Kaffee gehört zu unseren Lieblingsgetränken, viele trinken ihn, um morgens wach zu werden. Doch: der Kaffee steht vor dem Aus.

166 Liter – so viel Kaffee trinkt jeder und jede Deutsche pro Jahr. Damit gehört das flüssige Gold hierzulande zu den absoluten Lieblingsgetränken. Aber wusstest du, dass deine morgendliche Tasse Kaffee aufgrund des Klimwandels so teuer werden könnte, dass du sie dir nicht mehr leisten kannst? wmn erklärt dir, woran das liegt und was die Lösung ist.

Dank Klimawandel wird Kaffee zur Mangelware

Die perfekte Temperatur, genug Regen und fruchtbare Böden – in den letzten Jahren hat sich der Kaffeeanbau für Bauern noch richtig gelohnt. Doch ein Blick in die Zukunft zeigt: So wird es nicht weitergehen. Ganz im Gegenteil! Laut einer Studie, die in der Fachzeitschrift Science Advances erschien, sind 60 Prozent der wildwachsenden Kaffeearten vom Aussterben bedroht.

Es ist vor allem der Klimawandel, der den Kaffeeanbau gefährdet! Denn in Folge der globalen Erwärmung nehmen Naturkatastrophen wie Dürren und Überflutungen, aber auch die Entwaldung, Krankheiten und Schädlinge zu und richten großen Schaden an.

Wissenschaftler:innen vom World Resources Institute (WRI) schlagen deshalb Alarm: „Ohne Anpassungsmaßnahmen gehen Experten davon aus, dass der Klimawandel die für den Kaffeeanbau geeigneten Flächen bis 2050 weltweit um rund 50 Prozent reduzieren wird.“

Kaffee trinken
Kaffee trinken: das gehört für viele zu einem gelungenen Start in den Tag dazu. IMAGO / Addictive Stock

Und das hat nicht nur für die Anbau-Länder Konsequenzen, sondern auch für uns: Wenn die Ernte des Kaffees aufgrund des Klimawandels immer knapper wird, können immer weniger Menschen vom Kaffeeanbau leben, geben auf – und der Kaffee wird so langsam aber sicher zum teuren Luxusgut.

Was ist die Rettung?

Da Kaffeepflanzen sehr empfindlich auf klimatische Veränderungen reagieren, gäbe es laut Friedel Hütz-Adams vom Südwind-Institut in Bonn vor allem eine Lösung. Nämlich „klimaresistente Sorten zu züchten“.

Doch die Züchtungen kosten Geld. Und zwar eine Menge: „Da sind Investitionen nötig, denn bis neue Kaffee- oder Kakaopflanzen Früchte tragen, kann es Jahre dauern und Tausende von Dollar kosten.“

Hierfür müssten einerseits die Regierungen und Unternehmen finanzielle Hilfe leisten und vor allem auch wir, die Verbraucher:innen nehmen eine entscheidende Rolle ein und könnten den Bauern einen höheren Preis zahlen. Tun wir das in Zukunft nicht, wird es in ein paar Jahren keinen Kaffee mehr aus Ländern wie Äthopien oder Uganda mehr geben.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer

Etwas Hoffnung gibt uns jedoch Australien, weil es dort nicht so viele Schädlinge gibt, die die Ernte verkleinern: „Hier haben wir derzeit keinen Kaffeerost, keinen Kirschbohrer oder andere große Schädlinge und Krankheiten. Dies ist im Vergleich zu den meisten Produktionsgebieten der Welt einzigartig“ weiß Graham King von der Southern Cross University. Deshalb werden in Australien 20 klimaresistente Sorten getestet.

Doch leider ist die Kaffee-Produktion in Australien so gering, dass sie nicht einmal die Nachfrage im eigenen Land bedienen kann. Hinzukommt, dass der Kaffee zehn bis 15 Prozent weniger Koffein enthält als der aus Afrika oder Lateinamerika.

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