Haferdrinks sind voll im Trend! Aber sind sie wirklich so viel umweltfreundlicher als die Kuhmilch? Lies hier die Antwort.

Im Müsli, zum Backen, Kochen oder im Kaffee  – Heute setzen umweltbewusste Menschen auf vegane Haferdrinks anstatt auf Kuhmilch. Denn für die pflanzliche Milchalternative müssen keine Kühe in der Massentierhaltung leiden, die Co2-Bilanz soll besser sein und Hafer enthält auch weniger gesättigte Fettsäuren als Milch. Doch: Welchen Unterschied macht es für unsere Gesundheit, auf die pflanzliche Alternative umzusteigen? Und welche Ökobilanz hat die Hafermilch wirklich? Diese Fragen hat sich die Stiftung Warentest gestellt und mehrere Haferdrinks getestet.

Haferdrink: Die nachhaltige Alternative zu Kuhmilch

Hafer ist ein heimisches Getreide, das wir klimaschonend anbauen können und nicht umweltschädlich durch die halbe Welt transportieren müssen. Im Vergleich zur Kuhmilch schneidet die Hafermilch deswegen sehr gut ab. Denn bei der Herstellung von einem Liter Haferdrink entsteht 0,6 Kilogramm Co2, bei der Kuhmilch hingegen 2,2 Kilogramm.

Und es wird auch wesentlich weniger Wasser verbraucht: Ein Liter Hafermilch kommt auf 3,4 Liter Wasser bei der Herstellung. Und wie sieht’s bei der Kuhmilch aus? Ja, die braucht 248 Liter Wasser! Die Unterschiede sind also enorm!

Das erkennen auch immer mehr Konsument:innen. Denn die Verkaufszahlen von Hafermilch boomen! So haben Lebensmittelhändler im Jahr 2018 circa 34 Millionen Liter Haferdrink verkauft – im Gegensatz zum Jahr 2016 hat sich der Wert verdoppelt!

Übrigens: Der Begriff Milch ist gesetzlich geschützt, weshalb die Anbieter ihre veganen Milchalternativen als „Drink“ bezeichnen.

Haferdrinks gesund
Haferdrinks können auch zum Backen und Kochen verwendet werden

Aber auch das Wasser wird mit der Produktion von Hafermilch weniger mit Phosphat belastet. Und das Beste: Für die Haferdrinks müssen keine Tiere leiden. In puncto Nachhaltigkeit steht die Hafermilch also wesentlich besser da als die Kuhmilch. Aber wie verhält es sich mit Geschmack, Gesundheit und Handhabung im Alltag? 

Geschmack, Handhabung & Gesundheit: Stiftung Warentest nimmt 18 Haferdrinks unter die Lupe

Stiftung Warentest hat 18 Haferdrinks zwischen 0,95 € und 2,24 € getestet. 

Das Ergebnis:

  • 14 Haferdrinks schnitten mit der Note „Gut“ ab
  • die Restlichen erhielten ein „Befriedigend“
  • Geschmacklich haben nur drei Produkte überzeugt
  • Nicht jede Hafermilch lässt sich aufschäumen
  • Nur eine Hafermilch ist mit Nickel belastet

Apropos Hafer, wusstest du, dass das Getreide ein echtes Superfood ist? Mehr dazu liest du hier.

Der Geschmackssieger ist die Hafermilch von Oatly

Aufs Siegertreppchen hat es die „Hafer Barista Edition“ von Oatly geschafft. Diese vegane Milchalternative wurde speziell für die Zubereitung von Milchkaffee-Getränken hergestellt. Der Drink hat die Note 1,9 bekommen.

Stiftung Warentest testet Hafermilch
Testsieger sind die Hafermilch-Produkte der Firma Oatly

Aber auch der „Hafer Calcium“ von Oatly (Note: 2,2) und „Smelk Haferliebe Klassik“ von Kölln (Note:1,8) haben ein „sehr gut“ für ihren Geschmack erhalten. Allerdings gehören die Produkte von Oatly und Kölln zu den teuersten. Und zuletzt stand Oatly in der Kritik. Denn eigentlich steht das Unternehmen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das Unternehmen will eine bessere, nachhaltigere Welt schaffen. Doch um weiter zu wachsen, verkaufte Oatly zehn Prozent seines Unternehmens an eine Investorengruppe, die von der Blackstone Group geführt wird. Das Problem dabei: Blackstone steht für alles, was Oatly eigentlich widerspricht. So soll die Firma die Abholzung des Regenwaldes vorantreiben und Unterstützer von Donald Trump sein, der wiederum aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten ist.

Wer deshalb auf der Suche nach einer günstigeren und besseren Alternativen ist, kann auf den „Hafer Drink natur“ von Aldi Süd Bio (Note: 2,3) und den „Hafer Drink Classic“ von Edeka Bio+ (Note: 1,9) ausweichen. Eine günstigere, aber nicht ganz so gesunde Alternative ist der „Take it veggie Bio Hafer Drink“ von Kaufland. Denn dieser Drink ist mit Nickel belastet.

Das ist ausschlaggebend dafür, dass sich vegane Haferdrinks aufschäumen lassen

Damit sich Hafermilch ähnlich gut wie Kuhmilch aufschäumen lässt, kommt es vor allem auf den Fett- und Proteingehalt an. Hierbei schneidet vor allem Oatly gut ab. Nämlich mit seiner „Hafer Barista Edition“. Nicht so gut ist der „Hafer Drink ungesüßt“ von Alnatura. Denn der lässt sich trotz des Werbeversprechens auf der Verpackung nicht aufschäumen.

Fazit: So gesund sind Haferdrinks wirklich

Angst vor einem Kalziummangel brauchen Veganer:innen nicht haben. Denn ein Glas des Haferdrinks deckt circa ein Drittel des Kalziumbedarfes von Erwachsenen. Damit schneidet die vegane Alternative genau so gut ab wie die Milch. Und auch der Kaloriengehalt von den veganen Alternativen ist ähnlich wie der von der tierischen Milch. Die Nase vorn haben Hafermilch-Produkte mit Rapsöl, da diese auch wertvolle Omega-3-Fettsäuren liefern, die entzündungshemmend wirken.

Beim Eiweißgehalt hingegen hinken Haferdrinks hinterher: Sie enthalten nur ein Drittel so viel wie Milch. Und leider setzen auch viele Hersteller nicht nur auf die Grundzutaten, wie etwa Hafer, Wasser und Rapsöl. Sondern fügen noch Zusätze, wie etwa Zucker, Aromen und Vitamine hinzu. Wer also wirklich auf Nummer sicher gehen will, eine gesunde, cleane Variante zu trinken, sollte deshalb immer das Kleingedruckte lesen!

Unser Redaktionstipp: Viele trinken morgens ihren Kaffee mit Kuhmilch, bekommen davon jedoch viele Pickel. Für Akne-Kandidat:innen kann es sich deshalb lohnen, tierische Milch gegen vegane Hafermilch auszutauschen.

  • Du willst alle Testergebnisse lesen? Die findest du hier.

Du würdest auch gerne deinen Fleischkonsum reduzieren, aber eine vegane Ernährung ist dir zu krass? Dann werde doch erst mal Flexitarier.

Wusstest du, dass du deine Hafermilch mit dem Gewürz Kurkuma aufpeppen und gleichzeitig etwas für deine Gesundheit tun kannst? Jetzt weißte du es!