Psychologie

Frauen müssen draußen bleiben – Von wegen modernes Deutschland

Modernes Deutschland: Noch immer gibt es hunderte Vereine, die Mitgliedern aufgrund ihres Geschlechts die Aufnahme verweigern. Why so rückständig?

Gender Männlich Weiblich
Frauen sind noch immer in manchen gemeinnützigen Vereinen nicht erlaubt.

Männervereine: Burschenschaften, Studentenverbindungen, Karnevalsvereine, Gesangsvereine. 

Gerne sind die Männer hier unter sich. Frauen sind per Satzung kategorisch ausgeschlossen. Für viele kratzt genau diese Regel an der an der Gemeinnützigkeit eines solchen Vereins. Sollte ein gemeinnütziger Verein nicht allen Geschlechtern zugute kommen?

Bundesfinanzminister Olaf Scholz findet jedenfalls, dass den gemeinnützigen Vereinen, die Geschlechtertrennung betreiben, Einhalt geboten werden muss. Er besteht darauf, ihnen die Steuervorteile abzusprechen, um sie auf den Pfad der Tugend zu führen. 

Für ein modernes Deutschland: Nötige Maßnahme oder absolut sinnfrei?

Diskriminierung zu fördern kann niemand gutheißen. Doch sind die Männervereine tatsächlich so diskriminierend, oder gibt es vielleicht andere Gründe, Frauen auszuschließen?

Männliche Gesangschöre? Die klingen (wenn sie genug geübt haben) wunderschön. Frauenstimmen würden in einem solchen Verein dafür sorgen, dass die Klangwelt des Chors eine völlig andere ist. Genauso andersherum. Warum sollte es problematisch sein, männliche, weibliche UND gemischte Chöre zu haben? In einem modernen Deutschland sollte das doch möglich sein.

Karnevalsvereine und Burschenschaften? Zugegeben: Diese Vereine glänzen nur selten durch ihre musikalischen Leistungen. Es wäre ihnen niemand böse, wenn sie das Singen komplett an den Nagel hängen würden. 

Doch auch sie haben das Recht, im Verein unter  'ihresgleichen' zu sein. Männer und Frauen werden in allen Lebenslagen miteinander konfrontiert: Sie sind Partner, Kontrahenten und Kollegen. Da ist es doch vollkommen in Ordnung, mal eine kleine Pause voneinander zu bekommen.


Männer und Frauen geschockt
Noch immer gibt es Vereine, die Männer und Frauen strikt trennen. Doch ist das wirklich ein so großes Problem wie man denkt?

Bloß keine Männer im Frauenverein

Selbsthilfegruppen, Faschingsvereine für Frauen und Sportkurse? Natürlich wollen wir da unter uns bleiben. Männer haben da wenig bis gar nichts zu suchen. Das ist keine Diskriminierung, sondern lediglich ein kleines Aufatmen von einem oft anstrengenden Alltag mit dem anderen Geschlecht. 

Auch im modernen Deutschland eine schwierige Debatte

Scholz' Idee, geschlechtsgetrennte Vereine steuerlich zu belangen, gibt ein falsches Bild der Gleichstellung. Für uns klingt es nach blindem Aktionismus, der uns Frauen besänftigen soll. Das ist Feminismus an einem ganz falschen Ende. 

Dass Männer und Frauen im modernen Deutschland gleichermaßen ihre Rückzugsorte benötigen, ist klar. Beide Geschlechter brauchen sichere Häfen, in denen sie Fünfe gerade sein lassen und und ja, zuzugegeben, auch mal einen über den Durst trinken können. 

Die berechtigte Frage nach der LGBT-Bewegung bleibt allerdings ungeklärt. Denn was ist mit denen, die biologisch das eine und charakterlich das andere Geschlecht sind? Was ist mit denen, die sich selbst keinem der beiden Geschlechter zuordnen können? Neue Fragen, die neue Antworten fordern.