Der Drogenbericht zeigt nicht nur, auf welche Drogen die Jugendlichen heutzutage abfahren. Er deckt auch ein typisches Verhalten auf, das in einer Sucht enden könnte.

Egal, ob Top Boys, Breaking Bad, Narcos oder die Songs von Bonez MC: In der Popkultur werden Drogen wie Koks, Gras und Alkohol immer wieder zum Thema. Doch wie beliebt sind Drogen in der Realität? Wie viele Jugendliche nehmen sie wirklich? Das hat sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig angesehen und ihre Ergebnisse im Drogenbericht vorgestellt.

Drogenbericht: Wenn mehr Leute zu Hause bleiben

Gleich vorneweg: Auch der Bericht kommt nicht an dem alles beherschenden Thema in diesem Jahr vorbei. Das Coronavirus spielt auch hier eine Rolle. Denn laut dem Bericht lauern im Lockdown neue Suchtgefahren: Die Jugendlichen verbringen nämlich mehr Zeit zu Hause und landen dementsprechend häufig vor dem Bildschirm. 70 % von ihnen spielten mehr Online-Spiele oder verbrachten mehr Zeit in den Sozialen Medien. Wie und ob Schulschließungen tatsächlich zu mehr Mediensüchten führt, soll nun eine Befragung im nächsten Jahr zeigen.

Diese Droge ist mittlerweile das „Mega-Thema“

Ein weiteres Ergebnis des Drogenberichts ist, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen gesunken und der Cannabiskonsum auf einem High ist. So haben 10,4 % der 12- bis 17-Jährigen schon einmal Cannabis geraucht. Und bei den 18-bis 25-Jährigen sind es sogar 47 %.

Aber auch eine andere Droge wird laut Bericht zum Problem: Koks. Die Droge ist extrem teuer, macht wach und selbstbewusst. Dementsprechend wurde sie früher häufiger von der Elite genommen. Doch mittlerweile soll die Droge auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen sein. Der Bericht attestiert deshalb: „Kokain ist mittlerweile das Mega-Thema„.

Ein großes Problem stellt die Corona-Krise für die Kinder von Suchtkranken dar. Denn wenn die Schulen dicht sind, sind die Kinder stärker auf sich allein gestellt. Brauchten Betroffene Hilfe, konnten sie im Lockdown kein persönliches Gespräch mit Experten führen. Und ihnen blieb nur der Griff zum Telefon.

Das soll sich in Zukunft ändern

Die Bundesregierung will deshalb in Zukunft Projekte fördern, bei denen LehrerInnen die Kinder von Suchtkranken schneller erkennen und lernen, gut mit ihnen umzugehen. Hinzukommen sollen mehr Telefon- und Online-Angebote sowie mehr Hilfen für suchtkranke Erwachsene. 

Um den Drogenkonsum zu reduzieren, setzt die Drogenbeauftragte auf eine Dreifach-Kombi: Die Prävention soll verbressert werden, Suchtgefährdete schneller erreicht und Konsumenten vor dem Absturz bewahrt werden.

Warum der Drogenbericht zerrissen wird

So spannend die Ergebnisse des Drogenberichts auch sein mögen, so umstritten sind sie auch. Wieland Schinnenburg, der Sprecher für Drogen- und Suchtpolitik der FDP-Fraktion etwa urteilt: „Dieser Drogen- und Suchtbericht ist einfach nur peinlich„. Der Bericht sei ein Armutstezgnis der Bundesregierung, er liefere im Vergleich zu den Vorjahren kaum belastbare Daten. Zudem, so kritisiert er, würden wichtige Themen, wie etwa der Medikamentenmissbrauch oder die Wirksamkeit der Gegenmaßnahmen ausgeblendet.

Seit Jahren diskutiert Deutschland darüber, ob es nicht besser wäre, Cannabis zu legalisieren. Während die einen das strikt ablehnen, fordern die anderen eine regulierte Cannabis-Abgabe und damit auch einen deutlichen Kurswechsel zur aktuellen Drogenpolitik.

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