Kino Corona
Viele Kinos kämpfen in der Pandemie ums Überleben. (Photo: draganab/ istock) Source: draganab/ istock

Wie das Coronavirus der Filmbranche zusetzt

Die Corona-Krise trifft die Kinos besonders hart. Wie lange halten sie noch durch?

In der Filmbranche ist die Enttäuschung groß.

Denn immer mehr Blockbuster werden aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Die Kinos bleiben leer. Und nun warnen Branchenexperten vor einem Kinosterben. 

Kinos in der Corona-Krise: Wenn James Bond fehlt, fehlen die Zuschauer

"No time to die" heißt die neueste Mission von James Bond. Eigentlich sollte der Film längst in den Kinos laufen und zu Millionen Ticketverkäufen führen, doch aufgrund der Corona-Krise wurde der Filmstart verschoben – nun sogar bis zum April im nächsten Jahr. 

Das Problem dabei: Gerade jetzt hätten die Kinos einen großen Blockbuster gebraucht. Denn in Folge der Corona-Krise ist der Ticketverkauf der Kinos um 60 % eingekracht. Das hat der Hauptverband Deutscher Kinotheater bekannt gegeben.

Wer sich in den Kinosälen umschaut, sieht vor allem eines: gähnende Leere. Denn die Säle werden derzeit nicht voll, was auch an den Abstandsregeln liegt. Je nach Bundesland müssen nämlich ganze Sitzreihen frei bleiben, wodurch nicht so viele ZuschauerInnen in die Kinos passen. Christine Berg vom Hauptverband Deutscher Kinotheater erklärt deshalb auch: "Im Moment muss man ehrlich gestehen, rentiert es sich überhaupt nicht."

Der Verband will deshalb mehr Menschen in die Säle lassen, damit die Kinos wieder ansatzweise ihre Kosten decken können. Und dafür fordert er eine Anpassung der Hygieneregeln.

Wie hoch ist das Risiko einer Corona-Infektion im Kino?

Denn laut einer Untersuchung der TU Berlin soll die Aerosolbelastung in den Kinos nicht hoch sein, ja sie soll sogar noch niedriger als im Büro sein. Denn die Decken in den Kinosälen sind hoch und es gibt gute Belüftungssysteme. Hinzu kommt, dass die BesucherInnen nur wenig reden und nach vorne auf die Leinwand schauen.

Corona Kino
Kino & Corona? Ja!(Photo: antoniodiaz/ shutterstock)

Doch: Werden angepasste Hygieneregeln wirklich die BesucherInnen zurück in die Säle holen? Insbesondere wenn die großen Blockbuster fehlen? Das weiß bislang niemand genau.

"Wir stehen tatsächlich am Abgrund"

Um das Kinosterben zu verhindern, setzt Berg nicht nur auf staatliche Maßnahmen, sondern fordert auch die KinobetreiberInnen dazu auf, ältere Filme zu zeigen oder auf solche zu setzen, die im ersten Augenblick noch gar nicht so groß erscheinen. Und dennoch viel Potenzial haben.

Corona Kino
Nach Corona wieder ins Kino.(Photo: Tatyana Aksenova/ shutterstock)

Denn mit Blick auf andere Länder wie etwa Großbritannien, wo die Kinokette Cineworld in Folge der Corona-Krise schließen muss, steht für Berg längst fest, dass in den nächsten zwei Monaten etwas passieren muss: "Wir stehen tatsächlich am Abgrund." Und weiter warnt sie: "Ich kann das nur hoch emotional ausdrücken...Eine Branche, die es seit 150 Jahren gibt, droht kaputt zu gehen."

Deshalb wendet sie sich auch an die Filmliebhaber mit einem deutlichen Appell: "Geht ins Kino und genießt den Abend - mit Abstand und leckerem Popcorn." 

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