Letztens kam mein Freund von der Arbeit nach Hause und badete in seinem eigenen Schweiß. Draußen waren es 30 Grad im Schatten und es herrschte eine drückende Hitze in Berlin. Während er auf den Boden tropfte, roch ich ganz genau an ihm: „Komisch“, dachte ich. „Wieso stinkt er denn gar nicht?“ Schweiß Geruch leidet unter dem unangenehmen Vorurteil zu stinken. Dabei muss er das gar nicht. Es hat immer einen oder mehrere Gründe, warum dein Schweiß unangenehm riecht. Und du kannst auf jeden Fall etwas dagegen tun. Wir haben uns die häufigsten Gründe für Schweiß-Geruch angeschaut.

Schwitzen ist etwas ganz Wunderbares

Schweiß leidet noch immer unter einem schlechten Ruf. Niemand will schwitzen, wenn er oder sie zur Arbeit fährt. Niemand will unangenehme Schweißränder zeigen, wenn man sich gerade auf einem Date befindet. Warum eigentlich nicht? Das Schwitzen ist ein Anzeichen dafür, dass es deinem Körper gut geht und er richtig funktioniert. Je sportlicher und gesünder dein Körper ist, desto schneller schwitzt du auch. Bei sportlichen und gesunden Menschen weiß der Körper ganz genau, wann es Zeit ist zu schwitzen – beispielsweise bei großer Hitze. Der Schweiß kommt schnell und verteilt sich regelmäßig auf dem Körper, um eine optimale Kühlung zu erzeugen. Allerdings verschwindet er auch wieder sobald er nicht mehr benötigt wird.

In unserem Podcast „Wein & Weiber“ sprechen wir eine ganze Folge lang nur über das Schwitzen und die Hitze.

Schweiß von gesunden Menschen stinkt nicht – stimmt das?

Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Dieses alte Sprichwort kann man im übertragenden Sinne auch auf den Schweißgeruch anwenden. Denn was du deinem Körper zuführst, das wird er auch wieder ausscheiden müssen. Nicht nur durch den Darmtrakt, sondern auch durch die Hauttranspiration. Wer Ungesundes und Unnatürliches isst, dessen Ausscheidungen werden auch unangenehm riechen. Du kannst deinen Körpergeruch also mit einer bestimmten gesunden oder ungesunden Ernährung verändern. Manche Lebensmittel wie Knoblauch, Zwiebeln und Essig verändern durch ihre chemische Zusammensetzung deinen Schweißgeruch besonders stark. Hier kannst du mehr darüber erfahren, wie es diese Lebensmittel schaffen, deinen Geruch zu verändern.

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Dein Essen beeinflusst wie du riechst.. IMAGO / MASKOT

Krankheiten, die den Schweißgeruch beeinflussen

Es gibt natürlich noch viele andere Faktoren, die deinen Schweißgeruch beeinflussen. Auch einige Krankheiten können deinen generellen Körper- und Schweißgeruch verändern. Hier sind einige Krankheiten, die bestimmte Gerüche am Körper triggern.

  • Eine auffällige Veränderung des eigenen Körpergeruchs geht meist auf eine Veränderung des Stoffwechsels zurück.
  • Diabetiker:innen haben einen süßlichen Schweißgeruch. Wenn bei ihnen Über- oder Unterzuckerung entsteht, riechen sie nach Azeton, das nach Nagellack riecht.
  • Bei der Stoffwechselkrankheit Trimethylaminurie (TMAU) riecht man ein wenig nach Fisch. Das kommt davon, dass die Leber und die Enzyme nicht richtig verarbeitet werden.
  • Menschen mit Leberproblemen können nach Ammoniak riechen, das an Urin erinnert.

Die Ernährung macht den Schweißgeruch

Die meisten Menschen haben aber keine schwerwiegenden Probleme wie Diabetes oder Stoffwechselerkrankungen. Bei den meisten liegt der unangenehme Schweißgeruch daran, dass der Körper übersäuert ist. Ein saurer Schweißgeruch liegt vor allem an der tagtäglichen Ernährung. Zu viel Wurst, Fleisch, Käse und Eier lösen Prozesse in deinem Magen und in deinem Darmtrakt aus, die sehr viel Säure für die Verdauung benötigen. Beim Ausscheiden dieser Säure über die Haut entsteht ein unangenehmer Schweißgeruch. Eine pflanzenbasierte oder auch schon eine vegetarische Ernährung kann dabei helfen, deinen Schweißgeruch weniger intensiv und weniger säurehaltig zu machen.

Hygienefaktoren, die den Schweißgeruch beeinflussen

Einer der größten Faktoren für einen eher unangenehmen Schweißgeruch ist die Körperhygiene. Schweiß, der eigentlich neutral riecht, kann durch das Transpirieren auf der Haut zum Stinken gebracht werden. Der eigentlich geruchlose Schweiß kann im Zusammenspiel mit den hauteigenen Bakterien dazu führen, dass er zu stinken beginnt.

Schweiß besteht zum allergrößten Teil aus Wasser, mehr als 99 %. Zudem kommen noch einige weitere Ingredienzen hinzu wie Salz, Eiweiß, Milchsäure, Zucker, Fett und Harnstoff. Gerade, wenn Fett und Eiweiß auf der Haut zersetzt werden, wird der Geruch besonders unangenehm. Es dauert also bei Schwitzenden eine Weile, bis der unangenehme Geruch entsteht. Wer mehr Bakterien auf der Haut hat, dessen Schweiß wird noch unangenehmer riechen als bei denjenigen, die eine hygienischere Haut haben.