Der Markt der Naturkosmetik ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Um die 1, 49 Milliarden Euro wurden im Jahr 2020 mit ihr verdient. Diese möchte dabei besonders naturnah sein und „schlechte Inhaltsstoffe“ vermeiden. Medizinische Produkte sollen bei vielen Konsumenten ebenfalls so natürlich wie möglich sein. Gerade bei anthroposophischer Naturkosmetik und Heilprodukten fällt dies auf. Wir erklären dir, warum sich gerade so viele Menschen gegen diese Art der Kosmetik aussprechen.

Darum kann Naturkosmetik schlecht für deine Haut sein

Naturkosmetik hört sich erst einmal unproblematisch an: Inhaltsstoffe aus der Natur können ja nicht schlecht sein? Viele Produkte und Marken sind zudem nachhaltiger produziert. Das kann doch nicht verkehrt sein, oder?

Um das Problem zu verstehen, muss man sich die Kritikpunkte der Gegner:innen genau anschauen Einer der größten Aspekte hierfür liegt bei den Allergien und Hautreizungen. Ätherische Öle, die beinahe in jeder Art der Naturkosmetik vorhanden sind, können genauso wie andere Parfums und synthetische Duftstoffe zu Allergien und Hautreizungen führen. Wer schon gereizte Haut hat, sollte also auf sie verzichten.

In den letzten Jahren wurden immer wieder bestimmte Inhaltsstoffe in der Kosmetikindustrie verteufelt. So ist es zum Beispiel mit den Aluminiumsalzen. Diese sollen einen zwar vom Schwitzen abhalten, jedoch ist man lange Zeit davon ausgegangen, dass der Stoff eventuell zu Brustkrebs oder Alzheimer führen kann. Neuste Studien belegen, dass dies nur in besonders hoher Dosierung der Fall ist.

Wir haben einen ganzen Artikel über die Inhaltsstoffe von Naturkosmetik erstellt. Für mehr Informationen, schau hier vorbei.

Wenn du mehr zu den „bösen Inhaltsstoffen“ in der Kosmetik wissen möchtest und dir das sonst zu kompliziert ist, dann solltest du dir das Video von Mailab zur Erklärung anschauen.

Naturkosmetik und Anthroposophie – Was hat das miteinander zutun?

Die Anthroposophie beruht auf einer spirituellen und esoterischen Weltanschauung. Sie geht auf den Philosophen Rudolf Steiner zurück. Dieser verstand seinen Ansatz als „Erweiterung der naturwissenschaftlichen Medizin um geisteswissenschaftliche Gesichtspunkte“. Viele Rezepturen der Naturkosmetik und der Heilprodukte gehen auf ihn zurück, wie auch die Waldorfschulen.

Die Probleme der anthroposophischen Medizin

Hierbei wird gerne bei der Herstellung der Medizin die biologisch-dynamische Landwirtschaft angewendet, so berichtete der Guardian im Jahr 2017. Dabei sollen Bauern bei dem Ernten der Produkte auf den Kosmos Acht geben, wobei der biodynamische Kalender benutzt wird. Dieser basiert auf den Positionen der Sterne und des Mondes. Zum Beispiel werden gerne hohle Kuhhörner mit Kuhmist gefüllt und im Winter ausgegraben, was als „Dünger“ für die Pflanzen benutzt wird.

Eine Pflanze, die bei der Herstellung oft angewendet wird, ist die Mistel. Der spricht Steiner eine lindernde Wirkung bei Krebs zu, weswegen sie in alternativen Therapien dafür angewendet wird. Auch hierzulande gibt es keinerlei Studien, die gut belegt werden können.

Zwar genießt die Anthroprosophische Medizin bei den Krankenkassen den Status einer Ergänzung zur Schulmedizin, jedoch wird sie in wissenschaftlichen Kreisen als Pseudowissenschaft angesehen. Das ist so, weil die Ansätze aus wissenschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar sind.

Weitere Theorien über die Anthroposophie

Dabei bleibt es aber nicht: Zu der Weltanschauung gehört auch, dass Steiners Theorien im Nationalsozialismus angewandt wurden. Der anthroposophische Ansatz der Medizin wurde genutzt, da die Rohstoffe heimisch angebaut werden konnten. Es gehört aber auch Steiners „Rassenlehre“ dazu, die gut zu der Zeit passt.

Das Ziel der menschlichen Entwicklung war für ihn die „weiße Rasse“. Dies sagt Steiner über das Judentum in seinem Buch Gesammelte Aufsätze der Literatur: „Das Judentum als solches hat sich aber längst ausgelebt, hat keine Berechtigung des modernen Völkerlebens, und dass es sich dennoch erhalten hat, ist ein Fehler der Weltgeschichte, dessen Folgen nicht ausbleiben konnten. Wir meinen hier nicht die Formen der jüdischen Religion alleine, wir meinen vorzüglich den Geist des Judentums, die jüdische Denkweise.“

Anthroposophie & Corona: Besteht ein Zusammenhang?

Viele Kritiker sehen Anthroposophen als einen Treiber in der Corona-Pandemie. Das spricht dafür und dagegen:

In einer Studie der Universität Basel wurde festgestellt, dass es starke Überschneidungen zwischen Befürwortern der Anthroposophie und Querdenker:innen gibt. In einem Artikel der Süddeutschen Zeitung sieht der Religionshistoriker Helmut Zander als Grund die grundsätzlich ablehnende Haltung von Rudolf Steiner zu Impfungen. Als Problem sieht er dabei, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse sich seit seinen Lebzeiten stark verändert hat.

Ärzt:innen müssen grundsätzlich eine schulmedizinische Ausbildung haben und können anthropische Medizin als Zusatz lernen. Das sagt auch Helmut Zander in dem Artikel. Zwar gibt es viele, die daher die Ansätze auch als Zusatz zur Schulmedizin sehen, jedoch gibt es trotzdem Ärzt:innen, die eher nach Rudolf Steiner gehen.

Fazit: Anthroposophische Produkte haben keinerlei wissenschaftlichen Ansatz

Anthroposophische Kosmetika können deiner Gesundheit helfen. Alles, was deinem Körper und deinem Geist guttut und du mit einem ruhigen Gewissen verwenden kannst, solltest du auch verwenden.

Die Anthroposophie ist eine alte Lehre, die zwar heute überholt ist, aber dennoch in mancher Naturkosmetik auftaucht. Als Konsument:innen ist es vor allem wichtig zu wissen, dass wir uns auf diese Techniken und Methoden nicht verlassen sollten, sondern bei schwerwiegenden Gebrechen oder Krankheiten auf Expert:innen auf diesem Gebiet vertrauen.

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