Um den sogenannten Bulletproof Coffee ist in den letzten Jahren ein einziger Hype entstanden. Denn dem Kaffee werden zahlreiche positive Eigenschaften zugeschrieben. So soll er nicht nur wach und fit, sondern auch lang anhaltend satt machen. 

Kann das Getränk sein Versprechen wirklich halten? wmn ist dieser Frage auf den Grund gegangen.

Bulletproof Coffee: Wie wird er zubereitet?

Die positiven Eigenschaften des Bulletproof Coffees werden nicht etwa einer besonderen Kaffeesorte oder einer besonders schonenden Röstung zugeschrieben. Sondern vielmehr einer speziellen Zutat. Und diese dürfte einige abschrecken. Der Bulletproof Coffee wird nämlich mit Öl zubereitet. 

Bulletproof Kaffee
Bulletproof Coffe werden zahlreiche positiven Auswirkungen auf den Körper nachgesagt.(Photo: Morsa Images/ istock)

So gelingt die Zubereitung:

In einen doppelten Espresso werden zwei große Esslöffel Butter und ein bis zwei Löffel Kokos- oder MCT-Öl gemischt. Die Masse wird anschließend cremig gemixt.

Wie schmeckt der Butterkaffee?

Der Geschmack des Getränks gefällt nicht jedem. Denn oftmals schwimmen auf der Oberfläche kleine Fettaugen, die Lippen werden beim Trinken eingeölt und viele bekommen das fettige Getränk auf nüchternen Magen einfach nicht herunter.

Dennoch wird der Geschmack des Bulletproof Coffees als sehr cremig und etwas herb beschrieben.

Was bewirkt der Bulletproof Coffee im Körper?

Der Kaffee soll angeblich hellwach machen, bei der Konzentration helfen und uns darüber hinaus auch extrem lange satt halten.

Da der Bulletproof Kaffee anstelle eines Frühstücks getrunken wird, soll der Körper dazu gezwungen werden, verstärkt Fett zu verbrennen anstatt Kohlenhydrate. Die im Kaffee enthaltenen Fette sollen dem Körper und Gehirn Energie spenden. Das MCT-Öl soll diesen Effekt verstärken. Da es nicht als Fett angerlagert werden soll, sondern sofort verwertet werden soll.

Bulletproof Coffee
Bulletproof Coffee heißt übersetzt „Schusssicherer Kaffee“(Photo: Tatiana Bralnina/ shutterstock)

Ist der Kaffee also das Wundergetränk schlechthin? Nein. So warnen Experten davor, dass der Kaffee genau so viele Kalorien mitbringt wie eine Tasse Sahne. Und dass die Butter viele gesättigte Fette enthält, die das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Hinzu kommt, dass der Butterkaffee keine Vitamine und Mineralien enthält.

Zudem rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung davon ab, für eine Gewichtsabnahme auf MCT-Öl zu setzen. Denn in den Studien, die beweisen sollen, dass das Öl beim Abnehmen helfen kann, wurde es mit einer kalorienreduzierten Kost verzehrt. Es war also wahrscheinlich gar nicht das Öl, das beim Abnehmen geholfen hat, sondern eine verringerte Kalorienzufuhr. Und diese ist, so die Gesellschaft, ausschlaggebend für den Erfolg. 

Nur wieso schwören dann so viele Menschen auf den Kaffee? Dass der Kaffee unser Hungergefühl dämpfen soll, könnte zum einen daran liegen, dass manchen Menschen schlecht von dem Fett wird und sie danach keine Lust mehr auf richtiges Essen haben. Aber auch ein kleiner Placebo-Effekt könnte laut Experten Schuld daran sein.

Dennoch könnte der Kaffee beim Intervallfasten dabei helfen, längere Essenspausen durchzuhalten.

Woher stammt überhaupt die Idee, Fett in seinen Kaffee zu schütten?

Der amerikanische Autor Dave Asprey ist nach Tibet gereist und hat dort den sogenannten Yak-Tee getrunken, der ebenfalls mit Butter angerührt wird. Zurück zu Hause wollte er das Getränk nachmachen. Doch anstelle des Tees benutzte er Kaffee dafür. Der Bulletproof Coffee wurde geboren.

Egal, ob Superfood oder Bulletproof Coffee: In den letzten Jahren haben wir viele Nahrungsmittel anderer Kulturen in unsere Ernährung eingebaut. Dennoch sollten wir uns fragen, ob die Menschen in Tibet die Extra-Kalorien vielleicht viel dringender für ihre körperliche Arbeit brauchen als wir hier im Westen.

Fazit: Probiert den Bulletproof Coffee selbst aus!

Wer den Bulletproof Coffee gerne ausprobieren will, sollte sich Schritt für Schritt an eine höhere Menge Fett heran testen. Und anschließend schauen, wie der eigene Körper auf das Getränk reagiert.

Auch kalter Kaffe, also der sogenannte Cold Brew Coffee, ist in den letzten Jahren sehr beliebt geworden. Und dennoch warnen Experten vor diesem Food-Trend. Warum? Das kannst du hier nachlesen.

Du würdest deinen Kaffee gerne genießen, ohne dabei Ausbeutung und Kinderarbeit zu unterstützen? Dann solltest du auf diese nachhaltigen Kaffee-Marken setzen.