Anlässlich des Weltfrauentags haben wir für dich eine bunte Auswahl feministischer Bücher zusammengestellt. Vom Klassiker bis zum Comic ist alles dabei!

Leider ist in Deutschland der Weltfrauentag am 8. März nur in Berlin ein gesetzlicher Feiertag, obwohl alle Menschen allen Grund haben, das bislang Erreichte zu feiern. Dass der von Frauen angeführte Kampf um Selbstbestimmung und Gleichberechtigung noch lange nicht vorbei ist, können wir von feministischen Büchern lernen.

Diese feministischen Bücher gehören in dein Regal

Ob Bestseller, Comic, Bildband oder feministisches Buch für Kinder: Lass dich von beeindruckenden Autor:innen, Sachbüchern, Romanen und Heldinnen inspirieren. Dass der Weltfrauentag in vielen Ländern wenigstens im kollektiven Bewusstsein stattfindet, ist ein Erfolg. Dennoch beweisen feministische Bücher, dass sich unsere Gesellschaft immer noch auf dem Weg zur Emanzipation befindet und noch nicht am Ziel angelangt ist. 

1. Margarete Stokowski ist Untenrum frei: Der Bestseller

Margarete Stokowski schreibt für Spiegel Online wöchentlich eine Kolumne, die sich großer Beliebtheit erfreut. Kein Wunder, mit spitzer Feder, analytischer Schärfe und reflektierter Weitsicht seziert und kommentiert sie das Tagesgeschehen sowie gesellschaftliche Phänomene aus feministischer Perspektive.

In dem 2016 erschienenen Bestseller Untenrum frei widmet sich die freie Autorin feministischen Themen, die sie anhand eigener Erfahrungen illustriert. Das ist je nach Leser:in entweder verstörend, bestätigend oder auch erheiternd – auf jeden Fall ist es lesenswert.

Der Einfluss, den Magarete Stokowski im deutschsprachigen Raum auf den feministischen Diskurs hat, lässt sich nicht zuletzt daran erkennen, dass der Online-Blumenversand Colvin zum letztjährigen Weltfrauentag einen Blumenstrauß führte, der ihren Namen trug.

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Untenrum frei von Margarete Stokowski Credits: Rororo Verlag

2. Sophie Passmann spricht mit alten weißen Männern: Der Schlichtungsversuch

Sophie Passmann ist Poetry-Slammerin, Radiomoderatorin, schreibt für Fernsehformate, war zu Gast bei Jan Böhmermanns NEO MAGAZIN ROYALE und führte durch Joko & Claas‘ TV-Ausstellung Männerwelten. Nebenbei hat sie noch ein unterhaltsames Buch über alte weiße Männer geschrieben.

Der Titel des Buches ist selbsterklärend: Sophie Passman befragt in Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zum Thema Feminismus. Dabei entlarvt sie die Interviewten mit unbequemen Fragen und hört ihnen aufmerksam zu.

Mit von der Partie sind zum Beispiel der ehemalige BILD-Chefredakteur Kai Diekmann, der SPD-aufrüttelnde Politiker Kevin Kühnert, der Stammtisch-Stammgast Marcel Reif und der kommunenerprobte Rainer Langhans. Eine vergnügliche Lektüre!

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Sophie Passmann spricht mit alten weißen Männern. Credit: KiWi Verlag

3. Simon de Beauvoir dekonstruiert „Das andere Geschlecht“: Der Klassiker

Wer heutzutage über Feminismus spricht, bezieht sich – bewusst oder unbewusst – immer auf Simon de Beauvoirs Meilenstein Das andere Geschlecht. Das Buch ist das Standardwerk in der Landschaft feministischer Literatur, an dem sich viele Kontroversen entzündeten.

Der große Verdienst von Simon de Beauvoir ist, dass sie in Das andere Geschlecht die Rolle der Frau als gesellschaftliche Konstruktion beschreibt. Diese Trennung in biologisches und gesellschaftlich geprägtes Geschlecht ist ein Gedanke, der damals in den Sozialwissenschaften neu war und den die Gender Studies später weiterentwickelten.

Falls du also den historischen Werdegang des Feminismus nachvollziehen möchtest, kommst du an Das andere Geschlecht von Simon de Beauvoir nicht vorbei. Es handelt sich um ein philosophisches Buch und ist daher nicht unbedingt ein Schmöker für zwischendurch. Aber es lohnt sich definitiv!

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Übrigens: Wir empfehlen dir auch diese Bücher mit starken Frauen. Sie regen zum Nachdenken an.

simone de beauvoir das andere geschlecht
Simone de Beauvoir: Das andere Geschlecht. Credit: Rohwolt

4. Liv Strömquist illustriert den „Ursprung der Welt“: Der Comic

Liv Strömquist genießt hohes Ansehen – bei passionierten Comic-Leser:innen und Feminist:innen gleichermaßen. Die internationale Fangemeinde verdankt die Schwedin ihren Graphic Novels, die sarkastisch, aber auch humorvoll sind und die Machtverhältnisse im Allgemeinen und die gesellschaftliche Rolle der Frau im Besonderen analysieren.

In Liv Strömquists bekanntestem Werk Der Ursprung der Welt erfahren wir etwa, dass der Erfinder von Kelloggs, John Harvey Kellogg, lieber bei seinen Frühstücksflocken hätte bleiben sollen. Denn er verfasste leider fragwürdige Bücher. Eines seiner Anliegen dabei: Frauen sollen nicht masturbieren und enthaltsam leben. Wenig überraschend, dass er nach eigenen Aussagen mit seiner Ehefrau nie Sex gehabt haben soll.

Die insgesamt sieben Episoden sind ansprechendend gezeichnet und einfach gehalten. Sie kreisen um bizarre, witzige und erschreckende Anekdoten, die im besten Falle erhellend sind und den Leser:innen so einen empowernden Blick auf den eigenen Körper geben.

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Liv Strömquvist: Der Ursprung der Welt. Credit: Avant Verlag

5. Die sehenswerte Geschichte des Feminismus: Der Bildband

So sperrig der Titel des Bildbands ist, so kurzweilig ist das Vergnügen, das du mit Feminismus: Die illustrierte Geschichte der weltweiten Frauenbewegung haben wirst. Ikonografische Fotografien von berühmten und unbekannten Vorkämpferinnen des Feminismus werden in dem Buch versammelt, das in den Regalen kritischer Köpfe nicht fehlen darf.

Die zu den Bildern und Fotografien beigestellten Texte drehen sich um Themen, die für alle Feminist:innen von Belang sind. Ob Wahlrecht, Gleichberechtigung im Beruf, private Selbstbestimmung, historisch wechselhafte Vorstellungen von Schönheit oder die Rechte von LGBTQIA*: Der Bildband von Jane Gerhard wirkt allumfassend.

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Der Bildband zum Thema Feminismus. Credit: Prestel

6. Bell Hooks über Die Bedeutung von Klasse: Die Autobiographie

Marginalisierte Perspektiven sind in der Literatur am eindrücklichsten, wenn sie selbst den Leser:innen von ihren Erfahrungen berichten. Die Geschichte der afro-feministischen Autorin Bell Hooks in Die Bedeutung von Klasse ist ihre eigene. Die Autobiographie gibt einen aufklärenden Einblick in ihr spannendes Leben.

Bell Hooks‘ Erzählung beginnt in den Südstaaten. Von dort nimmt sie uns mit und erzählt vom beschwerlichen Alltag an amerikanischen Universitäten. Die Bedeutung von Klasse beschränkt sich nicht auf Feminismus. Rassismus und der sozio-ökonomische Background der Autorin spielen ebenfalls eine große Rolle. Intersektionalität war nie lesenswerter!

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Bell Hooks: Die Bedeutung von Klasse. Credit: Untrast

7. „Good Night Stories for Rebel Girls“: Das feministische Buch für Kinder

Klischees, was Mädchen können, sollen und dürfen, entfalten sich bereits in der frühen Kindheit. Feministische Bücher für Kinder sind ideal, damit deine Kinder mit empowernden Rollenbildern aufwachsen. Good Night Stories for Rebel Girls von Elena Favilli und Francesca Cavallo ist das Paradebeispiel eines gelungenen feministischen Buchs für Kinder.

Neben den vielen inspirierenden Geschichten über das Leben und Wirken von Forscherinnen, Entdeckerinnen und Heldinnen empfehlen wir dir das Buch auch wegen der hübschen, kindgerechten Illustrationen. Das Buch ist für Kinder ab 10 Jahren geeignet und als Geschenkidee auf jeden Fall eine gute Wahl!

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Goodnight Stories for Rebel Girls. Credit: Hanser

Lass dich von diesen feministischen Büchern empowern

Feministische Bücher bilden, unterhalten, erschrecken oder bringen dich zum Lachen. Es gibt wohl keinen besseren Anlass als den Weltfrauentag, um dein Wissen zu Themen, die für Frauen wichtig sind, zu erweitern oder zu vertiefen.

Artikel von Peter Schuster