Corona Geschäfte
Corona: Geschäfte leiden in der Pandemie Foto: BalkansCat/ istock / BalkansCat/ istock

Die Corona-Pandemie hat den Einzelhandel mit voller Wucht getroffen!

Allein bis zum September in diesem Jahr gab es acht Großinsolvenzen. Laut dem Kreditversicherer Euler Hermes bedeutet das eine Zunahme um 166 % gegenüber dem letzten Jahr. 

Doch damit nicht genug: Der Kreditversicherer geht davon aus, dass noch weitere Geschäfte unter dem Coronavirus leiden werden. Die düstere Prognose: Es kommt zu weiteren Insolvenzen.

So leiden die Geschäfte unter Corona

Die Corona-Pandemie hat die Geschäfte hart getroffen. Mit dem ersten Lockdown mussten sie ihre Türen schließen. Die Kunden blieben aus. Und damit auch das Geld. 

Zuletzt stiegen die Corona-Zahlen wieder und damit auch die Angst vor einer Ansteckung. Die Folge: Die Besucherzahlen sind in den letzten Wochen wieder zurückgegangen. Im Gegensatz zur normalen Besucherfrequenz sogar um 68 %. Etwa in München.

Weihnachtsvorfreude? Nein, Existenzängste!

Für die Händler bedeutet das Weihnachtsgeschäft vor allem eines: hohe Einnahmen. Und diese brauchen sie eigentlich auch, um die umsatzschwache Zeit von Januar bis März zu bestehen. Doch Corona macht den Geschäften einen Strich durch die Rechnung, wodurch sich viele nicht bis zum Frühjahr über Wasser halten könnten. Davor warnt Ron van het Hof, der Geschäftsführer von Euler Hermes Deutschland gegenüber der Deutschen Presse Agentur.

Laut einer repräsentativen Umfrage des Handelsverbands Deutschland wollen die Bundesbürger in diesem Jahr zwar ähnlich viel Geld für ihre Weihnachtsgeschenke ausgeben wie im letzten. Doch: Sie wollen seltener einkaufen gehen. Und 44% wollen vor allem online shoppen.

Richtiges Pech: Auch der umsatzstarke Einkaufstag Black Friday mit seinen Rabatten am 27. November dürfte noch in die Phase des Teil-Lockdowns fallen und somit zu weniger Umsatz führen.

Dreifacher Tsunami für die Innenstädte

Längst ist nicht nur die Corona-Krise für die miserable Lage verantwortlich. Denn auch schon zuvor haben viele Innenstädte mit dem Strukturwandel gekämpft. Obwohl auch schon vor der Pandemie viele Menschen online shoppten, haben es viele Händler bis heute nicht geschafft, ihr Geschäft digital auszubauen.

Eine Entwicklung, die schon zuvor kritisch betrachtet wurde. Und jetzt, in der Corona-Krise wie ein Brandbeschleuniger wirkt. Manchen angeschlagenen Unternehmen hat die Pandemie nun den Rest gegeben.

Radiert Corona diese Geschäfte aus?

Dazu zählen unter anderem H&M und Zara-Mutterkonzern Inditex. Obwohl sie sich (auch mit ihrem Online-Geschäft) schneller von der Krise erholt haben als gedacht, werden sie viele Filialen schließen. Denn wie sich die Situation mittelfristig entwickelt, ist noch unklar. Etwa, ob die Kunden, die sich die Kleidung nach Hause liefern lassen, mehr zurückschicken. Und ob die Menschen, die im Homeoffice arbeiten, wirklich genau so viele Business-Ouftits wie zuvor kaufen.

Wie zuletzt bekannt geworden ist, muss auch die Deko-Kette Depot insgesamt 60 Geschäfte schließen. Nicht anders sieht es bei Tally Weijl aus. Runners Point schließt sogar alle Filialen. Saturn und Media Markt streichen laut RTL ebenfalls mehrere Stellen und machen Märkte dicht.

Auch bei Hallhuber und Bonita kriselt es. Und Branchenriesen wie Galeria Karstadt Kaufhof, Esprit, Tom Tailor und Gina Tricot haben bereits Insolvenzverfahren angemeldet.

Wie also geht es in Zukunft weiter?

Steffen Jost, der Präsident des Handelsverbandes Textil (BTE) macht eine düstere Prognose:Das Gesicht vieler Städte wird sich massiv verändern. Manche Innenstädte wird es unter Umständen nicht mehr geben.

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