Coronavirus IQ senken
Das Coronavirus soll den IQ senken. Das zumindest behaupten jetzt ForscherInnen. (Photo: urbazon/ istock) Source: urbazon/ istock

Coronavirus soll den IQ senken: Stimmt das wirklich?

Eine neue Studie sorgt für viel Wirbel. Denn laut dieser soll das Coronavirus den IQ senken. Doch was ist dran? Kann das Coronavirus uns wirklich dümmer machen? Wir klären auf.

Das Coronavirus soll den IQ senken!

Zu diesem Schluss kommen zumindest ForscherInnen des Imperial College London. Laut ihrer Studie soll das Virus dazu führen, dass sich die Infizierten schwerer an alltägliche Dinge erinnern oder Gespräche führen können. So soll das Coronavirus eine Art "Hirnnebel" hervorrufen und das Gehirn um zehn Jahre frühzeitig altern lassen.

Nur: Was bedeuten die Ergebnisse für uns? wmn ordnet die Studie ein.

Kann das Coronavirus wirklich den IQ senken?

Für die Studie wurden Bürger dazu aufgerufen, den Great British Intelligence Test im Internet zu absolvieren. Bei diesem handelt es sich laut Ärzteblatt um neun kurze Tests zu verschiedenen kognitiven Fähigkeiten – und nicht um einen Intelligenztest im klassischen Sinn.

Das kam dabei heraus: Diejenigen, die eine Corona-Infektion überstanden hatten, schnitten mit etwa 8,5 IQ-Punkten schlechter ab als der Rest. Oder anders gesagt: Das Ergebnis deutet auf eine fühzeitige Alterung des Gehirns um 10 Jahre hin.

Und: Je schwerer die Atembeschwerden waren, desto eher nahmen die Defizite zu. Besonders schlecht fielen die Ergebnisse aus, wenn die Patiennten auch noch künstlich beatmetet werden mussten.

Aussagekraft der Studie über Covid-19 & den IQ ist gering

Die Studie untermauert etwas, das wir bereits wissen: Das Coronavirus kann auch Langzeitschäden hervorrufen. So klagen viele ehemals Infizierte über langanhaltende Symptome wie etwa Erschöpfung und darüber, dass sie schnell außer Atem kommen. Oder dass sie sich kaum konzentrieren können und das Schreiben noch einmal neu lernen müssen.

Dennoch kommt es nicht nur nach einer Virusinfektion zu langandauernden Symptomen. Denn auch die künstliche Beatmung bei anderen Erkrankungen führt oft dazu, dass sich die Betroffenen lange mental davon erholen müssen. 

Es ist fraglich, ob womöglich die künstliche Beatmung die kognitiven Leistungen beeinflusst hat. Auch wie lange der Zeitpunkt der Erkrankung zurück liegt oder wie lange die Störungen anhalten, ist noch offen.

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Damit sind die Studienergebnisse über den Einfluss des Coronavirus auf den IQ zwar durchaus spannend, sie sind aber auch mit Vorsicht zu genießen. Denn die Studie weist laut ExpertInnen eben viele Mängel auf. Die Aussagekraft ist somit gering. 

Auch Joanna Wardlaw, Professorin für Neuroimaging an der Universität von Edinburg hweist in n-tv auf die Defizite der Studie hin: "Die kognitive Funktion der Teilnehmer vor Covid ist nicht bekannt, und die Ergebnisse spiegeln auch nicht die langfristige Genesung wider. Daher können die Auswirkungen auf die Abläufe im Gehirn kurzfristig sein". 

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