Training Genetik
Zwillinge sollen das exakt gleiche Workout durchziehen (Photo: chaoss/ shutterstock) Source: chaoss/ shutterstock

Zwillingsexperiment: Beeinflusst unsere Genetik den Trainingserfolg?

Manche haben mehr Erfolg mit Kraftsport, andere mit Ausdauertraining. Sind es die Gene? Zwillinge haben den Test gemacht.

Krafttraining, HIIT, Joggen oder Pilates – Es gibt viele Sportarten. Und während die einen Hobbysportler auf sanftere Methoden wie etwa Pilates schwören, um in Bestform zu kommen, reagiert der Körper von anderen besser auf ein hochintensives Krafttraining. Doch: Woran liegt es, dass ein Training je nach Person so unterschiedlich wirken kann? Liegt es an der Genetik? Bestimmt sie etwa, welches Training das Beste für uns ist? Dieser Frage haben sich nun Forscher angenommen.

Welche Rolle spielt die Genetik beim Training?

Für die Studie haben Forschende 42 Zwillingspaare sechs Monate lang untersucht. 

Die Zwillinge sollten für jeweils drei Monate das gleiche Kraft- und Ausdauertraining absolvieren. Während der ersten drei Monate haben sie Ausdauertraining gemacht und waren beispielsweise rennen oder Fahrrad fahren. In den nächsten drei Monaten sollten sie Gewichte stemmen. Ihr Training sollten die Zwillingspaare zusammen absolvieren, um sicher zu gehen, dass ihr Training so ähnlich wie möglich gestaltet wird..

Genetik Training
Genetik: Welchen Einfluss hat sie auf unser Training?(Photo: Jose Luis Carrascosa/ shutterstock)

Zu Beginn und am Ende jeder Periode wurden dann zwei Dinge gemessen. Zum einen die Ausdauer anhand der aeroben Kapazität und zum anderen die Kraft der Beinmuskeln.

Jeder kann Trainingserfolge haben

Obwohl die Zwillingspaare das gleiche Training absolvierten, hatten sie nicht die gleichen Ergebnisse. Diejenigen, die nicht so gut auf das Krafttraining reagierten, hatten größere Erfolge beim Ausdauertraining und umgekehrt. 

Zudem gab es laut Studienautor Daniel Green, Professor für Sportwissenschaft an der University of Western Australia, nur wenige Studienteilnehmer, die fast gar nicht auf eine der beiden Trainingsvarianten reagiert haben: „Fast alle, die nicht auf das eine Training reagiert haben, konnten durch den Wechsel zum anderen profitieren“.

Training
Zwillinge testen zwei Arten von Training(Photo: chaoss/ shutterstock)

Was sein Team und er daraus schließen? Dass es für jeden Menschen eine optimale Trainingsstrategie gibt und die je nach Mensch unterschiedlich aussehen kann. Aber auch, dass die Genetik nicht so eine große Rolle für das Training beziehungsweise den Trainingserfolg spielt, wie bisher angenommen.

Weitere Forschung notwendig

Klar ist jedoch, dass die Studie die Zwillinge nur über einen kurzen Zeitraum begleitet hat. Zudem haben die Forschenden die Trainingsintensität und Dauer nicht ausreichend berücksichtigt. Die Ergebnisse beziehen sich auch nur auf zwei Arten von Training. Nämlich auf klassisches Ausdauer- sowie Krafttraining. 

Die Studienautoren wollen das Thema in Zukunft noch vertiefen, sodass dann auch die Frage beantwortet werden kann, welche Faktoren eine stärkere Rolle beim Training spielen können. Beispielsweise die Diät oder das Mindset. 

Zum Abschluss erklärt Studienautor Green: „Nicht jeder Körper reagiert gleich auf ein Training. Aber es gibt für jeden da draußen eine optimale Trainingsstrategie“

Heißt so viel wie: Lass dich nicht entmutigen, wenn dein Bruder oder deine Schwester mit einem bestimmten Training Erfolg hat aber du nicht. Du musst nur die richtige Trainingsart für dich finden und dann wirst du auch die Fortschritte machen, die du dir wünschst. 

Die Forschung bringt immer wieder neue, kuriose und überraschende Erkenntnisse ans Licht. So plädieren Forscher tatsächlich für das vier Sekunden Workout. Zudem sind Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass ein bisschen Alkohol gesünder ist als gar keiner. Du bist überrascht? Sind wir auch.


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