Lecken, schlabbern, lutschen, ein wenig knabbern. Das alles macht einen gehörigen Spaß – vor allem, wenn es dabei um die Geschlechtsteile eines geliebten Menschen geht. Doch sollten wir beim Liebesakt Angst haben, Krebs bekommen zu können? Diese Frage haben sich bereits viele Wissenschaftler:innne gestellt und die Antwort ist hart: Ja, Oralsex kann krebserregend sein.

Krebs ist ein Überbegriff. Dahinter verbergen sich viele verschiedene Arten von Krankheiten und Tumoren. Krebszellen sind bösartige Zellhaufen, sie sich schnell vermehren und vergrößern. Das macht den Krebs so tückisch: Er wächst schnell und er ist in vielen Fällen nur schwer zu diagnostizieren. Krebszellen können sich überall im Körper bilden: Im Kopf, im Blut, in der Gebärmutter und sogar im Mund. Oralsex kann krebserregend sein. Was die sogenannten HP-Viren damit zutun haben und wie sich diese ausbreiten, erfährst du hier.

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Kann Oralsex eigentlich krebserregend sein? Credit: gettyimages/ mikroman6 [m]

Oralsex kann krebserregend sein

Beim Sex gelangen Viren und Bakterien in unsere Schleimhäute. Das ist ganz normal und die meisten Immunsysteme sind gut darauf vorbereitet, können die Erreger also wunderbar abwehren. Manche Viren sind aber durchaus viel schlimmer als andere Viren. So können beispielsweise die berüchtigten HP-Viren, die normalerweise mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht werden, beim Oralsex in den Mundraum gelangen und dort Krebs auslösen.

Was sind HP-Viren?

Verantwortlich für eine Krebserkrankung des Mund-Rachenraums können die Humanen Papillomviren sein. Bei manchen Menschen können sie einen gefährlichen Tumor auslösen. Eine neue Studie auf Hamburg hat bestätigt, dass die Humanen Papillomviren wohl nicht so hamlos sind wie lange angenommen wurde.

Studie bestätigt die Gefahr

Die Hamburger HNO-Abteilung der Asklepios-Klinik hat eine Studie zum Mund-Rachen-Krebs durchgeführt. Dabei wurden bestätigt, dass wer das Humane Papillomvirus HPV-16 im Mund trägt, ein um 22-fach erhöhtes Risiko, an Krebs in Mund oder Hals zu erkranken, hat. Somit ist klar, dass diese Krebsform durch die Humanen Papillomviren ausgelöst werden kann, aber nicht muss.

Eigentlich sei dieser Krebstyp gut behandel- und sogar heilbar: Eine intensive Chemo- und Strahlentherapie mit oder ohne vorausgegangene Operation seien dazu nötig. Die Behandlung brächte aber oft schwere Langzeitnebenwirkungen – wie beispielsweise Schluck- und Sprachstörungen sowie Innenohr- oder Nierenschäden mit sich.

Es kam noch ein verblüffender Fakt bei der Hamburger Studie heraus: Vor allem die Hamburger seien anfällig für die Krebserkrankung durch die HP-Viren. Warum das so ist, konnte nicht abschließend geklärt werden.

Rückblick: Ein lang bekannts Problem

Es sind bereits mehrere Studien über die Auswirkungen von HP-Viren durchgeführt worden. Das Mount Sinai-Krankenhaus in den U.S.A. gibt beispielsweise an, dass gut 70% der ihnen bekannten Tumore auf HP-Viren zurückzuführen sind. Diese Tumore können, aber müssen nicht zwangsläufig durch Oralsex ausgelöst werden.

Mund-Rachen-Krebs durch Oralsex?
Eine Studie bestätigt, dass ein leicht übertragbarer Virus für diesen Krebs verantwortlich ist. Foto: / Unsplash

Oralsex stoppen? Nein, danke!

Die Ergebnisse der Studie (so besorgniserregend sie auch klingen mögen) sollten nicht überinterpretiert werden. Die HP-Viren landen zwar durch den Oralverkehr in unseren Schleimhäuten, doch dort richten sie nicht unverzüglich Schaden an.

Jeder Mensch infiziert sich mindestens einmal im Leben mit diesen Viren. Gut 50% aller sexuell aktiven Menschen tragen das Virus bereits in sich. Zum allergrößten Teil wird das Immunsystem damit aber sehr gut selbst fertig.

Übrigens: Beim Sex oder beim Oralsex können allerhand von Viren und Bakterien in unseren Organismus geraten. Chlamydien und Feigwarzen werden so auch übertragen.

In unserem Podcast „Wein & Weiber“ klären wir mit den größten Sex-Mythen auf.

Oralsex ist also krebserregend: Was du tun solltest