem die Pflegekräfte rund um die Uhr alles, damit andere Menschen überleben, während andere zu vierzigst oder fünfzigst an den Glühweinständen einen Becher nach dem nächsten runterkippen.

Wie die Städte auf die Glühweinstände reagieren

Viele Städte und Gemeinden wollen die Menschenansammlungen vermeiden und setzen deshalb auf ein nächtliches Alkoholverbot. 

Verschärfte Regeln gibts in Rheinland-Pfalz. Hier ist nämlich der Ausschank von alkoholischen Getränken zum Mitnehmen nicht erlaubt. Auch in Städten wie Leipzig und Chemnitz ist der Glühwein to go verboten. 

Nachziehen will der Gesundheitsminister Manne Lucha in Baden-Württemberg und den Alkoholausschank im Freien verbieten. In Berlin soll zunächst das Ordnungsamt stärker kontrollieren, ob sich die Menschen an die Regeln halten. 

Erfahre im Video, wie du dich vor Corona schützen kannst.

Doch wie hoch ist das Risiko, sich am Glühweinstand mit Corona anzustecken?

Diese Frage hat RTL dem Epidemiologen Prof. Timo Ulrichs gestellt. Seine Antwort: Im Freien ist das Risiko einer Ansteckung mit Corona bis zu zwanzig Mal geringer als im Innenraum. Aber: „Bei niedrigen Temperaturen ist das Immunsystem in der Reaktion verlangsamt und es wird dem Virus leichter gemacht, sich festzusetzen.“

Deshalb müssen wir uns auch draußen an den nötigen Sicherheitsabstand halten und Maske tragen. Insbesondere dann, wenn mehrere Menschen auf einmal zusammenkommen. Glühwein zu vierzigst am Stand saufen? Ist aus Sicht von Experten deshalb keine gute Idee …

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