Diskussionen über die Auswirkungen unserer industriellen Errungenschaften auf die Erderwärmung rückten in den 1960er- Jahren das erste Mal in den Fokus. Der Zusammenhang wurde erst in den 1980er- Jahren wissenschaftlicher Konsens. 

Die Ursprünge der Untersuchungen liegen allerdings fast zwei Jahrhunderte zurück. Die Frauenrechtlerin, US-Forscherin und Entdeckerin Eunice Newton Foote leistete 1856 Pionierarbeit und legte mit ihren Experimenten einen Grundstein in der heutigen Klimaforschung und im Kampf gegen den Klimawandel.

Klimaforscher & Entdecker geraten häufig in Vergessenheit

Wer sich damals auf dem Gebiet der Klimaforschung versuchte, experimentierte und veröffentlichte schnell unter dem Radar. Der US-Amerikaner Roger Revelle warnte als Erster vor den ungehemmten Öl-, Gas- und Kohleverbrennungen und benutzte wahrscheinlich auch zuerst den Begriff, der uns heute den ein oder anderen Schrecken einjagt: Global Warming.

Genau wie der Ozeanograf Revelle war auch Foote bis vor Kurzem den wenigsten ein Begriff. Ihre Versuche waren dennoch ähnlich wichtig. In luftdicht verschlossenen Röhren aus Glas füllte sie verschiedene Gase und bestrahlte sie mit Sonnenlicht. 

Mit einem Thermometer maß sie die Temperatur der jeweiligen Gase. Das Ergebnis: Das Glas mit Kohlendioxid erhitzte sich am meisten. Warum genau, konnte ihr damals noch nicht klar sein. Auch wenn der einfache Versuchsaufbau heute kaum als Beweis gültig wäre, wird das Ergebnis nicht gemindert.

Fabrik Rauch Kohlendioxid vor Sonne
Fabriken sind gleichzeitig riesige CO₂-Pumpen.(Photo: shutterstock.com/Lane V. Erickson)

Geologen nahmen schon damals an, dass CO₂ aus natürlichen Gründen und in größeren Mengen in der Atmosphäre vorkam. Eunice Foote schlussfolgerte richtig, dass eine erhöhte CO₂-Konzentration zu einem Temperaturanstieg führt und die Erde erwärmt. Somit war sie als eine der Ersten dem Treibhauseffekt auf der Spur, auch wenn sie diesen nicht direkt entdeckt hat. Ihre Entdeckung wird erst viele Jahre später zu einer ernsthaften Bedrohung. Dann allerdings aus unnatürlichen Gründen.

Viel Engagement, wenig Anerkennung für ihre Forschung

Als Mädchen umging Foote die üblichen Schulen für gut situierte Töchter von Grundbesitzern. Statt Hausfrau- und Benimmkurse durfte sie ein Internat besuchen, in dem sie in Mathematik, Physik, Chemie und Geografie unterrichtet wurde. Ihrer emanzipierten Rolle blieb sie auch später treu. 

Sie engagierte sich für Frauenrechte, unterschrieb Petitionen und wirkte an einer Versammlung mit, auf der über die politische und gesellschaftliche Rolle der Frau diskutiert wurde.

Die Denunzierungen blieben dennoch nicht aus. Ihre Forschung war zwar gut genug, um Hunderten Wissenschaftlern der American Association for the Advancement of Science vorgestellt zu werden, aber nicht von ihr persönlich. 

Die Wissenschaftler verkauften sich zunehmend liberal, Wissenschaft an sich war jedoch immer noch Männersache. Weil vortragende Frauen unüblich waren, wurde ihre Arbeit vom Physiker Joseph Henry präsentiert. Über ihre Reaktion auf die Art und Weise der Veröffentlichung ist nichts bekannt.

Ähnlich ignorant verhielt sich möglicherweise John Tyndall, der über die Jahrzehnte als Entdecker des Treibhauseffekts galt. Seine Experimente waren für damalige Verhältnisse sehr präzise und führten zu dem gleichen Ergebnis, zu dem auch Eunice Foote kam. 

Tyndalls Ergebnisse wurden allerdings erst drei Jahre später veröffentlicht. Wahrscheinlich ist, dass er von den Untersuchungen seiner weiblichen Kollegin gewusst hat. Zitiert hat er sie nicht. Ob er ihre Irrelevanz am Geschlecht, am Versuchsaufbau oder an beidem festgemacht hat, lässt sich somit auch nicht mehr sagen

Klimawandel
Auch du kannst etwas gegen die Folgen des Klimawandels tun(Photo: Halfpoint)

Spät entdeckt & spät gewürdigt

Erst Anfang 2011 brachte der Geologe Raymond Sorensen ihre Arbeiten ans Licht. Ihre Arbeiten zur Klimatologie wurden 2018 auf einer Konferenz an der University of California angemessen gewürdigt. Gerade heute ist man sich deutlicher bewusst, wie wichtig die Forschung auf diesem Gebiet war, wie dringend Erkenntnisse benötigt werden und welchen Stellenwert die Entdeckerinnen von damals haben.

Schließlich lässt sich die Erderwärmung nicht so einfach aufhalten. Wir verraten dir die krassesten Fakten über den Klimawandel und mit welchen Folgen des Klimawandels wir zusätzlich rechnen sollten.

Offen ist dagegen noch, welchen Anteil die Pandemie auf die Atmosphäre hat. Klar ist, dass zumindest die Luftverschmutzung zum Teil zurückging. Ob das Coronavirus unseren Planeten aufblühen lassen wird, erfährst du hier.