Jedes Jahr sammeln wir alte Handys, Computer, Kühlschränke, Toaster, Föhne oder Kameras an – denn ständig kaufen wir uns neue Elektrogeräte. Die Alten? Brauchen wir dann nicht mehr. Allein im letzten Jahr haben wir weltweit 53 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert. Das zeigt die Studie Global E-Waste Monitor 2020. Doch unser Konsum hat gravierende Folgen. Und zwar für uns Menschen und die Umwelt.

Dein Elektroschrott schädigt die Umwelt

Tatsächlich wird aus dem Elektroschrott von alten Geräten nur ein Fünftel wieder eingesammelt und recycelt. Der Rest landet zum Teil im normalen Müll, anschließend wird er gelagert und verbrannt. Andererseits reparieren Händler die alten Geräte auch wieder und verkaufen sie dann in ärmeren Ländern.

Aber: Sieben bis 20 % werden auch illegal exportiert. So landen alte Kühlschränke oder Handys auf Mülldeponien in Osteuropa, Asien oder Afrika. Dort angekommen nehmen die Menschen sie mit ihren bloßen Händen auseinander und arbeiten ohne jegliche Arbeitsschutzmaßnahmen. Für die Menschen vor Ort ist das verheerend, denn sie fassen mit ihren Händen nicht nur Schmutz oder Plastik an, sondern auch extrem toxische und umweltschädigende Dinge wie etwa Quecksilber oder Flammschutzmittel. Hinzu kommt, dass so ein Elektroschrottberg extrem viel CO2 enthält.

Elektroschrott
Elektroschrott ist ein globales Problem(Photo: KaliAntye/ shutterstock)

Der Berg an Elektroschrott wächst schneller als die Weltbevölkerung

 „Die Menge an Elektroschrott ist in den letzten fünf Jahren drei Mal schneller gewachsen als die Weltbevölkerung“, erklärt Antonis Mavropoulos, der Präsident der International Solid Waste Association.

Doch: Wieso produzieren wir immer mehr Elektroschrott? Laut Studienautoren wachsen die Mittelschichten in vielen Ländern, die sich ebenfalls technische Geräte leisten können. Hinzu kommt, dass immer mehr alltägliche Produkte, wie etwa das Fahrrad elektrifiziert werden. Aber auch mit unserem Konsum und der Jagd auf die neusten Trendprodukte wie etwa Smartphones und Kameras unterstützen wir den umweltschädlichen Kreislauf. 

Ein weiteres Problem ist laut Studienautoren aber auch, dass vielen Verbrauchern ein Bewusstsein für die Situation fehlt. Denn anstatt den Elektroschrott zu einer Sammelstelle zu bringen, schmeißen viele Bürger die alten Toaster oder Bildschirme einfach in den normalen Hausmüll. Damit erschweren wir jedoch das Recycling.

Wie wir das Problem lösen können

Was hilft, ist also vor allem die Eigeninitiative der Verbraucher. Doch wichtig wären auch mehr Services, bei denen die Kunden ein Produkt kaufen, das aber Eigentum des Herstellers bleibt. Somit hätte dieser womöglich ein größeres Interesse daran, seinen Kunden langlebigere Produkte anzubieten. Außerdem könnten die Händler den Verbrauchern einen Rabatt einräumen, wenn sie beim Kauf eines neuen Produktes ein altes Gerät abgeben.

Konsum
Muss es jedes Jahr das neueste Handy sein?(Photo: DisobeyArt/ Shutterstock)

 „Wir sollten auch viel aktiver einfordern, dass die Unternehmen angeben, wie ökologisch ihre Produkte sind, wie hoch die Recyclingquote ihrer Geräte ist, inwieweit das Material, das für neue Produkte genutzt wird, recycelt wurde und Ähnliches“, erklärt Rüdiger Kühr, ein Mitautor der Studie.

Kühr wundert sich darüber, dass die Autobranche oder die Luftfahrtindustrie mit klimafreundlichen Initiativen werben – aber dass das in der Tech-Branche noch kein Thema ist.

Mehr zum Thema Umwelt gefällig?

Der Bundestag einigt sich auf den Kohleausstieg bis 2038 – aber reicht das fürs Klima? Bei uns findest du die Antwort.

Dänemark ist das nachhaltigste Land. Hier erfährst du, was wir uns von dem Land abgucken können.

Die Altkleidercontainer quellen über & das Textilrecycling steht vor dem Zusammenbruch. Was bedeutet das für uns?