Singapur
Singapur: Wie das Leben der Zukunft aussehen könnte Foto: Housing & Development Board / Housing & Development Board

Wer an die großen Klimaschutz-Vorreiter denkt, hat nicht gerade Singapur im Sinn. Denn der Stadtstaat überzeugt zwar mit blitzsauberen Straßen. Doch ein genauerer Blick auf die CO2-Emissionen zeigt, dass Singapurs weiße Weste nicht nur fleckig, sondern übersäht ist mit schwarzen Flecken. Denn im Stadtstaat leben lediglich sechs Millionen Einwohner:innen und dennoch sind die CO2-Emissionen pro Kopf ziemlich hoch. Zu hoch. Die Emissionen gehören zu den höchsten der Welt.

Laut Regierung gibt es dafür auch eine einfache Erklärung. Nämlich, dass die Temperaturen in sechs Jahrzehnten doppelt so schnell gestiegen sind wie im globalen Durchschnitt. Und hinzu kommen noch die tropischen Temperaturen von ungefähr 27 Grad Celsius das ganze Jahr über. Und das wiederum führt dazu, dass die Bewohner:innen auf schädliche Klimaanlagen setzen. 

Singapurs Regierung tüftelt deshalb an einer möglichen Lösung und hat dafür ein neues Stadtkonzept vorgestellt, das es wirklich in sich hat.

Singapur: Jetzt kommt das umweltfreundliche Stadtkonzept

In den nächsten Jahren soll in Singapur der neue Stadtteil „Tengah“ entstehen. Das, was hier passiert, soll zum Vorbild für andere Stadtprojekte werden.

Dafür schraubt die Regierung an mehreren Stellschrauben. wmn stellt die Wichtigsten vor.

1. Tengah in Singapur soll intelligent gekühlt werden

Das neue Stadtkonzept greift das Problem direkt an der Wurzel: Denn anstatt vieler, kleiner Klimaanlagen soll es ein intelligentes, effizientes und vor allem zentrales Kühlungssystem geben. Hierfür soll Wasser mithilfe von Solaranlagen gekühlt und dann anschließend in die einzelnen Wohnungen weitergeleitet werden.

Win-Win: Die Bewohner:innen können weiterhin die Temperatur in ihrer Wohnung so einstellen, wie sie wollen. Und on top zahlen sie weniger für die Klimatisierung.

Aber damit nicht genug. Die Gebäude im Bezirk sollen auch unterschiedlich hoch gebaut werden, sodass mehr Wind durch die Straßen fegt und sich der Stadtteil nicht so stark aufheizt. Ergänzt wird das Ganze durch viele Parks und Grünflächen, die ebenfalls eine kühlende Wirkung haben.

2. In Tengah verschwinden die Autos von der Bildfläche

Außerdem werden Autos unsichtbar gemacht. Denn die Straßen werden nicht oben an der Oberfläche gebaut, sondern unterirdisch. Das schafft mehr Platz für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen. 

Da hier in Zukunft vor allem auch Elektro- und autonom fahrende Autos fahren sollen, werden außerhalb des Zentrums Ladestationen entstehen.

Singapur Tengah
Singapur stampft einen neuen Stadtbezirk aus dem Boden & die Autos sollen unteriridisch fahren(Photo: Government of Singapore)

3. Und zaaack, ist der Müll weg

Hinzukommt aber auch, dass der Müll abgesaugt und zentral gespeichert werden soll. Monitore erkennen automatisch, wann er dann abgeholt werden muss.

4. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Per App können alle Bewohner:innen ihren Energie- und Wasserverbrauch überwachen. Und in allen Wohnblöcken stehen digitale Anzeigen, die zeigen, wie hoch der Verbrauch ist. Das Ziel dahinter: Die Bürger:innen sollen einen Anreiz haben, ihren eigenen CO2-Verbrauch zu überdenken. Und vielleicht, ja vielleicht sind sie dann auch angespornt, etwas zu verändern.

Die Frage aller Fragen: Wie teuer wird das Leben in Singapurs neuem Stadtteil Tengah?

Der Stadtbereich wird inmitten einer grünen Oase, inmitten von Wäldern und der Natur gebaut. Ein Hintergedanke dabei ist vor allem, dass die Nähe zur Umwelt den Menschen dabei helfen soll, umweltbewusster zu leben.

In Zukunft werden ungefähr 42.000 Wohnungen in Tengah gebaut, die über Langzeitverträge von der Regierung vermietet werden.  Die ersten Bewohner:innen sollen 2023 in den neuen Stadtteil einziehen. Dann wird sich zeigen, ob der Stadtteil wirklich so lebenswert ist und ob Tengah tatsächlich zu einem Vorbild für andere Städte werden kann.

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