Struktureller Rassismus
Diese Serien zum Thema strukturellen Rassismus lassen einen nicht mehr los (Photo: imago images/ Everett Collection) Source: imago images/ Everett Collection

Struktureller Rassismus: Diese Netflix-Shows erklären dir das Problem

Im Moment lesen wir überall die Bezeichnung "struktureller Rassismus". Doch: Wie äußert sich dieser genau? 3 Netflix-Serien klären uns auf.

Nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd wird derzeit viel über strukturellen Rassismus gesprochen. Doch nicht jeder kann mit diesem Begriff etwas anfangen. Klar, irgendwie steckt dahinter eine systematische Benachteiligung von Schwarzen insbesondere in den USA. Doch: Wie äußert sich dieser konkret? Wie kommt es dazu?

Struktureller Rassismus: Diese Serien helfen dir dabei, das Thema besser zu verstehen

wmn hat für dich drei Netflix-Filme und Dokus ausgesucht, die dir das Thema struktureller Rassismus im Justizbereich näher bringen.

1. Zeit: Der Fall Kalief Browder

Die Staffel umfasst sechs Teile und porträtiert einen jungen schwarzen Teenager, der in der Bronx lebt. Er wird verdächtigt, einen Rucksack gestohlen zu haben und in eines der härtesten Gefängnisse der Welt gesteckt: nach Rikers Island. Hier wird er für mehr als drei Jahre eingesperrt, zusammen mit Vergewaltigern und Mördern. Das Schlimme an diesem Fall: Über drei Jahre lang hatte die Staatsanwaltschaft keine Beweise gegen Browder in der Hand. 

Über drei Jahre kam es nicht zur Verhandlung und dennoch wurde er so lange im Knast festgehalten - bis die Anklage endlich fallengelassen wurde. Irgendwann kommt Kalief Browder frei. Doch die Geschichte endet trotzdem nicht gut… Ach ja, sie beruht auf einer wahren Geschichte.

Diese Serie zeigt eindrucksvoll, wie schwarze Menschen immer wieder Opfer des Systems werden. Und dass struktureller Rassismus für sie zum grausamen Alltag gehört. Achtung: Diese Serie lässt einen nicht mehr los!

Eine Serie, die einen nicht mehr loslässt: Kalief Browder. Übrigens: Jay-Z ist darin auch zu sehen

2. Der 13. 

Zum Glück wurde die Sklaverei abgeschafft – das denken viele von uns! Doch: Die Doku „der 13.“ Zeigt eindrucksvoll, dass Amerika einen modernen Weg der Sklaverei gefunden hat. Nämlich über den 13. Zusatzartikel der Verfassung. Denn laut Gesetz dürfen Menschen nicht versklavt werden oder im Zwangsdienst arbeiten. Es sei denn, dies gilt als Strafe für ein Verbrechen. Und genau diese rechtliche Lücke wird auch genutzt.

So müssen insbesondere schwarze Menschen für Nichtigkeiten ins Gefängnis gehen – und dort für wie Firmen wie etwa Victoria's Secret  BHs nähen oder andere Arbeiten ausführen.

Die Doku zeigt, wie etwa Gesetze angepasst werden,  damit die Gefängnisse gefüllt werden und Gefängnisinsassen ausgebeutet werden. Auch hier zeigt sich, wie sie Opfer von strukturellem Rassismus werden.

Auch in the 13th wird der Fall von Kalief Browder angesprochen

3. When they see us

Im Jahr 1989 wird eine Frau im Central Park vergewaltigt. Fünf Jugendliche werden in den Verhören von der Polizei zu einem Geständnis genötigt. Und landen unschuldig im Gefängnis. Die Serie schockiert nicht nur, sondern sie ist teilweise nicht zu ertragen, da die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht. Und schon damals Personen wie Donald Trump mitmischten. Er forderte in mehreren Tageszeitungen die Todesstrafe der Täter. 

Auf Netflix findet ihr außerdem noch eine Zusatzfolge, die die richtigen 5 Jungs zeigt, die mittlerweile zu Männern geworden sind und in Oprah Winfreys Show erklären, wieso dieser Fall ihr Leben zerstört hat.

Auf Netflix kannst du auch die Serie When they see us gucken

Struktureller Rassismus ist ein großes Problem

Du musst keinen dicken Wälzer mehr aufschlagen, um mehr über strukturellen Rassismus zu erfahren. Die neuen Medien geben uns zig Möglichkeiten, um uns zu informieren. Die oben genannten Serien und Dokus können ein erster Schritt sein, um zu verstehen, wie stark verwurzelt das Problem Rassimus in der Justiz und in anderen Bereichen eigentlich ist.

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