Du hattest einen langen Arbeitstag, nun ist Feierabend und du fühlst dich übermäßig erschöpft? Viele Menschen aus meinem Umfeld berichten, sie stünden wegen des ganzen Arbeitsstresses kurz vor einem Burn-Out. Gerade in Zeiten des Home-Office steigt der Stress bei Menschen nachweislich, das ergaben bereits zahlreiche Studien. Aber wie fühlt es sich an, kurz vor einem Burn-Out zu stehen? In diesem Fall spricht man von einem Burn-On. Was das genau ist, erfährst du hier. 

Was ist ein Burn-On? 

Ein Burn-On ist laut Definition ein Zustand im Dauerstress, der psychische und physische Beschwerden verursacht. Zwar kommt es nicht wie beim Burn-Out zum Zusammenbruch, doch auch die chronische Überlastung muss ernst genommen werden, so Psycholog:innen. Also quasi ein konstanter Zustand des Immer-Gestresst-Seins. 

Der Begriff kommt aus dem Buch „Burn-on: Immer kurz vorm Burn Out“ von Timo Schiele und Berndt te Wildt. Auf ihn gekommen sind der leitende Psychologe und der Chefarzt der psychosomatischen Klinik im Kloster Dießen am Ammersee durch Beobachtungen und Gespräche, die mit Patienten und Patientinnen geführt wurden. Diese waren wegen eines vermeintlichen Burn-Outs zu ihnen in Behandlung gekommen, passten aber nicht ganz ins Beschwerdebild. 

Frau vor Laptop
Im Home Office fällt es schwerer abzuschalten. Foto: Pexels / cottonbro

Was ist der Unterschied zwischen einem Burn-Out und Burn-On? 

Symptome eines Burn-Outs sind laut Expert:innen Erschöpfung, Entfremdung von der eigenen Tätigkeit und eine verminderte Leistungsfähigkeit. Das Burn-Out ist somit eine Form der Depression und muss in den meisten Fällen psychologisch behandelt werden.

Laut Tiemo Schiele identifizieren sich Betroffene nach wie vor stark mit ihrer Arbeit und funktionieren oft mechanisch weiterhin in ihrem Alltag. In Wirklichkeit aber befinden sie sich im roten Bereich. Über Monate, manchmal über Jahre. Und das macht sich durch Symptome auch bemerkbar. Ein Burn-On äußert sich so demnach durch Kopfschmerzen, Verspannungen oder Schlafprobleme.  

Laut Schiele seien Burn-Out-Patienten längst aus dem Alltag gefallen, einfach weil nichts mehr geht. Menschen mit Burn-on-Syndrom hingegen hätten große Schwierigkeiten, aus ihrem Hamsterrad auszusteigen. 

Ursachen und Symptome eines Burn-Ons? 

Verschiedene Stressfaktoren können zu einem Burn-On führen. Unter anderem die Folgen des Home-Office, pandemiebedingter Stress oder Veränderungen auf der Arbeit. Punkte, die uns ausgleichen, sowie Hobbys oder Freizeit, werden oft verkürzt oder aus dem Leben gestrichen, was eine gesunde Work-Life-Balance unmöglich macht. 

Tiemo Schiele definiert das Burn-On als eine akute, chronische Erschöpfungsdepression. Betroffene haben häufig Schwierigkeiten, die Stresssymptome als solche zu definieren. So fragen sie sich häufig, wieso es ihnen früher so viel besser ging als heute. 

Frau bei Meditation
Zeit für Entspannung muss im Alltag bleiben. Foto: Pexels / EKATERINA BOLOVTSOVA

Was kannst du gegen ein Burn-On tun? 

  • Dein Mindset ändern: Zunächst einmal ist die Einsicht, dass alles eben doch etwas stressiger ist, als wir uns es eingestehen, wichtig. Häufig wird laut Schiele erst in einer Psychotherapie deutlich, welche Ausmaße der Stress angenommen hat. 
  • Eine Auszeit nehmen: Wir müssen Achtsamkeit üben und regelmäßig in unseren Alltag einbauen. Ob es dann Yoga, Pilates, Meditation oder ähnliche Entspannungsmethoden sind, kannst du nach Belieben entscheiden. 
  • Hilfe holen: Eine Erschöpfungsdepression muss nicht alleine bewältigt werden. Es gibt professionelle Hilfe in Form von ärztlicher Beratung oder Psychotherapie. 

Burn-On: Mehr als nur ein bisschen erschöpft 

Menschen, die unter einem Burn-On leiden, merken oft erst kurz vor dem Burn-Out, wie gestresst sie sind. Deshalb ist ein Erkennen des Problems essenziell. Wenn du also merkst, dass du zu gestresst bist und gar nicht mehr runterkommst, versuche deine Stressfaktoren zu identifizieren und dir im nächsten Schritt mehr Entspannung einzuräumen. Wenn du bemerkst, dass du den Stress allein nicht mehr bewältigen kannst, zieh therapeutische Hilfe zur Rate. So kannst du die Symptome deines Burn-Ons erfolgreich ausgleichen. 

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