Psychologie

So überstehst du den Weihnachtsstress zur stillen Nacht

Geschenke, nervige Weihnachtssongs und mindestens 5 Weihnachtsfeiern: Weihnachten ist Stress pur! Mit acht einfachen Tricks kannst auch du mal durchatmen.

Weihnachtsstress Lebkuchen
Last Christmas versetzt dich schon im Oktober in Weihnachtsstress? Wir können helfen. (Credit: istock / Julia Neroznak)

Weihnachten ist nicht immer Grund zur Vorfreude: Der Druck das perfekte Geschenk zu finden, Familientreffen und verführerisches Essen an jeder Straßenecke kann dir das Leben ganz schön schwer machen. Wir zeigen dir 8 unschlagbare Methoden gegen den Weihnachtsstress.

Frau mit vielen geschenken
Jeder kennt diesen einen Geschenkefanatiker, der jedes andere Geschenk mit seinen perfekt ausgewählten Geschenkebergen ausbootet.

Weihnachtsstress: das sind die fiesen Auslöser

Obwohl uns überall suggeriert wird, dass Weihnachten die besinnlichste Zeit des Jahres ist, fallen wir im Gedrängel um das beste Geschenk regelrecht übereinander her, streiten uns den letzten Funken Vorfreude aus dem Leib und sitzen dann zu Hause vor dem Adventskranz und zünden unter Tränen die vierte Kerze an. Es gibt so viele Gründe für schlechte Laune und Stress zu Weihnachten:

  • Schnäppchen-Wahnsinn: Die USA hat den Schnäppchen-Wahnsinn inzwischen zum so genannten Boxing Day perfektioniert. Der Boxing Day ist der große Bruder des Black Friday. Am 26. werden hier Menschen über den Haufen gerannt, um die besten Deal im Weihnachtssale abzustauben. Ganz schön makaber, wenn man bedenkt, dass der Boxing Day einst dazu diente, den Armen etwas zurückzugeben. Von Nächstenliebe kann man hier nicht mehr sprechen.
  • Geschenke-Druck: Eigentlich kann sich jeder fast alles leisten und wenn nicht, dann kann man es sich auch nicht wünschen. Was soll man sich da noch gegenseitig schenken? Noch dazu soll es immer besser, individueller und ausgefallener als letztes Jahr sein. Eigentlich unmöglich.
  • Was soll ich mir wünschen: Nicht nur, dass du nicht weißt, was du verschenken sollst, du hast selbst auch keine Wünsche. Aber wenn du nicht sagst, dann bekommst du von Oma dein Lieblings-Teenie-Parfüm von vor zehn Jahren zum tausendsten Mal geschenkt.
  • Zu viele Versuchungen: Für das Gym bleibt in der Weihnachtszeit keine Minute mehr 
  • Die guten Vorsätze: Nächstes Jahr wird DEIN Jahr!, schreit es regelmäßig von allen Plakaten. Vermutlich hast du dir auch schon eine Liste mit guten Vorsätzen ausgearbeitet, aber schon der Gedanke daran versetzt dich in Schockstarre und lässt dich die Packung Spekulatius noch schneller mampfen.
  • Familienfeiern: Familie ist das Beste auf der Welt, meistens zumindest. Allerdings sind wir es kaum noch gewöhnt mit all unseren Onkeln und Omas über mehrere Tage in vier Wände gesperrt zu sein. Familienstreit ist da oft vorprogrammiert, spätestens am 26. dann.
  • Arbeitsstress: Weihnachten gehen alle gern für eine Woche in den Urlaub. Damit die Firma sich das erlauben kann, muss vorgearbeitet werden und die Überstunden läppern sich zusammen.
  • Weihnachtsfeiern: Um die Arbeiter trotzdem noch bei Laune zu halten, kommen dann von allen ecken und Enden noch Weihnachtsfeiern unter der Woche. Um nicht nur über die letzten Projektpitches und OKRs für nächstes Jahr zu schwafeln, trinkt man sich ordentlich einen an und sitzt am nächsten Tag mit ordentlich Kopfschmerzen wieder im Büro. Natürlich verlangt auch dein Verein, deine alte Schule und deine Studi-Arbeitsgruppe deine Anwesenheit.
  • Weihnachtslieder: Sind gang schön an Heilig-Abend, aber wenn man sie bereits ab Oktober überall hört,ist daran nichts mehr selig.
  • Kinder und der Weihnachtsmann: Vielleicht hast du das Glück und bist selbst schon mit ein oder zwei Wonneproppen gesegnet oder dein Bruder bringt seine Kids zum Familienessen mit. Zu Weihnachten sind sie Segen und Last zugleich, denn als liebendes Elternteil muss man sie mit Händen und Füßen vor der bitteren Wahrheit um Santa Clause bewahren. Nicht nur Werbung und der Realismus-Onkel erzählen in ihrem Beisein von der Weihnachtsmannlüge, auch die älteren Racker im Kindergarten müssen alles Klugscheißen und deinen Kindern die Weihnachtszeit verderben.
Familie an Weihnachtstafel
Familienstreit liegt häufig dem Clash der Generationen zugrunde.

Weihnachten ohne Stress: So überstehst du den letzten Monat im Jahr

Für fast alle Probleme in der stressigen Weihnachtszeit gibt es eine Lösung. Wir zeigen dir, wie du den Stress mit Familie und Freunden vermeiden kannst und doch noch ein besinnliches Fest genießen kannst.

Tipp 1: Vergiss Geschenke und feiert lieber ein kleines Luxusfest

Bei der eigenen Familie kann man diesen Vorschlag manchmal nicht durchsetzen, aber zumindest Freunde lassen sich gern davon überzeugen: Anstatt euch gegenseitig sinnlose Gadgets zu schenken, holt euch lieber Karten für ein tolles Event oder verbringt einen Abend in eurem Lieblings-Gourmet Restaurant. Das ist garantiert besser investiertes Geld.

Tipp 2: Plane schon frühzeitig Notfallgeschenke

Notfallgeschenke sind zum Beispiel selbst gemachte Marmeladen und Pralinen (oder welche die so aussehen), kleine Pflanzen oder ein paar selbst gestrickte Socken. Sie hauen keinen um, sind aber auf den letzten Drücker zu machen und keiner kann sich beschweren, denn schließlich habt ihr Zeit und Mühe investiert.

Tipp 3: Fahre am Black Friday und Boxingday aufs Land

Lass dich gar nicht erst von dem Konsumwahnsinn einwickeln und vermeide sinnlose Anschaffungen, indem du an ein Örtchen fliehst, an dem es kein WLAN oder Daten gibt. Alternativ gibt's du dein Handy und Laptop einer Person deines Vertrauens und verbringst den Tag im Spa.

Tipp 4: Mache mit deinen Kollegen Yoga- und Entspannungs-Sessions im Büro

Das mit dem früher gehen klappt vermutlich sowieso nicht. Suche dir deshalb Verbündete und macht euch 20 Minuten am Tag aus für ein kleines Work-out oder eine Meditationsrunde. Alternativ kann man für den Spaßfaktor auch einfach Bieryoga daraus machen und der Weihnachtsstress ist vergessen.

Tipp 5: Bereite dich auf Familienfeiern mit einem Survivalkit vor

Jeder hat eine Schwäche und die musst du finden. Wenn Tante Inge bei Dirty Dancing immer tanzen muss, dann lade dir den Song schon mal runter, um ihm im Ernstfall auf Kommando abspielen zu können. Wenn der Nazi-Opa keinem Windbeutel widerstehen kann, dann decke dich ordentlich damit ein. Für jede Familienstreit-Persönlichkeit gibt es garantiert eine Wunderwaffe.

Eine Alternative wäre ein Stress-Glöckchen was vorher an jedes Mitglied verteilt wird. Sobald jemand auf dem Fest einen Streit wittert, wird es geläutet und das Thema muss sofort gewechselt werden.

Tipp 6: Vorsätze begraben und Erwartungen runterschrauben

Das neue Jahr startet erst am ersten Januar. Bis dahin musst dir auch keine Gedanken darüber machen. Iss so viele Plätzchen und Stollen wie du magst, schließlich muss sich dein Sportworkout im neuen Jahr dann auch richtig lohnen. Klingt doch viel besser, wenn du ganze zehn Kilo abgenommen hast, statt nur läppischen sechs.

Tipp 7: Bereite dein Kind mit einer guten Geschichte vor

Im Kampf um den Weihnachtsmythos wird mit harten Bandagen gekämpft. Verklickere deinem Kind schon mehrere Monate vor Weihnachten, dass es eine Verschwörung von internationalem Ausmaß gibt. Treue Anhänger dürfen sich nicht zu erkennen geben und müssen Inkognito agieren.

Tipp 8: Weihnachtslieder vermeiden

Kann man nicht. Da hilft dann nur ein Bunker mit einer vorbereiteten Spotify-Offline-Liste. Alternativ verlässt du das Haus nur noch mit Noise-Cancelling Kopfhörern.

familie zu Weihnachten
Weihnachten kann auch mal im kleinen Kreis gefeiert werden.

Fazit: Chill mal Santa-Baby!

Dem Weihnachtsstress kann man nicht komplett entkommen. Man kann sich nur mit einem Panzer an Vorfreude und Guter Laune dagegen rüsten. Zur Not sperrst du dich einfach zu Hause ein, sagst dass du Magen-Darm hast und schaust gemütlich Weihnachtsfilme.