Spliss ist nervig und sieht ungepflegt aus. Aber was ist Spliss eigentlich? Und wie kann man den lästigen Spliss vermeiden? Wir zeigen dir, was die Ursachen der Haarspaltereien sind und wie du dauerhaft Spliss vermeiden kannst – alles für eine gesunde Löwenmähne!

Was ist Spliss?

Jedes einzelne Haar ist aufgebaut wie ein Baumstamm, wobei das Mark im Inneren vom Cortex ummantelt wird. Der Cortex ist aufgebaut wie ein Kabelbündel, welches von einem Kleber zusammengehalten wird. Ummantelt und damit geschützt wird der Cortex von einer Schuppenschicht. Durch aggressive Shampoos, Chemikalien beim Haarefärben, zu heißes Föhnen oder Stress wird diese Schicht angegriffen.

Am ältesten Teil des Haares, dem Haarende, können die Belastungen dazu führen, dass der Cortex an dieser Stelle ohne Schuppenschicht bloßliegt. Ohne diese Schicht wird der Cortex nicht mehr geschützt, weswegen sich das beanspruchte Haar an diesem Punkt einmal oder mehrmals spaltet – entstanden ist der Spliss.

Frau die auf ihre kaputten Haare schaut
Aus Sicht von Eric Spengler, dem leitenden Vizepräsident für Forschung bei Living Proof, gibt es eine unendliche Anzahl an Spliss-Arten.

Welche Arten von Spliss gibt es?

Spliss ist nicht gleich Spliss, denn die äußeren Einwirkungen führen zu unterschiedlichen Haarspaltungen. Wir stellen euch die fünf häufigsten Spliss-Arten und ihre Ursachen vor. 

Der Ast – alles auf Anfang

Bei dieser Spliss-Art sehen die Haarspitzen wie eine Astgabel aus. Der Cortex ist in diesem Fall noch recht gesund, aber das Haar ist dennoch angegriffen und besonders trocken. Um neuen Spliss zu vermeiden, hilft mehr Feuchtigkeit, zum Beispiel mit Haarmasken aus Kokos- oder Olivenöl.

Die Gabel – fortgeschrittene Schädigung

Bei der Gabel spalten sich die Haarspitzen in drei Teile, was ein Zeichen für stark geschädigte Haarfasern ist. Das können Folgen von zu häufigem oder falschem Kämmen sein. Um weiteren Spliss zu vermeiden, solltest du immer zuerst den unteren Teil deiner Haare kämmen, damit die Haarlängen nicht bereits in der Mitte brechen. Außerdem können Intensiv-Masken helfen. Brechen die Haare bereits ab, sollte ein Friseur die Spitzen schneiden.

Der Baum – ab zum Friseur

Sehen die Haarspitzen wie kleine Astgabeln aus, hast du es mit der Spliss-Art Baum zu tun. Das Haar ist sehr stark geschädigt. Nicht nur die Haarfaser spaltet sich, sondern auch der Cortex, also der Faserstamm der Haare. Diese Form ist die extremste Spliss-Form. In diesem Fall musst du sofort einen Friseur aufsuchen, da sich der Spliss weiter nach oben ziehen kann. Sonst sind ausgefranste und ungepflegte Haare die Folge.

Die Kerze – aufgeraute und ausgedünnte Haarenden

Bei dieser Spliss-Art werden die Haarspitzen immer dünner und sehen aus wie eine Kerze. Die Kerze zeigt, dass die äußere Rindenschicht der Haare (Kutikula) aufgeraut und demoliert ist. Die Kutikula ist ausgedünnt, wodurch das Haar immer feiner wird. Für eine volle Haarpracht muss auch in diesem Fall die Schere zum Einsatz kommen. Um neuen Spliss zu vermeiden, solltest du deine Haare anschließend mit viel Feuchtigkeit durch Intensivkuren verwöhnen.

Der Knoten – verhedderte Lockenpracht

Diese Spliss-Form kommt vor allem bei Naturlocken vor. Die Haarspitzen verknoten sich, was durch häufiges Kämmen noch verstärkt wird. Das kann im schlimmsten Fall zum Haarbruch fördern. Um diese Form von Spliss zu vermeiden, solltest du in Zukunft lieber zu einen grobzinkigen Kamm statt zur Bürste greifen.

Blondes Haar, junge schöne Frau
Spliss vermeiden kannst du nur mit regelmäßiger Pflege.(Photo: Unsplash)

Schluss mit Haarspalterei! Diese Tricks helfen Spliss zu vermeiden

Die schlechte Nachricht zuerst: Sind die Haare erst einmal gespalten, können sie langfristig nicht mehr gekittet werden. Aber wenn du ein paar Dinge beachtest, kommt es bald gar nicht mehr zur Splissbildung!

1. Schonende Stoffe verwenden

Gönn dir ein Seidenkissen. Die weiche Oberfläche des Stoffs sorgt dafür, dass die schützende Schuppenschicht geschont wird und die Haare keine Feuchtigkeit verlieren. 

Auch ein normales Handtuch kann die Schuppenschicht beschädigen und Spliss fördern. Um die Haaroberfläche zu schonen, sollte die Löwenmähne stattdessen in einem simplen Baumwollshirt trocken getupft werden.

2. Naturbürsten nutzen

Zum Kämmen solltest du Bürsten aus Naturfasern wie Wildschweinborsten verwenden. Das reibt die Haarstrukur nicht auf und hilft dabei den Talg von der Kopfhaut auf Spitzen zu verteilen, was zusätzlichen Schutz bietet. Eine tolle Alternative sind Tangle Teezer, die deine Haarpracht schonend entwirren.

3. Haare richtig waschen

Shampoos lösen die Fettschicht der Haare und Silikone greifen die Haarstruktur an. Um die Haare nicht unnötig zu strapazieren, solltest du die Haare maximal zwei- bis dreimal pro Woche waschen, aber nicht zu heiß und vor allem mit silikonfreien Shampoos. Denn Silikone bilden einen Film um die Haare, wodurch keine Feuchtigkeit mehr in die Strähnen gelangt, was die Haare austrocknet. 

Darüber hinaus lohnt es sich, so oft wie möglich auf den Föhn zu verzichten, um den Haaren keine weitere Feuchtigkeit zu entziehen.

4. Spezielle Haarprodukte einsetzen

Damit die Haarspitzen nicht austrocknen, solltest du reglmäßig Conditioner und Haarmasken nutzen. Optimale tägliche Ergänzungen dazu sind Feuchtigkeitssprays und Spitzenfluids ohne Silikone. Deine Haare brauchen nämlich viele Vitamine, um gesund zu bleiben.

Um schädliche Kosmetik-Inhaltsstoffe zu meiden, kannst du auch auf die Wirkung von Jojobalöl vertrauen oder Hausmittel gegen Spliss verwenden. Dazu gehört die Haarmaske aus einer zerdrückten Avocado, drei Esslöffel Olivenöl und zwei Esslöffel Eiweiß. Du kannst alle Zutaten in einer Schüssel zu einer cremigen Konsistenz vermischen, auf dem Haar verteilen und 45 bis 60 Minuten einwirken lassen. 

5. Löwenmähne regelmäßig stutzen

Damit die Haare langfristig stark bleiben, solltest du alle sechs bis acht Wochen Spitzen schneiden. Um keine Länge zu verlieren, bietet sich das sogenannte Hair Dusting an. Dabei wird eine Haarsträhne nach der anderen gestrafft, anschließend schneidet der Friseur lediglich die abstehenden Enden ab.

Eine weitere Methode für den Haarschnitt ohne Längenverlust ist die Split-Ender-Technologie. Der Split Ender ist ein spezieller Haarschneidemaschinen-Aufsatz, der beim Gleiten über die Haare lediglich die kaputten Haarspitzen abgetrennt. 

Alternativ kannst du auch die heiße Schere ausprobieren, bei der die Schere mit Strom auf 110 bis 140 Grad erhitzt wird und die frisch geschnittenen Spitzen durch die Hitze versiegelt werden.

Frau mit blonden Haaren im Garten
Eine gesunde Ernährung kann die Haare von innen stärken.

Regelmäßige Pflege ist der Schlüssel zu gesunden Haaren

Unsere Haare werden durch äußere Einflüsse ständig strapaziert und ausgetrocknet. Umso wichtiger, die Haare kontinuierlich zu pflegen und mit Feuchtigkeit zu versorgen. Eine nährstoffreiche Ernährung kann die Löwenmähne zusätzlich von innen pflegen. Dabei kann auch die Wirkung von Moringa helfen. Wer nach schoneneden Hausmitteln sucht, um seine Haare aufzuhellen, wird bei uns ebenfalls fündig.