Während der Corona-Krise haben viele Leute ausgemistet und Kleidungssstücke in die Altcontainerkleidung geworfen. Und auch in den letzten Jahren werden die Container immer voller. Während die Deutschen im Jahr 2015 noch 14 Kilogramm aussortiert haben, waren es 2018 schon mehr als 15 Kilo. Was erst einmal positiv klingt, könnte nun zu Problemen beim Textilrecycling führen, wie eine neue Studie des Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. zeigt.

Textilrecycling steht vor dem Kollaps

Denn seit Jahren wird die Modeindustrie schnellebiger. Ein Trend jagt den nächsten und die Verbraucher kaufen sich immer wieder Kleidungsstücke, die sie nur für eine Saison tragen. Die sogenannte Billigmode ist nicht nur günstig, wie der Name erwarten lässt. Sondern geht darüber hinaus auch schnell kaputt.

Ein weiteres Problem ist, dass die Kleidungsstücke oftmals aus Baumwolle, Polyester und Elastan bestehen. Diese Fasern aber lassen sich schlecht voneinander trennen. Sodass Recycling-Firmen oftmals keinen Abnehmer dafür finden.

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Das Textilrecycling steht vor massiven Problemen(Photo: Sergio Delle Vedove)

Das Textilrecycling lohnt sich laut Bundesverband Sekundärstoffe und Versorgung nicht oder ist extrem aufwendig. Doch was folgt daraus, wenn der Aufwand immer größer wird und der Erlös sinkt? Es wird immer mehr Kleidung aus den Altkleidercontainern verbrannt. So hat sich laut des Verbands die Verbrennungsquote von 8 % im Jahr 2013 auf 12 % in 2018 erhöht. Überraschend: Wirklich recycelt werden aus den Altkleidercontainern nur 14 %.

Das bisher kostenfreie hochwertige System des Alttextilrecyclings steht vor dem Kollaps.

Was ist der Ausweg?

Das aktuelle System des Textilrecyclings muss laut Verband überdacht werden. So sollen „zukunftsträchtige als auch faire Konzepte erarbeitet werden, um ein Fortbestehen des hochwertigen Textilrecyclings vor dem Hintergrund des Kreislaufwirtschaftsgesetzes zu gewährleisten.“

Doch was passiert, wenn sich das Textilrecycling-System in Zukunft nicht ändert? Dann könnten Hersteller, Inverkehrbringer und Städte und Gemeinden zur Kasse gebeten werden.

Slow Fashion - Nur Vorteile in Sicht
Slow Fashion ist die Gegenbewegung zur verschwenderischen Fast Fashion – auch du kannst etwas bewegen!(Photo: Unsplash)

Wittmann sieht aber vor allem die Textilbranche in der Pflicht, den Warenkreislauf stärker mitzudenken. Und fordert auch von der Politik Lösungen für das Textilrecycling.

Fazit: Auch du nimmst mit deinen Kaufentscheidungen Einfluss

Aber auch die Verbraucher können mit ihrem Kaufverhalten zu einer Verbesserung beitragen. Indem sie beispielsweise keine Billigmode mehr kaufen und stattdessen auf nachhaltige Kleidung setzen. Oder indem sie bei den konventionellen Firmen immer wieder nach qualitativ hochwertiger Mode fragen und so den Druck auf die Firmen erhöhen.

Du würdest gerne auf nachhaltige Mode umsteigen, weißt aber nicht so genau, welche Labels wirklich stylish sind? Keine Sorge, wir haben schon mal recherchiert. Bei diesen Labels findest du vor allem nachhaltige Bademode. Und an dieser Stelle stellen wir dr die coolsten Modemarken mit Eco-Label vor.

Hier haben wir für dich aufgeschrieben, wie sich die Fast Fashion Industrie durch das Coronavirus verändern wird.