Eine Coronaerkrankung ist nur für alte Menschen schlimm? Junge Leute brauchen sich keine Sorgen darüberzumachen, dass sie an einer Erkrankung lange zehren werden? Das ist ein bekannter Mythos, der über das Virus kursiert und leider ist es nicht viel mehr als das: ein Mythos. Viele Neben- und Nachwirkungen der Krankheit sind für die jungen Menschen ebenfalls hart. Wir haben einige Corona-Nachwirkungen gesammelt, die den Menschen selbst lange Zeit nach der Krankheit noch schwer zu schaffen machen.

Diese Corona-Nachwirkungen sind besonders schlimm

Erst vor wenigen Tagen brachte das Magazin Metro ein Interview mit ehemalig an Corona erkrankten Personen heraus. Diese sprachen von ihren Nachwehen, die sie noch Monate oder sogar Jahre nach der ersten Infektion haben. Im Interview werden folgende Symptome genannt:

  • Organschädigungen
  • Herzflimmern
  • Gedächtnisverlust
  • Hörverlust
  • Geruchsverlust
  • Gehirnnebel
  • Kurzatmigkeit
  • Entzündungen und Infektionen am ganzen Körper
  • Arthritis an den Gelenken
  • Müdigkeit
  • Die Patientin litt seit Dezember 2019 unter Covid-19 und fühlte sich dennoch, als wäre sie um 20 Jahre gealtert.

Die 54-jährige Patientin berichtete, dass sie nach 18 Monaten das erste Mal wieder ihre Hunde zum Spazieren ausführen konnte. Zwischenzeitlich habe sie ihren Job und ihren Partner verloren. Erst im Dezmber 2021 hatte sie ihre Mobilität und ihre Unabhängigkeit nach Corona zurückgewonnen.

Im Interview mit dem Magazin Metro sprach sie davon, dass sie noch immer jede Woche weine. Sie sagte: „Ich lebe nicht wirklich, ich überlebe nur. Ich bin behindert. Und das wahrscheinlich mein ganzes zukünftiges Leben lang.“

Es ist nicht vollends bestätigt, dass alle ihre Symptome durch die Nachwirkungen von Corona ausgelöst wurden.

Parosmie: Eine Corona-Nachwirkung, die es in sich hat

Eine weitere Corona-Nachwirkung, die noch nicht bei so vielen Menschen bekannt ist, ist die Parosmie. Diese Krankheit bleibt auch lange, nachdem man bereits wieder von Corona genesen sein sollte. Es gibt verschiedene Ausprägungen und Gestaltungen der Parosmie, die als Oberbegriff gilt. Bekannt und gefürchtet sind vier verschiedene Ausprägungen:

  1. Euosmie: Gerüche werden als angenehmer empfunden als sie sind.
  2. Kakosmie: Gerüche werden als unangenehmer empfunden als sie sind.
  3. Pseudoosmie: Unter dem Einfluss anderer Affekte werden Gerüche umgedeutet.
  4. Phantosmie: Gerüche entstehen im Gehirn, die aber eigentlich nicht da sind.

Im Zusammenhang mit einer Coronaerkrankung haben wir in den letzten Jahren vor allem von Fällen gehört, bei denen Menschen ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren haben. Viele berichten, dass sie wochen- oder sogar monatelang weder riechen noch schmecken konnten.

Corona-Nachwirkung: Kann diese Frau jemals wieder etwas essen?

Die Ursache bei einer solchen Nebenwirkung der Coronaerkrankung ist nicht ganz geklärt. Ebenso wenig wissen Mediziner:innen, wie man diese Störung behandeln soll. Fakt ist aber, dass die Störung andere psychische Erkrankungen auslösen kann. So ist beispielsweise eine (vorübergehende) Depression bei einer solchen Störung nicht unüblich.

Weitere Nebenwirkungen einer Parosmie

Eine junge TikTokerin Natalia (@hannahbaked) leidet unter ihrer Kakosmie. Sie empfindet jeden Geschmack als widerlich, seitdem sie vor 10 Monaten an Corona erkrankte. Seither kann die junge Frau nicht mehr normal leben und wird bei jeder Mahlzeit an ihre Krankheit erinnert.

Sie beschreibt in ihrem Video, dass alles, was sie isst, ekelhaft schmeckt. Sie hat keine Worte, um den Geschmack zu beschreiben, denn sie kannte ihn zuvor nicht. Etwas, was dem aber am nächsten kommt, ist der Geschmack von verrottetem Fleisch, Müll und Abwasser. Natalia erklärt, dass sie mit dieser neulogischen Kakosmie kein normales Leben mehr führen kann. Derzeit hat sie bereits viele Symptome einer Anorexie, einer Magersucht, ohne selbst magersüchtig zu sein.

  • Sie hat 20 Kilo abgenommen, da ihr nichts mehr schmeckt.
  • Ihre Kopfhaare fallen aus.
  • Die restlichen Stellen ihres Körpers sind mit flaumigen Haaren bedeckt.
  • Sie ist chronisch durstig, doch vom Geschmack des Wassers muss sie brechen.

Um ein wenig Substanz in den Körper zu bekommen, trinkt sie Protein-Shakes und isst Müsliriegel. Besser gesagt würgt sie herunter, denn genießen kann sie es nicht.

Natalias Geschichte geht unter die Haut. Sie fleht in ihrem Video die Menschen an, sich impfen zu lassen und die Maßnahmen einzuhalten, da sie so sehr unter den Nachwirkungen der Corona-Erkrankung leidet.

Es gibt jedoch auch für sie Hoffnung. So spricht sie von einer experimentellen Methode, die sie über sich ergehen lassen wird, um sich von den Nachwehen zu erholen. In ihrer TikTok-Bio gibt Natalia übrigens Tipps und Tricks an alle weiter, die unter dieser Krankheit leiden. Sie gibt neueste Erkenntnisse der Wissenschaft an und erklärt, welche Methoden ihr ein wenig geholfen haben, etwas Nahrung herunterzuwürgen. Wer daran Interesse hat, sollte dem TikTok-Account @hannahbaked einen Besuch abstatten.

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