Das sogenannte Koordinationstraining steht bei vielen Hobbysportlern nicht auf dem Trainingsplan. Doch das ist ein Fehler. Denn das Training bietet nicht nur zahlreiche gesundheitliche Vorteile, sondern hilft uns auch dabei, besser in anderen Sportarten zu werden, wie etwa dem Krafttraining. Wie genau wirkt Koordinationstraining auf unseren Körper? Das erklärt Personal Trainer Victor Bautista in wmn.

Koordinationstraining: Kleiner Helfer für den Alltag

Die meisten Hobbysportler können nichts mit dem Koordinationstraining anfangen. Bei Profi-Sportlern sieht es jedoch gänzlich anders aus. Denn das Training ist ein fester Bestandteil des Trainingsplans. Und das kommt nicht von ungefähr. 

Hier findest du drei Gründe, wieso auch du auf Koordination setzen solltest.

1. Deine Alltagsfitness verbessert sich

Bei dem Wort Koordination denken wir oftmals an schwierige Choreografien oder herausfordernde Bewegungsmuster. „Dabei geht es beim Koordinationstraining vor allem um Bewegungen, die uns im Alltag weiterbringen. Zum Beispiel, wenn wir auf einer Mauer balancieren, wenn der Bus plötzlich abbremst und wir nicht hinfallen wollen oder wenn wir Stolpern“, erklärt Bautista. Für all diese Bewegungen brauchen wir also Koordination.

2. Du profitierst beim Krafttraining 

Neben der Alltagsfitness verbessert sich durch die Integration von Koordinationstraining auch deine Kraft. Wieso? „Weil du zum Gewichtheben nicht nur viel Kraft brauchst, sondern vor allem deine Muskeln koordinieren musst“, weiß Bautista. Es gilt: Je mehr Koordination wir haben, desto mehr Gewicht können wir auch stemmen und so die Intensität des Trainings erhöhen. Und je intensiver das Training ist, desto schneller machen wir auch Fortschritte. 

3. Du vermeidest Verletzungen

„Insbesondere Anfänger beginnen oftmals mit herausfordernden Übungen, wie etwa Squats. Doch sie trainieren häufig mit viel Gewicht, obwohl ihr Körper noch gar nicht in der Lage dazu ist, den kompletten Bewegungsradius auszuführen, also bei der Kniebeuge den Po tief genug zu bekommen. Dadurch führen sie die Übung unsauber aus und ärgern sich dann darüber, dass sie keinen Erfolg sehen“, erklärt der Personal Trainer. 

Koordinationstraining
Koordinationstraining verbessert deine Alltagsfitness.(Photo: Dusan Petkovic/ Shutterstock)

Aber: Was passiert, wenn wir zu schwere Hanteln nehmen und uns Koordination und Konzentration fehlen? Es drohen vor allem Verletzungen. „Entgegen der weitläufigen Meinung passiert das meist nicht nach einem Training, sondern erst mit der Zeit, also wenn wir Bewegungen dauerhaft falsch ausführen. Oft also nach einem Jahr. Deswegen ist regelmäßiges Üben auch so wichtig“, weiß Bautista aus der Erfahrung zu berichten.

„Koordination ist nichts, was wir einmalig trainieren und es dann für immer können. Sondern sie muss regelmäßig geübt und verbessert werden“, erklärt Bautista. Und weiter: „Keine Sorge, ein Koordinationstraining raubt dir nicht viel Zeit. 5 bis 10 Minuten reichen völlig aus.“

3 Übungen für eine bessere Beweglichkeit

Wie sollte das Koordinationstraining am besten in den eigenen Workout-Plan integriert werden? Bautista rät, zuerst mit dem Aufwärmen zu beginnen. Damit soll unser Herz-Kreislauf-System aktiviert und unser Körper auf das folgende Training vorbereitet werden. Danach könntest du mit dynamischen Dehnübungen weitermachen oder einige Yoga-Posen ausprobieren. Anschließend beginnst du mit dem Koordinationstraining. Danach kannst du mit deinem eigentlichen Kraft- oder Ausdauertraining starten.

Für das Koordinationstraining stellt er in wmn eine effektive Übung für den Oberkörper, sowie eine für den Unterkörper vor.

1. Einbeinstand auf instabilem Untergrund

Stelle dich aufrecht hin und ziehe dann langsam dein rechtes Knie in Richtung Brust. Halte dabei die Spannung im Bauch und bleibe aufrecht stehen. Du willst die Intensität erhöhen? Dann stell dich auf einen instabilen Untergrund, wie beispielsweise einen Bosu Ball. Anschließend kannst du die Seiten wechseln.

2. Sideplank mit Beinheben

Bei dieser Übung startest du in der Seitenlage. Dein Ellenbogen ist direkt unter der Schulter. Schulter und Becken sind angespannt. Bist du stabil? Dann hebe und senke das obere Bein mehrmals hoch und runter. Achte dabei darauf, deinen Körper ruhig zu halten. Was du mit der Übung trainierst? Deine seitlichen Bauchmuskeln, deinen Rücken, deine Arme und die Schultern.

Fazit: Mit dem Koordinationstraining wirst du dich besser fühlen!

Das Koordinationstraining ist optimal für dich, wenn du deine Beweglichkeit und deine Alltagsfitness verbessern willst. „Außerdem hilft es dir dabei, mehr aus deinem Krafttraining zu holen und so nicht nur schnellere Fortschritte zu erzielen, sondern auch Verletzungen vorzubeugen“, schließt Bautista ab.

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