Viele von uns sehnen sich nach Kultur und Abwechslung in diesem tristen Corona-Alltag. Aber noch ist unklar, ob all das in naher Zukunft stattfinden kann. Ein wissenschaftliches Experiment macht nun jedoch Hoffnung. Hoffnung darauf, dass Konzerte trotz Corona-Pandemie möglich sind. Zumindest unter bestimmten Auflagen.

Konzerte trotz Corona möglich – sagen Wissenschaftler:innen

Vor einem Monat fand in der spanischen Großstadt Barcelona trotz Corona ein Konzert statt. 5.000 Menschen konnten die Indie-Pop-Band Love of Lesbian live verfolgen, die Songs der Band mitsingen und ihre Hüften zu den rockigen Beats schwingen. Und das, ohne soziale Distanz einhalten zu müssen.

Unter der Aufsicht von Wissenschaftler:innen wurde das Bestmögliche getan, um das Infektionsrisiko zu senken. So mussten die Teilnehmenden eine FFP2-Maske tragen und kurz vor dem Konzert einen Antigen-Test machen. Nur wer auf seinem Handy ein negatives Ergebnis vorweisen konnte, erhielt Zutritt zum Saal.

Desinfektionsmittel wurde zur Verfügung gestellt, eine gute Lüftungsanlage installiert und auch die Zuschauer:innen auf vier Eingänge verteilt und über Stunden hinweg reingelassen. Wer dann endlich im Konzertsaal drin war, musste Abstand zu den anderen Personen halten.

Doch wie ging das Experiment aus? Wie viele Menschen steckten sich auf dem Konzert mit Corona an? Die Antwort lieferten zwei Wochen später die PCR-Tests, die 96 Prozent der Konzertteilnehmenden machten. Das erstaunliche Ergebnis stellten die Wissenschaftler:innen am Dienstag vor.

Maske, Lüftungsanlage und negativer Coronatest machten das Konzert möglich. Foto: Europa Press News/ Getty Images

Wie kommen die Wissenschaftlerinnen zu dem Ergebnis?

Von 5.000 Teilnehmenden hatten nur sechs Personen eine nachgewiesene Coronainfektion. Und bei vier von ihnen war klar, dass sie sich nicht auf dem Konzert mit Corona angesteckt haben. Bei den anderen beiden ist der Infektionsort unbekannt.

Heißt im Klartext: Würde man die Neuinfektionen mit Corona vom Konzert auf rund 100.000 Menschen pro Woche hochrechnen, käme man auf 65 Fälle. Und damit auf einen Wert, der sogar noch niedriger ist als in der allgemeinen Bevölkerung (nämlich 147,75 Fälle pro 100.000 Einwohnerinnen in der Woche).

Das Fazit der Veranstalterinnen: „Bei uns auf dem Konzert ist es sicherer als draußen auf der Straße“. Und Josep Maria Llibre, ein Arzt, ergänzt: „Es gibt keine Anzeichen dafür, dass es innerhalb der Veranstaltungen zu Ansteckungen kam. Ein Konzert mit Live-Musik in Innenräumen mit vorherigem Antigen-Screening ist eine sichere Aktivität“.

Konzert trotz Corona: Eine Sache sollte dabei nicht vergessen werden

Unterstützt wurde die gesamte Aktion vom katalonischen Kultur- und Gesundheitsministerium sowie der Stadt Barcelona. Warum? Weil die Stadt damit zeigen will, dass Kulturstätten im Sommer wieder öffnen könnten. Zumindest unter bestimmten Auflagen. Ganz uneigennützig war das Experiment jedoch nicht. Denn Barcelona will ihren Ruf als Konzert- und Festivalstadt retten.

Obwohl die Meldung verheißungsvoll klingt, sollte eines darüber hinaus nicht vergessen werden. Nämlich, dass alle Besucher:innen des Konzertes genau wussten, worum es in dem Experiment geht. Ob sie sich bei einer regulären Veranstaltung genau so verhalten würden? Weiß niemand. Und auch, ob all die Sicherheitsvorkehrungen bei späteren Events genau so durchzusetzen sind, ist noch unklar. Wie so vieles in dieser Zeit. Was dennoch bleibt, ist ein kleiner Hoffnungsschimmer.

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