Im Supermarkt stellen wir uns immer an die falsche Schlange an. Und wenn unser Handy runter fällt, dann natürlich immer direkt aufs Display, sodass es auch ja kaputt geht. Und wenn wir auf ein Paket warten, dann klingelt der Postbote immer genau dann, wenn wir gerade unter der Dusche stehen – das alles sind Beispiele für Murphys Gesetz. Dieses besagt, dass alles, was schieflaufen kann, auch schieflaufen wird.

Murphys Gesetz: Wieso sagen wir das?

Murphys Gesetz ist wohl eines der bekanntesten Gesetze der Welt. Und auch eines der Wichtigsten. Denn während wir mit den Paragrafen aus dem Strafgesetzbuch weniger in Kontakt kommen, begegnet uns Murphys Gesetz ziemlich häufig im Alltag. 

Das Gesetz geht zurück auf den amerikanischen Ingenieur Edward A. Murphy. Im Jahr 1949 nahm Murphy an einem Forschungsprojekt der US Air Force teil, um herauszufinden, wie viel Beschleunigung unser menschlicher Körper eigentlich verkraftet.

Murphys Gesetz
Alles, was schief laufen kann, wird schief laufen – Murphys Gesetz(Photo: Joseph L. Stevens)

Alles, was schieflaufen kann, wird auch schief laufen

Für das Experiment entwickelte Murphy Mess-Sensoren, die ein Techniker an einer Testperson befestigen sollte. Für die Befestigung der Sensoren gab es zwei Möglichkeiten. Entweder sie wurden richtig befestigt oder falsch. Und natürlich kam es, wie es kommen musste und jemand schloss alle falsch an. Das kostenintensive Programm scheiterte.

Murphy folgerte daraus: „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, eine Aufgabe zu erledigen, und eine davon in einer Katastrophe endet oder sonst wie unerwünschte Konsequenzen nach sich zieht, dann wird es jemand genau so machen.“ Oder auch: „Alles, was schiefgehen kann, geht auch schief“.

Murphys Gesetz
Diese Tage kennen wir wohl alle.(Photo: astel design/ Shutterstock)

Nach diesem Vorfall wurde Murphys Gesetz immer wieder von Technikern und Ingenieuren verwendet, um an mögliche Fehler zu denken und sie so in Zukunft zu vermeiden.

Heute benutzen wir das Gesetz als Entschuldigung

Und heute? Heute benutzen wir Murphys Gesetz vor allem für von uns gemachte Fehler. Zum Beispiel wenn wir mehrere Bilderrahmen gerade nebeneinander aufhängen wollen und sie dann am Ende doch wieder schief hängen, sagen wir: „Murphys Gesetz!“ Oder: „Ahh Murphys Law! Jetzt ist mein Paket gerade angekommen, als ich schon das Haus verlassen habe  und nicht mehr da war.“ Anstatt die Verantwortung für unser Verhalten zu übernehmen, übertragen wir diese oftmals einer höheren schicksalhaften Macht und berufen uns auf Murphys Gesetz.

Dass wir Murphys Gesetz so viel Bedeutung zumessen, liegt aber vor allem daran, dass wir negative und auffällige Geschehnisse viel stärker wahrnehmen und nicht so stark auf die Dinge achten, die gut laufen. Klar, dass wir uns dann bestärkt darin sehen, dass Murphys Law eintritt. Doch: Wieso konzentrieren wir uns so sehr auf die negativen Dinge? Tatsächlich hat das auch einen evolutionsbiologischen Hintergrund. So haben die Homo sapiens, die vorsichtiger auf Säbelzahntiger oder ähnliche Gefahren reagiert haben, eine längere Lebenserwartung.

Aber natürlich sind wir nicht immer schuld am Geschehen. Denn manche Beispiele von Murphys Law lassen sich auch physikalisch erklären. Wenn uns immer wieder das Marmeladenbrot mit der beschmierten Seite herunterfällt, dann liegt das vor allem an der Höhe herkömmlicher Esstische, bei denen eine herunterfallende Brotscheibe lediglich eine halbe Umdrehung machen kann.

Murphys Law
Dass das Marmeladenbrot mit der beschmierten Seite herunterfällt, lässt sich auch physikalisch erklären.(Photo: Joseph L. Stevens/ Shutterstock)

Fazit zu Murphys Gesetz

Was also können wir tun, damit Murphys Gesetz nicht ständig eintritt? Und damit wir uns nicht ständig ärgern? Wir können unsere Aufgaben aufmerksamer durchführen und so versuchen, Fehler zu vermeiden. Und wir können uns überlegen, wie wir das Worst-Case-Szenario in Zukunft verhindern können. Und natürlich sollten wir uns lieber bewusst auf die positiven Dinge konzentrieren und den negativen nicht so viel Raum geben.

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