Beim Joggen kann es dazu kommen, dass man plötzlich einen Blutgeschmack im Mund verspürt. Das kann ziemlich unangenehm und mitunter sogar beängstigend sein. Warum der Geschmack von Blut in der Regel aber kein Grund zur Verunsicherung sein sollte und woher er kommt, das verrate ich dir in diesem Artikel.

Der Geschmack des Bluts

Was heißt es, einen Blutgeschmack im Mund zu haben? In erster Linie verspürt man dabei einen metallischen Geschmack. Und der rührt von den Eisenionen, welche in den roten Blutkörperchen, also im Hämoglobin enthalten sind.

Haben wir den Geschmack von Blut im Mund, rührt das in der Regel tatsächlich daher, dass wir kleinste Mengen Blut im Mundraum haben. Allerdings ist es auch möglich, dass uns tatsächlich Eisenionen den Geschmack verpassen. Zuletzt sind auch hormonelle Umstellungen oder Krankheiten eine mögliche Erklärung. Fest steht, dass Blut im Mund oder der Geschmack davon nicht immer ein Grund zur Besorgnis sein muss. Wann eine ärztliche Abklärung ratsam ist, erfährst du jetzt.

Blut schmeckt metallisch. Aber nicht immer, wenn wir etwas Metallisches schmecken, ist es auch Blut. Credit: Arndt_Vladimir Getty Images Pro via canva.com

Wie Blut in unseren Mund kommt

Es genügen bereits kleinste Mengen Blut, um den charakteristischen Blutgeschmack im Mund auszulösen. Wie das Blut seinen Weg in den Mundraum findet, dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Zahnfleischbluten oder Geschwüre

Dass unser Zahnfleisch blutet, ist die häufigste Ursache für einen Blutgeschmack im Mund. Zahnfleischbluten kann durch Entzündungen des Zahlfleisches oder Zahnbetts oder als Folge von bakteriellen Belägen (Plaque) entstehen.

Nicht zuletzt können auch Geschwüre der Mundschleimhaut für Blut im Mundraum sorgen. Diese kleinen, aber mehr als schmerzhaften Stellen heilen in der Regel binnen zwei Wochen ab – bis dahin können sie für einen Blutgeschmack im Mund sorgen.

2. Infektionen

Viren, Bakterien und Pilze können für Infektionen sorgen und Blutungen im Mund begünstigen. Sie können zum Beispiel bei Erkältungskrankheiten oder aber bei Herpes auftreten. Aber auch eine Bronchitis oder Lungenentzündung sind mögliche Auslöser des unguten Geschmacks.

3. (Hochleistungs-)Sport

Bei diesem Punkt wird es nun spannend. Vielleicht kennst auch du das Gefühl, dass beim Laufen plötzlich ein Blutgeschmack im Mund entsteht? Das ist nicht weiter tragisch und sogar relativ einfach zu erklären.

Wer joggt, steigert die eigene Durchblutung der Lunge. Das ist wichtig, da der Körper nur dadurch mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden kann. Aufgrund der erhöhten Atemtätigkeit steigt aber auch die Ventilation der Lunge.

Bei besonders anstrengenden Sportarten kann das dazu führen, dass die Drüsen der Atemwege nicht mehr für eine ausreichende Schleim- und Feuchtigkeitsversorgung der Schleimhäute sorgen können. Die Schleimhäute trocknen also aus und geben dabei kleinste Mengen Blut ab, welches durch die Atmung in den Mundraum gelangt.

Solltest du beim nächsten Training also den unangenehmen Geschmack verspüren, sei dir einfach nur darüber bewusst, dass du deinen Körper gerade an seine Grenzen bringst. Sorgen musst du dir hierbei aber keine machen.

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Intervall-Joggen
Bei anstrengenden Tätigkeiten und beim Sport kann es schnell mal zu dem unangenehmen Geschmack im Mund kommen. Credit: imago images/Westend61

Wenn es nicht am Blut liegt, woran dann?

Nicht immer ist allerdings Blut im Mund die Ursache für den Geschmack. Es reicht bereits, wenn wir tatsächlich Eisenionen im Mund haben. Das ist zum Beispiel bei speziellen Zahnprothesen, Zahnbrücken oder Zahnimplantaten der Fall.

Die Edelstahlvarianten setzen heute zwar keine Eisenionen mehr durch Korrosion frei, aber Säuren vermögen den Blutgeschmack hervorzurufen. Wer also Fruchtsäfte trinkt oder Obst ist, kann den Geschmack von Blut im Mund verspüren.

Manchmal sind es aber auch einfach nur fehlgeleitete Geschmacksempfindungen. Die können zum Beispiel durch hormonelle Umstellungen, wie sie in einer Schwangerschaft, während der Periode oder bei der Menopause auftreten.

Und auch Medikamente können den typischen Blutgeschmack im Mund hervorrufen. Vor allem Mittel aus der Krebstherapie, aber auch bestimmte Schlaftabletten, Antiallergie-Mittel und Antibiotika kommen als mögliche Übeltäter infrage.

Wenn Krankheiten hinter dem Blutgeschmack im Mund stecken

In den meisten Fällen ist ein Blutgeschmack im Mund zwar unangenehm, aber nicht weiter tragisch. In sehr seltenen Fällen kann er aber auch auf Krankheiten hinweisen. Wer zum Beispiel Blut spuckt oder hustet, sollte umgehend einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Dahinter können ernsthafte Krankheiten wie Tuberkulose, eine Lungenentzündung, Lungenkrebs oder auch Speiseröhrenvarizen, die durch eine Leberzirrhose herrühren, stecken.

Auch kann der Blutgeschmack auf Vergiftungen durch Blei oder Quecksilber hindeuten. Und auch ein gefährlich erhöhter Kalium-Spiegel ist nicht auszuschließen. Die Faustregel lautet daher: Gibt es keine harmlose Erklärung für den Geschmack im Mund, sollte man das ärztlich abklären lassen.

Was akut gegen den Blutgeschmack im Mund helfen kann

Steckt keine Krankheit oder ernst zu nehmender Grund hinter dem üblen Geschmack, gibt es ein paar Tipps und Tricks, die helfen. Zunächst einmal empfiehlt es sich ganz allgemein auf eine ausgefuchste Zahnhygiene zu setzen. Zahnseide sollte täglich und die Zahnbürste sogar zweimal täglich zum Einsatz kommen. Akut kann es helfen, mit Salzwasser zu spülen und zu gurgeln, um den Geschmack zu neutralisieren.

Auch der Verzehr von Zitrusfrüchten hilft, da er den Speichelfluss anregt. Trick 17 sind zudem Minz- oder Lakritzpastillen. Wer die lutscht, regt ebenfalls den Speichel an und übertüncht so ganz einfach den Blutgeschmack im Mund.

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