„Superspreaderin“ – so wurde jüngst eine US-Amerikanerin bezeichnet, die auf einer Kneipentour in Garmisch Partenkirchen mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben soll. Nun kam zwar heraus, dass sich nur drei von den 740 getesten Personen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Und die Amerikanerin damit nicht Schuld an einem Massenausbrauch des Virus ist. Dennoch war es nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal, dass der Begriff „Superspreader„verwendet wird.

Angesichts dieses Ereignisses rückt dabei vor allem die Frage in den Vordergrund, welche Faktoren dazu führen, dass ein Infizierter zum Superspreader wird.

Superspreader: Wenn wenige viele infizieren

Im Schnitt steckt ein Infizierter eine Person an. Von Superspreadern aber spricht man, wenn dieser Wert deutlich höher liegt. So kam es beispielsweise in der Vergangenheit bei einer Chorprobe, einer Hochzeit oder Konferenzen zu Infektionen. Was all diese Events gemeinsam hatten? Hier haben sich die Besucher lange Zeit in geschlossenen Räumen aufgehalten.

Wie wird man zum Superspreader?

Japanische Forscher haben einige solcher Superspreader-Events analysiert. Allerdings, so die Forscher, stehe noch nicht genau fest, in welchem Ausmaß Umwelteinflüsse und individuelle Faktoren eine Superverbreitung begünstigen. 

„Viele glauben, dass eine Person selber ein Superspreader ist, also jemand, der das Virus an unheimlich viele Leute verteilt, weil er oder sie aufgrund biologischer Besonderheiten mehr Viren ausscheidet – das ist aber nicht ganz richtig, glaube ich“, sagt die Virologin Melanie Brinkmann gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Coronavirus: Superspreader
Corona: Im den letzten Monaten dieses Jahres könnten die Infektionszahlen noch einmal ansteigen(Photo: Merydolla/ Shutterstock)

Stattdessen, so erklärt es die Virologin, könne jeder zum Superspreader werden. Und das hänge vor allem von den Umständen ab. Also beispielsweise davon, ob jemand spricht oder schreit, ob bei einer Aktivität heftiger geatmet wird und so mehr Viren ausgestoßen werden und wie viel Körperkontakt besteht.

Was Superspreader so gefährlich macht und wie ein Massenausbruch des Virus verhindert werden kann

Superspreader können sich zwar mit dem Coronavirus infizieren, müssen aber nicht unbedingt Symptome haben. Und genau das macht sie auch so gefährlich. Denn so bemerken sie eine Infektion nicht und können beispielsweise auf einem großen Event mehrere Menschen anstecken – ohne dass sie davon wissen. Und diese Menschen wiederum können das Virus unter Freunden, Nachbarn oder Kollegen verbreiten.

Um Superspreader-Events zu vermeiden, setzen Virologen vor allem auf eine Vermeidung von Großevents und darauf, dass die Quarantäne von Kontaktpersonen – unabhängig von den Symptomen – weiterhin eingehalten wird.

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