Am vergangenen Freitag ging die Netflix-Dramaserie Élite rund um die spanischen Schüler einer Eliteschule mit der vierten Staffel an den Start. Wie gewohnt dreht sich alles um Verbrechen, Skandale, Liebe und Sex. Für den letzten Punkt hagelt es nun Kritik. So werfen einige Zuschauer:innen Netflix vor, sexuelle Gewalt unsensibel zu behandeln.

Verharmlost Élite sexualisierte Gewalt?

Ein Moment, der laut einem Reddit-User heruntergespielt wurde, war die Sex-Szene zwischen Samu und Ari. „Ihre Fähigkeit zur Einwilligung ist geschmälert, also würde man dies als sexuellen Übergriff ansehen. Das wird komplett übersehen und jedes Mal, wenn sie trinkt, denken alle, dass sie „wild“ wird. Niemand erkennt die Tatsache an, dass sie sich betrinkt. Diese Männer, die Sex mit ihr haben, nutzen sie aus.“

Itzan Escamilla spielt Samu in der Netflix-Dramaserie Elité. Photo: imago/agefotostock

Bei diesem Punkt spalten sich jedoch die Meinungen der Fans, denn Ari sei zwar betrunken gewesen, habe Samu aber davon überzeugt, mit ihr zu schlafen. „Zu Samuels Verteidigung: Er sagt ihr zweimal, dass er ein betrunkenes Mädchen nicht ausnutzen würde, aber sie akzeptiert kein „Nein“ als Antwort, also war es irgendwie anders herum.“

Sexarbeit oder Pädophilie?

Auch die Beziehung zu Mencía und Armando wird laut dem Reddit-User harmloser dargestellt, als sie ist. So fängt die Schülerin ein Verhältnis mit dem deutlich älteren Mann an, der sie für Sex bezahlt. Für den User zählt das ganz klar unter Pädophilie.

Sexualisierte Gewalt bei Élite: „Halbherzig und nicht konsequent“

Eine Folge, die für die Mehrzahl der Zuschauer:innen aber sehr unangenehm anzuschauen war, fand zwischen Ander und Patrick statt. „Als Anders im Club „Nein“ sagt und sich körperlich widersetzt, führt Patrick weiterhin sexuelle Handlungen aus.“

Sein Fazit zum Thema sexualisierte Gewalt bei Élite fällt deshalb auch eher negativ aus. „Wenn ihr Wert darauf legt, über sexuelle Übergriffe und Einwilligung zu sprechen, dann macht es auch konsequent und nicht halbherzig.“