Seit ich 15 Jahre alt bin, gehört Sport zu meinem Leben dazu. Joggen, Sprinten, Krafttraining, Yoga, Schwimmen, Kurse oder Kämpfen – ich habe alle Sportarten ausprobiert. Nie spielte es eine Rolle, ob ich zur Schule oder Uni ging, in Vollzeit arbeitete oder sogar mit Freunden im Urlaub war: Bewegung gehörte zu mir wie das Amen zur Kirche. Sie war mein Ventil für Ärger, mein Anker, wenn ich Stress hatte und mein Rezept für Gute Laune. Aber seit der Corona-Krise ist alles anders. Ich kann mich kaum noch dazu aufraffen, Sport im Homeoffice zu treiben. Jeden Tag die weinrote Yoga-Matte in meinem Schlafzimmer ausrollen, jeden Tag die gleichen Übungen machen, puh, das langweilt mich. Gleichzeitig jedoch fehlt mir der Sport unglaublich und ich merke, dass das viele Sitzen mir nicht gut tut (Hallo Rückenschmerzen, hallo schlechte Laune). Deshalb habe ich nun alle Tipps gesammelt, mit denen ich es in den letzten Jahren geschafft habe, immer am Ball zu bleiben und mein Sportpensum durchzuziehen – in der Hoffnung sie helfen mir auch heute. Vielleicht ist ja auch eine Idee für dich dabei, die dich motiviert, den Sport im Homeoffice durchzuziehen?!

Wie schaffen wir es, auch im Homeoffice Sport zu treiben?

Es gibt Menschen, die können jeden Tag das gleiche Workout machen und die es großartig finden. Ich gehöre nicht dazu. Was ich brauche, ist Abwechslung Und deshalb zielen meine Tipps für den Sport im Homeoffice auch darauf ab, das Training vielfältig zu gestalten.

Das 7 Minuten-Workout

Ganz ehrlich, früher bin ich ins Fitnessstudio gegangen und frühestens nach zwei Stunden wieder rausgekommen. Aber die Arbeit, eine langjährige Partnerschaft und der Drang, auch noch andere Aktivitäten außer Sport zu machen, haben mich zum Umdenken gezwungen. Zum Glück! Denn heute weiß ich, dass auch ein kurzes Workout von fünf bis 20 Minuten effektiv sein kann. Vor allem aber sinkt damit die Hürde, sich im Homeoffice für den Sport aufzuraffen. Da jeder von uns fünf bis 10 Minuten Zeit am Tag hat.

Unser Lesetipp: Auch die Pilates-Trainerin Melissa Wood Health setzt auf kurze, intensive Trainingseinheiten. Lies hier, wie sie damit die Fitnesswelt revolutioniert hat.

Melissa Wood Health
Melissa Wood Health ist ein Wellness-Guru. Foto: Melissa Wood Health / Melissa Wood Health

Lass dir die Motivation ins Ohr flüstern

Stehen Sportler:innen jeden Morgen motiviert auf? Fangen sie immer an zu grinsen, wenn sie ans bevorstehende Workout denken? Nope. Ein kleiner Trick, um dennoch voller Power und Tatendrang in den Tag zu starten, sind Meditationen. Zugegeben, sie klingen unsexy. Aber glaub mir: Wenn dir ein Coach ins Ohr flüstert, wie viel du aus dem Tag herausholen kannst und wie gut dir etwas Bewegung tun würde, kriegst du direkt Lust, dich zu bewegen. Versprochen!

Unser Lesetipp: In diesem Artikel findest du die besten geführten Meditationen, die dich dazu motivieren, auch im Homeoffice Sport zu treiben.

Setze auf das richtige Equipment

Du setzt seit der Corona-Krise immer auf dieselben Online-Workouts und Sportroutinen und hast langsam die Schnauze voll davon? Das ist verständlich. Denn der immer gleiche Ablauf langweilt uns. Die Lösung lautet deshalb: Abwechslung. Sie ist nicht nur für unsere Psyche wichtig, sondern auch für unseren Körper. Denn damit die Muskeln wachsen und wir besser werden, brauchen wir neue Trainingsreize.

Unser Tipp: Setze deshalb auf neues Equipment, wie etwa die Kettlebells oder das sogenannte Resistance-Band. Integriere neue Übungen in deinen Sportplan oder schnapp dir deine Matte und powere dich im nächsten Park aus. Die Abwechslung sorgt für ordentlich Spaß und Motivation.

Kettlebells eignen sich perfekt, um mehr Power ins Hometraining zu bringen. Copyright: xSergioxBonillax

Schaffe die perfekte Umgebung

Bevor uns das Coronavirus ins Homeoffice katapultiert hat, habe ich es geliebt ins Fitnessstudio zu gehen und über den Dächern von Berlin zu trainieren. Ich habe mir je nach Lust und Laune ein Fitnessstudio ausgesucht, das zu meiner Stimmung passt (Terrasse, Pool, eine andere Aussicht oder ein eigener Raum, in dem ich trainieren konnte). Und zuhause im Homeoffice Sport zu machen, wenn neben einem der Wäscheständer steht oder schmutzige Socken auf dem Boden liegen, das ist nicht gerade motivierend. Achte deshalb darauf, deine Wohnung ordentlich zu halten. Mache Kerzen an, um in die Stimmung für deine Yoga-Session zu kommen. Oder trainiere vor einem Spiegel, wenn dich das mehr motiviert.

Die Ernährung ist das A und O

Wer sich falsch ernährt, wird müde, schlapp und träge und nimmt im schlechtesten Fall auch noch zu. Wer jedoch genug Energie für sein Workout haben will, sollte auf eine gesunde, ausgewogene Sportler-Ernährung achten.

Den perfekten Grundstein für den Sport im Homeoffice legst du deshalb, wenn du ausreichend Gemüse und Obst, genügend Kohlenhydrate und Proteine isst (aber übertreibe es nicht) und darüber hinaus auch auf eine ausreichende Omega-3-Fettzufuhr achtest.

Was motiviert dich persönlich, Sport im Homeoffice zu machen?

Neben den oben genannten Tipps für den Sport im Homeoffice habe ich in den letzten Wochen vor allem auch auf die richtige Musik gesetzt. Denn Studien zeigen, dass die richtigen Klänge unsere sportlichen Leistungen um 15 Prozent steigern können (Mehr dazu liest du im Artikel über die Sport-Motivation).

Mit all diesen Tipps habe ich es geschafft, mein Sportpensum wieder zu erhöhen und mehr Spaß am Training zu haben. Zwar mache ich trotzdem noch nicht so viel Sport wie vor der Pandemie. Aber jeder kleine Schritt zählt. Und wenn endlich genug Menschen gegen das Virus geimpft sind, werden wir auch wieder zu unserer alten Form zurückfinden. Davon bin ich aus tiefstem Herzen überzeugt.