Du schaffst es drei Stunden nichts zu essen? Herzlichen Glückwünsch, dann bist du fast schon dabei Micro-Intervallfasten zu betreiben! Was diese Art des Fastens genau ist und wie du dabei abnehmen kannst, haben wir mit einer Ernährungsexpertin besprochen.

Das unterscheidet Micro-Intervallfasten von „normalem“ Intervallfasten

In der Theorie klingt Intervallfasten gar nicht so schwer. Acht Stunden lang kannst du nach Herzenslust schlemmen, 16 Stunden wird rein gar nichts gegessen. Das bedeutet in der Praxis allerdings auch, dass du entweder aufs Frühstück oder Abendbrot verzichten musst.

Wenn das für dich nach purer Quälerei klingt, könnte Micro-Intervallfasten vielleicht etwas für dich sein. Das Prinzip ist ähnlich: Es gibt Essens-Phasen, die sich mit Fasten-Phasen abwechseln. Allerdings sind sie deutlich kürzer und lassen sich besser in deinen Alltag integrieren.

Micro-Intervallfasten bringt Ruhe für den Körper

Neu ist das Prinzip des Micro-Intervallfastens nicht, erklärt uns Ernährungsexpertin Maren Zimmermann* im wmn-Gespräch. Der Sinn hinter dem Intervallfasten ist, dass dem Körper die nötige Zeit gegeben wird, den Blutzuckerspiegel nach dem Verzehren von Kohlenhydraten wieder zu senken.

„Wenn wir unserem Körper ständig Essen zuführen, ist er auch immer mit Verdauen beschäftigt und kommt gar nicht dazu z.B. Fett zu verbrennen“, erklärt die Ökotrophologin. Umso wichtiger sind Ruhephasen, in denen einfach gar nichts gegessen wird.

Beim Micro-Intervallfasten wird mindestens drei Stunden nichts gegessen. Für die Expertin könnte es sogar ruhig noch länger sein: „Der Körper verträgt auch eine Essenspause von vier bis fünf Stunden“, sagt Maren Zimmermann. „Das schadet überhaupt nichts. Der Körper braucht diese Pause, um zu verdauen.“

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Beim Mirco-Intervallfasten wird nicht gehungert – ganz im Gegenteil. Es darf geschlemmt werden. Foto: imago images / Westend61 / Credit: imago images / Westend61 /

Der Körper startet sein Recycling-Programm

Grundsätzlich geht es beim Intervallfasten um die sogenannte Autophagie, eine Art Recycling-Programm. „Der Körper reinigt sich selbst. Dabei werden abgestorbene Zellbestandteile ausgeschieden.“ Die Autophagie setzt aber erst nach ca. zwölf Stunden Fasten ein. Doch auch beim Micro-Fasten regeneriert sich der Körper. Positive Nebeneffekte: Der Stoffwechsel wird angekurbelt und der Darm bekommt die wohlverdiente Pause. Und das Beste beim Micro-Intervallfasten: Durch die kurzen Pausen entsteht kein Hungergefühl.

Viele nutzen das Intervallfasten auch zum Abnehmen, weil der Körper durch die Essens-freien Intervalle Kalorien direkt verbraucht und Fett direkt verbrennt. Manche Bücher versprechen bei dieser Ernährungsweise einen Gewichtsverlust von bis zu fünf Kilo in drei Wochen. Das hält die Expertin allerdings für übertrieben: „Wie viel man abnimmt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Körpergröße, Muskelmasse, Stoffwechsel, aber auch, wie viel und was man zu den Mahlzeiten isst. 0,5 bis 1 kg Gewichtsverlust pro Woche sind realistisch und ein toller Erfolg.“

Großartig umstellen muss man sich für diese Methode des Intervallfastens gar nicht. Denn wichtig ist es lediglich, regelmäßig und nicht zu oft zu essen. „Früher hieß es, man soll sechs, sieben Mahlzeiten am Tag essen. Die meisten kommen aber wunderbar mit zwei bis drei Mahlzeiten aus“, meint Maren Zimmermann.

Auch die Achtsamkeit spielt beim Micro-Intervallfasten eine große Rolle. „Es gibt Leute, die snacken ständig: Hier ein Schokoriegel, da ein Apfel – das sollte man einfach lassen“, empfiehlt die Expertin. „Es ist wichtig, aufmerksam zu essen. Auch, weil dann das Hirn merkt, dass da jetzt etwas ankommt. Wer snackt, isst viel schneller und weiß nicht, wann er satt ist.“ Oft steckt hinter dem ständigen Hunger eh etwas ganz anderes. Die Gründe dafür haben wir hier schon einmal genauer erklärt.

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Wer sich gesund & abwechslungsreich ernährt, gibt dem Körper die Nährstoffe, die er benötigt.(Foto: Morsa Images / Morsa Images/ Shutterstock

Micro-Intervallfasten ist (leider) nicht alles …

Obwohl es sich vielleicht so anfühlt: Wir brauchen diese ständige Energie gar nicht, die wir so oft durch Nahrung zu uns nehmen. „Beim Essen geht es eigentlich darum, unserem Körper Nährstoffe zuzuführen, damit wir leistungsfähig sind und denken, sprechen, springen und tanzen können“, sagt Maren Zimmermann.

Dafür reichen zwei bis drei vollwertige Mahlzeiten am Tag vollkommen aus. Generell sollte auf viel Gemüse und wenig Zucker geachtet werden. Wer diese Grundsätze befolgt, praktiziert bereits Micro-Intervallfasten – und tut ohne viel Aufwand etwas für sich und seine Gesundheit.

Erfahre im Video, wie das „normale“ Intervallfasten genau funktioniert:

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*Maren Zimmermann arbeitet als Ernährungsberaterin & Food-Journalistin. Hier gibt’s mehr Informationen: www.genuesslichkeiten.com